Solar-Powerstation Bluetti AC200P im Test: Geniales Kraftpaket

Die Bluetti AC200P ist ein mobiler Stromgenerator der Spitzenklasse und wird mit passenden Panels zum potenten Solarkraftwerk.

Solar-Powerstation Bluetti AC200P im Test: Geniales Kraftpaket

Solarenergie bedeutete bisher meist: fest installierte, teure Photovoltaikanlagen für Hausbesitzer und Camper – oder kleine Solarladegeräte für Reisende. Und dazwischen? Nicht viel. Bluetti hat für die Mitte aber jetzt eine sehr interessante Lösung vorgestellt: die Solar-Powerstation AC200P. Die ist in erster Linie ein Riesen-Akku mit Display und Steckdosen für Gleich- und Wechselstrom. Mit optionalen Solarzellen könnt ihr sie wieder aufladen und Strom auf der Terrasse oder im Garten erzeugen.

Bluetti PowerOak Solar-Powerstation AC200P
Bluetti PowerOak Solar-Powerstation AC200P

Solar-Powerstation Bluetti AC200P: Vorteile

Das macht die Solar-Powerstation Bluetti AC200P Power Oak richtig gut:

  • Fantastische Verarbeitung der Einzelteile
  • Relativ einfache Bedienung der Powerstation über ein Touchscreen-Display
  • Enorm ausdauernder Akku mit bis zu 2.000 Wh oder 540.000 (!) mAh
  • LiFePO4-Akkus mit bis zu stolzen 3.500 Ladezyklen
  • Gibt Gleich- oder Wechselstrom aus, sogar gleichzeitig
  • Liefert bis zu 2.000 Watt Wechselstrom
  • Eignet sich damit selbst für Stromfresser wie Wasserkocher, Haartrockner, Kaffeemaschine, Staubsauger oder E-Bike-Akku
  • Liefert bis zu 300 Watt Gleichstrom an einer Steckdose
  • Kann mehrere Geräte gleichzeitig betreiben oder laden
  • Insgesamt 13 Aus- und 2 Eingänge
  • Kann gleichzeitig Geräte betreiben und aufladen
  • Kann gleichzeitig mit Solarenergie und dem mitgelieferten Netzstecker geladen werden
  • Unterstützt kabelloses Laden mit Qi. Bis zu 2 Geräte einfach obenauf legen
  • Unterstützt USB-A und USB-C
  • USB-C-PD (Power Delivery) mit 60 Watt
  • Eingebauter MPPT-Solarladeregler
  • Leise auch bei Betrieb des Lüfters
  • Gute Handhabung, etwa dank Tragegriffen

Oder in ganzen Sätzen ausgedrückt: Ihr habt bei der Bluetti Solar-Powerstation AC200P fantastische, vielseitigste Technik, die auch noch richtig schön aussieht und selbst für Laien nach ein wenig Einarbeitung leicht zu bedienen ist. So macht eigene Solarstrom-Erzeugung sogar Spaß.

Markanter Powerbutton, leicht bedienbares Touch-Display, zahlreiche Steckdosen
Markanter Powerbutton, leicht bedienbares Touch-Display, zahlreiche Steckdosen

Bluetti AC200P: Nachteile

Ein paar Abzüge in der B-Note muss Bluetti sich aber auch gefallen lassen:

  • Die Bluetti AC200P ist mit 23,5 kg richtig, richtig schwer.
  • Das macht sie nicht so leicht und für jeden zu transportieren.
  • Das Display ist beim Stand des Geräts auf dem Boden nicht gut von oben abzulesen.
  • Auch direkte Sonneneinstrahlung erschwert das Ablesen sehr.
  • Bevor ihr ein Gerät an der Powerstation aufladen oder betreiben könnt, müsst ihr immer erst zunächst Wechsel- oder Gleichstrom (AC/DC) am Display auswählen.
  • Von selbst erkennt die Powerstation ein angeschlossenes Gerät nicht.
  • Ein immerhin 500 Euro teures 200-Watt-Solarpanel aus gleichem Hause reichte in unserem Test nicht aus, um die Powerstation zu laden.
  • Erst mit 2 oder 3 der 200-Watt-Panels Bluetti SP200 (mehr dazu unten) kam genug Ladestrom zustande.
  • Für zwei oder drei der Panels im Betrieb braucht ihr einiges an Fläche.
  • Das Solarladen wird dadurch außerdem ganz schön teuer.
  • Die Powerstation AC200P kostet UVP fast 2.000 Euro.
  • Wollt ihr Solarstrom, müsst ihr noch mindestens 1.000 Euro zusätzlich für die passenden Solarladegeräte 2-3x SP200 oder 3x SP120 investieren.
Das Display der Bluetti AC200P ist von oben – noch dazu bei direkter Sonneneinstrahlung – nur schwer abzulesen.
Das Display der Bluetti AC200P ist von oben – noch dazu bei direkter Sonneneinstrahlung – nur schwer abzulesen.

