Innen wird sich wohl noch mehr ändern. (Foto: Apple)

Smartphones: Marktanteil von iOS und Android nähert sich 100 Prozent. Wie geht es jetzt weiter?

Im Prinzip haben Smartphone-Nutzer viele Möglichkeiten: Neben einem iPhone oder einem Android-Gerät können sie auch zu einem Windows Phone, einem Blackberry, einem Firefox Phone, einem Jolla Phone mit Sailfish OS oder jüngst auch zu einem Ubuntu Phone greifen. In Indien kam kürzlich auch das mit Spannung erwartete erste Smartphone mit Samsungs Tizen OS heraus; irgendwann werden Tizen-Geräte vielleicht auch nach Europa kommen. Das Problem, wenn man es als solches erachten will: All das interessiert Smartphone-Käufer nicht. Sie greifen nach jüngsten Zahlen der Marktforscher von IDC für das Jahr 2014 fast ausnahmslos zu iPhone oder Android.

Blackberry fällt zurück

Insgesamt 96,3 Prozent vereinten die beiden größten Systeme bei den weltweiten Neukäufen im vergangenen Jahr auf sich. Das entspricht noch einmal einer leichten Steigerung im Vergleich zu den 93,8 Prozent vom Vorjahr. Und eine Trendwende ist trotz aller Bemühungen der Konkurrenz nicht in Sicht.

Android bleibt mit 81,5 Prozent Marktführer, Apple verteidigt mit 14,8 Prozent für iOS wacker Platz 2. Es folgt in weitem Abstand Windows Phone mit 2,7 Prozent, was gar einem Rückgang im Vergleich zu den 3,3 Prozent von 2013 entspricht. Die Nummer 4, Blackberry, fällt auf kümmerliche 0,4 Prozent zurück (2013: noch 1,9 Prozent). Alle anderen Systeme, also Firefox OS und Co., bringen es zusammen auf 0,6 Prozent.

Nutzer schlicht zufrieden mit Android und iOS

Die Gründe dafür sind vielfältig. IDC selbst sieht eine Verselbstständigung: Aufgrund des ohnehin dominierenden Marktes für Android bedienten die meisten Hersteller schlicht die Nachfrage und brachten fast ausnahmslos Android-Geräte auf den Markt. Dass diese immer billiger zu erstehen sind, war der Sache bestimmt nicht abträglich. Uns fallen noch weitere Gründe ein: Beide Systeme, Android wie iOS, funktionieren gut, bieten mit Updates Innovationen und dazu die beste App-Auswahl. Die Gründe, warum ein Nutzer zu etwas Anderem greifen sollte, sind also begrenzt. Microsoft befeuerte diesen Trend gar noch mit der Veröffentlichung einer kostenlosen Version von Office zunächst für Android und iOS statt für das eigene Windows Phone.

IDC_Smartphones_2014

Die neue und fast schon letzte Hoffnung für Microsoft ist Windows 10. Die einheitliche Plattform für Desktops und Mobilgeräte soll die Veröffentlichung von Apps über alle Systeme vereinfachen und könnte der mobilen Plattform endlich den dringend benötigten Schub verleihen. Dass Microsoft mittlerweile recht stattlich ausgestattete Einstiegsgeräte für 100 Euro oder noch darunter auf den Markt wirft, könnte den Markt für Windows Phones weiter beleben. Für Blackberry kann es nach nur noch 6 Millionen verkauften Geräten im vergangenen Jahr eigentlich nicht noch weiter bergab gehen. Die Integration des Amazon App Stores bringt eine Auswahl an Android-Apps für das System Blackberry 10, was die Attraktivität für Nutzer erhöht.

1,3 Milliarden verkaufte Smartphones alleine 2014

Mozillas Firefox ist im Browser-Markt wieder auf dem Vormarsch, so dass mehr Nutzer geneigt sein könnten, auch das alternative System einmal zu testen. Hier bleibt es aber wie bei Tizen, Ubuntu und Sailfish OS dabei, dass es sich um Experimente handelt, die kaum attraktiver sind als die Systeme der Großen. Zu ihren Gunsten dürfte sich auch in diesem Jahr also nicht signifikant etwas ändern.

Der lukrativste Markt für Smartphone-Hersteller ist mittlerweile die Schwelle zwischen Smartphone und Tablet, also Geräte mit einer Größe zwischen 5,5 und 6 Zoll. Apple betrat diesen Markt im vergangenen Jahr mit dem 5,5 Zoll großen iPhone 6+. Mittelfristig dürfte in diesem Jahr eine Marktsättigung erreicht werden. Im vergangenen Jahr stieg die Gesamtzahl der verkauften Smartphones laut den Zahlen von IDC aber noch einmal um beachtliche 28 Prozent auf 1,3 Milliarden Geräte.

Bilder: Apple, IDC

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