Smartwatch oder Sportwatch – die Unterschiede sind nicht gerade fließend, und zwei Extreme zeigen sich in der Auswahl. Da gibt es die schlauen Uhren à la Apple Watch oder Samsung Galaxy Watch mit vielen cleveren Apps und Gesundheitsfunktionen, aber auch selten mehr als 1 Tag Akkulaufzeit. Oder die andere Liga: Sportuhren, die keine nennenswerte Drittanbieter-App-Auswahl mitbringen, aber nur einmal alle ein bis drei Wochen an den Strom müssen. Auch die Trendblog-Redakteur:innen Nicky Arps und Jürgen Vielmeier vertreten diese Extreme.
Jürgen Vielmeier: Pro Sportwatch
„Ich muss an dieser Stelle mal ein Geständnis loswerden. Zwar mag ich Apple, und ich nutze die meisten Apfel-Produkte vom MacBook Air bis zum iPhone 17 Pro Max. Die Apple Watch gehört aber nicht dazu. Mit ihr bin ich nie wirklich warm geworden. Und das sage ich durchaus aus Bequemlichkeit. Denn ich mag es nicht, meine Watch abzulegen und dann erstmal ein oder zwei Stunden laden zu lassen. Jeden Tag aufs Neue. Und wann eigentlich am besten?
Ohnehin brauche ich die meisten Apps einer Smartwatch nicht, die ja eine Verlängerung des Smartphones sein soll. Viele Freunde sagten mir, sie hätten eine Apple oder Galaxy Watch, damit sie nicht bei jeder Benachrichtigung sofort aufs Smartphone gucken müssten. Muss ich auch nicht. Tue ich auch schon lange nicht mehr, und siehe da: Wozu Psychologen immer raten, um das allgemeine Wohlbefinden zu stärken: einfach mal nicht alle paar Sekunden auf irgendein Gerät zu starren, macht ausgeglichen und ruhig.

Was das anbelangt, bin ich Team Garmin – oder wer immer interessante Sportwatches mit langer Akkulaufzeit anbietet. Eine Watch eigentlich nie ablegen zu müssen, sie auch als Schlaftracker zu nutzen und nur alle ein, zwei, drei Wochen mal an den Strom zu hängen, das ist für mich die Lösung. Zumal meine aktuelle Watch mit zehn Tagen Akkulaufzeit 160 Sportarten unterstützt, Timer, Meditations-App, Schlaftracker und alles an Fitnesssensoren mitbringt, was ich mir wünsche.
Zwar nicht ganz meine Lieblingssparte, aber eine, die ich sehr interessant finde, ist die Garmin-Instinct-Solar-Reihe. So ganz stimmt ihr Marketing nicht, dass diese solarunterstützten Uhren theoretisch nie an den Strom müssten. Müssen sie nämlich doch, wenn du sie täglich fürs Training nutzt. Aber mir gefällt der Seitenhieb gegen die Smartwatch-Fraktion und das tägliche Aufladen. Und drei Wochen oder mehr sind bei einigen dieser Instinct-Watches schon möglich. Ich bleibe also bei meiner aktuellen Sportwatch, die übrigens sechs Tage nach dem letzten Laden immer noch 56 Prozent Akku hat. Wie viel hat deine?“
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Nicky Arps: Pro Smartwatch
„Wenn ich schon Tag und Nacht etwas am Handgelenk mit mir herumtrage, dann soll es auch einen echten Mehrwert bieten. Ok, Profisportler sind mit einer Sportwatch sicher gut bedient, denn sie brauchen Präzision und… ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, was ProfisportlerInnen brauchen, denn ich bin weit davon entfernt, eine zu sein. Und das geht ja rein rechnerisch den meisten Menschen nicht anders.
Ich gehe ein paar Mal die Woche ins Fitnessstudio und ein paar Mal pro Jahr wandere ich ein paar hundert Kilometer. Und da starte ich ein Training auf meiner Apple Watch, so dass sie mir präzise die Kilometer mittrackt, mir eine Karte meines Wegverlaufs aufzeichnet und mich mit Unmengen weiterer Informationen wie meiner Herzfrequenz, der Durchschnittsgeschwindigkeit, den verbrauchten Kalorien und einigem mehr versorgt.
Das ist schon mehr Information als ich brauche, was soll mir da eine Sportwatch noch bieten?
Ja, nach 6-7 Stunden kontinuierlicher Trainingsaufzeichnung inklusive GPS ist der Akku dann auch langsam leer. Aber das ist ok, mein Akku ist dann nämlich auch langsam leer.
Meine Apple Watch 10 braucht nur eine halbe Stunde zum Aufladen, nicht ein oder zwei Stunden, wie Kollege Jürgen oben behauptet. Praktischerweise will ich auch jeden Tag duschen, und in der Zeit liegt sie auf dem Ladegerät – Problem gelöst!

Und meine Apple Watch bietet mir so viel Alltagserleichterung, dass ich nicht verstehen kann, warum nicht jeder, der die Möglichkeit hat, eine besitzt.
Ich spreche regelmäßig mit Siri, auch wenn das für Außenstehende ulkig wirken mag. „Erinnere mich in einer Stunde an…“, „Setze Milch auf die Einkaufsliste“, „Regnet es heute noch?“, „Wo ist mein iPhone?“ oder „Schreib Jürgen, dass ich mit meiner Pro-Smartwatch-Argumentation spät dran bin“.
Ich bezahle ausschließlich mit meiner Apple Watch, weil ich dafür nichts aus einer Tasche kramen muss. Wie von Jürgen erwähnt, prüfe ich schnell eingehende Nachrichten auf Wichtigkeit, frage nach Übersetzungen und jeden Morgen studiere ich leidenschaftlich meine Schlafanalyse.
Und ganz nebenbei sieht meine Apple Watch auch noch chic aus, was sich von den meisten Sportuhren nicht behaupten kann.
Keine Frage – wenn schon Watch, dann smart!“
Fazit
Sportwatches und Smartwatches haben beide ihre Existenzberechtigung. Für Hobbysportler sind beide gut geeignet. Beide Arten gibt es sowohl in eleganterer, als auch in sportlicherer Optik.
Wer Wert auf eine lange Akkulaufzeit legt und seine Watch vorrangig dafür nutzt, seine Fitness im Blick zu haben und Ziele zu erreichen, der ist mit einer Sportwatch besser bedient. Wer mehr Funktionalität sucht, greift besser zu einer Smartwatch – auch hier gibt es viele Modelle, die nicht so oft geladen werden müssen, wie eine Apple Watch. Durch die Integration ins Apple Ökosystem bleibt die Apple Watch für iPhone-Nutzer aber trotz des vergleichbar schwachen Akkus die Königsklasse.