In der Handhabung sind es nur Kleinigkeiten, die ich bemängeln würde. Größere Nachteile sind das sehr hohe Gewicht und der Bedarf an hochpotenten Solarpanels, um die Powerstation wieder aufzuladen. Der Preis ist alles in allem sicher angemessen. Ein Schnäppchen sind die Powerstation und die fürs Solarladen notwendigen Panels aber nicht.

Bluetti AC200P im ersten Versuch

Das erste, was mir beim Testen auffällt, ist das sehr hohe Gewicht. So praktisch die integrierten Handgriffe sind: die 23,5 kg schwere AC200P tragt ihr nicht mal ebenso spazieren oder die Treppe rauf. Besser ihr sucht euch dafür einen festen Ort.

Praktische Griffe erleichtern das Tragen der sehr, sehr schweren Powerstation.
Praktische Griffe erleichtern das Tragen der sehr, sehr schweren Powerstation.

Die Powerstation ist mit einem Druck auf die markante Power-Taste schnell betriebsbereit. Das übersichtliche Touchscreen-Display und das Vorhandensein nur weniger Einstellungen machen die Bedienung einfach.

Trotzdem lohnt es sich, wenn ihr euch ein wenig Zeit nehmt und noch kurz die beiliegende Schnellstartanleitung studiert. Betriebssprache ist Englisch (oder wahlweise Chinesisch). Ein paar Fachbegriffe zu übersetzen, kann also nicht schaden.

Das Touchscreen-Display macht die Bluetti AC200P recht leicht bedienbar.
Das Touchscreen-Display macht die Bluetti AC200P recht leicht bedienbar.

Angeschlossene Geräte laden nicht von selbst. Ihr müsst die gewünschten Steckdosen zunächst im Menü über einen Druck auf AC oder DC freischalten. Dann könnt ihr sogar mehrere Geräte gleichzeitig daran betreiben oder aufladen, sogar Gleich- und Wechselstromgeräte gleichzeitig. Toll!

Was könnt ihr an die Powerstation AC200P anschließen?

Vor einigen Jahren haben wir für einen Beitrag einmal analysiert, welche Geräte sich an einer großen Powerbank anschließen lassen. Bei etwa 100 Watt war Schluss, die Auswahl deswegen eher begrenzt.

Das große Highlight der Bluetti AC200P hingegen: Die Powerstation erlaubt bis zu 2.000 Watt starke Geräte über Wechselstrom daran zu betreiben. Was ich erfolgreich daran zum Laufen bekommen oder aufgeladen habe:

  • Wasserkocher
  • Siebträger-Espressomaschine
  • Kaffeemühle
  • Toaster
  • E-Bike-Akku
  • Router
  • Notebook
  • E-Moped:
Bluetti AC200P lädt Govecs E-Schwalbe
Bluetti AC200P lädt Govecs E-Schwalbe

Was laut Bluetti und eigenen Erfahrungen an der AC200P außerdem problemlos funktionieren sollte:

  • Fön
  • Staubsauger
  • Elektroheizung
  • Klimaanlage
  • Bohrmaschine
  • Flachbild-Fernseher
  • Induktionskocher
  • Kühlschrank

Natürlich ziehen umso leistungsfähige Geräte umso mehr Strom. Die Siebträgermaschine etwa, die ich daran anschloss, arbeitete in der Aufheizungsphase mit rund 1.400 Watt, was etwa 1 Prozent Akkuleistung pro Minute bedeutete. Nach einer guten Viertelstunde, nach der Produktion eines Caffè Latte bei gleichzeitiger Nutzung der Kaffeemühle war der Ladestand um 20 Prozent gesunken.

Wasserkochen mit der (Monster-)Powerbank: In diesem Falle geht's.
Wasserkochen mit der (Monster-)Powerbank: In diesem Falle geht’s.

Den ganzen Tag könnt ihr leistungsfähige Maschinen also nicht mit der Powerstation betreiben. Bluetti gibt außerdem maximal 50 Minuten Betrieb für einen Haartrockner an oder 28 Stunden für eine Elektroheizung.

Einen Laptop sollt ihr bis zu 28 Mal wieder aufladen können. Ein heute gängiges Smartphone über 100 Mal. A propos: Hierfür hat die Bluetti AC200P auch USB-Steckdosen vorrätig, davon immerhin 1x USB-C mit 60 Watt Power Delivery (PD). Auch kabellos über die zwei Ladeflächen oben auf dem Gehäuse könnt ihr Qi-fähige Geräte laden.

Viele Gleich- und Wechselstromsteckdosen sowie 2 kabellose Qi-Ladeflächen oben an der Bluetti AC200P
Viele Gleich- und Wechselstromsteckdosen sowie 2 kabellose Qi-Ladeflächen oben an der Bluetti AC200P

Ein (All-)Tag mit der Bluetti AC200P

Für diesen Test habe ich die Bluetti Powerstation AC200P hoch in meine Wohnung geschleppt und versucht, einen Tag lang alle Haushaltsgeräte damit zu betreiben, die nicht fest installiert waren. Es begann mit dem selbst gemahlenen Morgenkaffee aus dem Siebträger, ging weiter mit dem Nachmittags-Nudelsnack (zubereitet per Wasserkocher) und dem Betrieb von 2 Sprachlautsprechern (kein Problem).

Später am Nachmittag lud ich gleichzeitig mein MacBook Air M1 über die USB-PD-Schnittstelle und über eine Wechselstromsteckdose meinen E-Bike-Akku auf (was gar nicht so viel Watt, aber dafür viel Volt verlangt) und betrieb meinen Router über die zweite Steckdose.

Kurz gesagt: All das ging problemlos an der Powerstation. Die meldete beim Wasserkochen zwar stolze 1.950 der 2.000 möglichen Watt. Es wurde also knapp, aber alles gelang. Nach 3-4 Stunden war mein E-Bike-Akku in normaler Zeit geladen. Zusammen mit den anderen Geräten im zeitweisen Parallelbetrieb hatte der Akku der Powerstation nur 20 Prozent verloren.

Mehr Infos zum Thema Energie und Akkus?

Dieser Beitrag ist nicht der einzige, den wir dazu geschrieben haben. Mehr Texte über Energie und Akkus findet ihr auf unserer Themenseite Energie und Akkus.

Schlussendlich fiel mir allerdings auf, dass ich neben den Geräten meiner Einbauküche eigentlich nur wenige Elektrogeräte überhaupt benutze. Einen Fernseher etwa oder eine Playstation habe ich nicht mehr. So kam ich mit einer vollen Akkuladung der Powerstation gut über den Tag. Ein Mehrpersonenhaushalt mit vielen Geräten im Einsatz wird da schon Schwierigkeiten haben.

Solarladen mit der Bluetti Powerstation AC200P

Bluetti hat mir drei faltbare Solarpanels der eigenen Marke SP200 für meinen Test mitgeliefert (mehr dazu unten). Im Lieferumfang der Powerstation enthalten sind diese leider nicht.

Solarkraftwerk mit der AC200P und drei Solarladegeräten
Solarkraftwerk mit der AC200P und drei Solarladegeräten

Eine Anleitung, wie ihr die Solarzellen korrekt anschließt, liegt leider ebenfalls nicht bei. Ich habe es durch Probieren herausgefunden und die drei Zellen in Reihe geschaltet. Dabei kamen an einem sonnigen Sommertag in der Spitze zwischen 300 und 450 Watt zustande (bei 600 Watt Maximalnennleistung). Die Powerstation habe ich so binnen 4 Stunden von 50 auf 100 Prozent geladen.

An einem nicht ganz so sonnigen Tag bekomme ich den Akkustand mit 2 der SP200-Solarpanels binnen 4 Stunden von 23 auf 57 Prozent. Bei etwa 25 Grad scheint hin und wieder die Sonne. Genauso oft ziehen aber Wolken durch. Die Leistung, die die beiden Panels liefern, liegt je nach Sonneneinstrahlung zwischen etwa 50 und 250 Watt.

Ein passendes Kabel für den Anschluss von Photovoltaik liefert der Hersteller gleich mit.
Ein passendes Kabel für den Anschluss von Photovoltaik liefert der Hersteller gleich mit.

1 Panel alleine liefert nicht genug Strom

Mit diesen Panels ist das Laden der Powerstation wirklich eine Freude. Bluetti hat die SP200 laminiert. Sie wirken unglaublich robust und stabil. Faltet ihr sie zusammen, könnt ihr sie mit einer praktischen Lasche zusammenklippen, mit einem Tragegriff tragen und die fest installierten MC4-Kabel in einer Tasche verschwinden lassen. Selbst einen plötzlichen, leichten Regenguss (von mir unfreiwillig ausprobiert) überstehen die Solarladegeräte:

Kleiner Regenschauer? Kein Problem: Die laminierten Bluetti SP200 Solarpanels überstehen das problemlos.
Kleiner Regenschauer? Kein Problem: Die laminierten Bluetti SP200 Solarpanels überstehen das problemlos.

Kritisieren muss ich dennoch etwas: Als ich versuchsweise nur eins der drei Panels an die Powerstation anschließe, meldet ihr Eingang zwar um die 25 Volt, aber 0 Ampere. Folglich ist auch die Eingangsleistung gleich null. Auf Nachfrage teilt der Hersteller mit, dass mindestens zwei der SP200-Panels notwendig seien, um überhaupt einen Ladestrom zu erzeugen.

Am besten also, wenn ihr gleich drei dieser Panels verwendet. Dann braucht ihr dafür allerdings auch ganz schön viel Platz, wie das Bild unten zeigt. Da reicht ein kleiner Balkon schon nicht mehr aus – ich würde eine Terrasse oder einen kleinen, nicht zu schattigen Garten empfehlen. Recht teuer wird es dann mit rund 500 Euro pro Panel auch noch.

Bluetti Solar Powerstation AC200P mit drei SP200-Solarmodulen. Dafür braucht ihr schon etwas Platz im Garten.
Bluetti Solar Powerstation AC200P mit drei SP200-Solarmodulen. Dafür braucht ihr schon etwas Platz im Garten.

Faltbare Solarpanels Bluetti SP200

Für meinen Test lieferte Bluetti mir drei faltbare Solarpanels aus gleichem Hause mit, die SP200. Der Eindruck davon ist alles in allem phänomenal:

  • Richtig starke Leistung
  • Hoher Wirkungsgrad von über 23,5 Prozent
  • Erstklassige Verarbeitung dank ETFE-Laminierung
  • Dadurch allenfalls etwas schwer (6,5 kg pro Panel)
  • Wetterschutz nach IP54: geschützt gegen Wasserstrahlen (leichter Regenschauer) und Festkörper bis 1 mm
  • Fest verbautes MC4-Ladekabel
  • Integrierte Standfüße für die optimale Ausrichtung zur Sonne
  • Etwas ungünstige Platzierung der Kabeltasche auf der gegenüber liegenden Seite des Tragegriffs.
  • Reißverschluss der Tasche geht nur nach unten auf.
  • Hoher Preis von UVP über 500 Euro pro Panel

Damit macht Solarladen richtig Spaß. Die SP200 sind groß, verhältnismäßig schwer, aber wirken durch die Verarbeitung und Laminierung beinahe unverwüstlich.

Bluetti SP200 Solarpanels
Bluetti SP200 Solarpanels

Fazit: Bluetti Powerstation AC200P und Solarpanels SP200

Trotz der durchaus angebrachten, leisen Kritik habt ihr es vielleicht schon zwischen den Zeilen gelesen: Ich bin sehr angetan von der Bluetti Powerstation AC200P und den optionalen Solarpanels vom Typ SP200. Das ist mobiles Solarladen der Highendstufe! Beides ist erstklassige Qualität. Findet ihr den Platz dafür, spielen Geld (und Gewicht!) keine Rolle, dann habt ihr hier ein wunderbares System, um unterwegs schnell und einfach Strom zu generieren. Mindestens zwei der teuren Panels braucht ihr allerdings, um der wuchtigen Powerstation genug Energie zuzuführen.

Die Powerstation selbst überzeugt durch Ausdauer und damit, dass sie selbst leistungsfähige Haushaltsgeräte wie Fön oder Wasserkocher betreiben kann. Damit ist die AC200P eigentlich der ideale Stromgenerator für ein Wohnmobil oder einen Camper.

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