Smartphone-Fanatiker muss Tablet testen: Ein Nachmittag mit dem Samsung Galaxy Tab S2

Kann sich jemand, der Tablets längst abgeschworen hat, doch noch einmal für ein neues Modell begeistern? Unser Autor hat den Test gemacht.

Bei Euronics gerade im Angebot: das Samsung Galaxy Tab S2. Und passend dazu haben mir die Kollegen ein solches kurzfristig zugeschickt, um einmal einen Blick darauf zu werfen. Mein letztes und bisher einziges Tablet war ein Apple iPad 2, dem ich vor geraumer Zeit lebwohl gesagt habe. Ich habe es als Fan eines Smartphones und eines Ultrabooks schlicht nicht gebraucht.

Und so jemand soll jetzt doch noch zu einem Tablet-Freund werden? Ich gebe dem Ganzen zumindest eine Chance, einen Nachmittag lang.

Der erste Eindruck fällt denn auch durchaus positiv aus: Fünf Jahre seit meinem iPad 2 hat sich natürlich allerhand verbessert und das Galaxy Tab S2 macht einen sehr frischen Eindruck auf mich: angenehm flach, schnelles Booten, das Gerät liegt dank der griffigen Rückseite gut in der Hand, Stereo-Lautsprecher sind drin, zu schwer ist es auch nicht. Man mag es gerne in die Hand nehmen, die Software-Oberfläche reagiert schnell und Samsung hat hier ein Display mit wirklich leuchtstarken Farben verbaut.

So weit so gut. Aber die Frage sollte ja sein: Wozu braucht jemand, der mit einem 5,5-Zoll-Smartphone und 13-Zoll-Notebook eigentlich zufrieden ist, noch ein Tablet?

Einen ersten Eindruck der Möglichkeiten vermittelt Feedly, eine App, die ich regelmäßig auf dem Smartphone und dem Laptop benutze, um Nachrichtenfeeds zu lesen. Das ist auf dem Smartphone ganz kompakt, auf dem Laptop dafür eher anstrengend. Auf dem Galaxy Tab S2 bietet die gleiche App einen ganz anderen, durchaus angenehmen Übersichtsmodus und Lesefluss. Ich nehme die Schlagzeilen hier ganz anders auf. Gar nicht einmal so übel: Das große Bild mit US-Vizepräsident Joe Biden etwa wäre im Smartphone- oder Laptop-Modus so nicht zur Geltung gekommen:

Feedly-App auf dem Galaxy Tab S2

Feedly-App auf dem Galaxy Tab S2

Ähnliches mit der Lese-App Flipboard, die Feeds von anderen Seiten aggregiert und in Magazin-Form darbietet. Lesen auf dem Tablet macht mit solch hübschen Layouts definitiv mehr Spaß als auf Smartphone oder Laptop:

Flipboard Tablet-App

Flipboard Tablet-App

Ich probiere es danach mal mit ein paar Games. Dass das Galaxy Tab S2 schon einige Apps vorinstalliert hat, ist nicht unbedingt jedermanns Sache. Das Spiel „Tap the Frog“ zumindest funktioniert auf einem Tablet ebenso gut wie auf einem Smartphone:

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„Strikers 1945“, eine ebenfalls vorinstallierte simple Flugsimulation, hingegen könnte ich mir auf dem Smartphone kaum vorstellen. Nicht schlecht auch: Mit der App „Walk the Band“ ein wenig Klavier oder Gitarre spielen lernen. Auf dem Smartphone würde das nur halb so viel Spaß machen, auf einem Notebook ohne Touchscreen wäre es schlicht nicht möglich:

Gitarrensimulation Walk the Band

Gitarrensimulation Walk the Band

Je mehr ich mich mit dem Gerät beschäftige, desto mehr gefällt mir die größere, zweispaltige Darstellung etwa der GMail-App. Auf dem Smartphone ist es nicht gerade praktisch, ein Office-Programm zu nutzen, höchstens, um an einem Text einmal eine Kleinigkeit zu korrigieren. Mit dem bereits vorinstallierte Microsoft Office allerdings lässt sich auf dem Galaxy Tab S2 durchaus arbeiten. Excel etwa ist so eingestellt, dass man im Schreibmodus schnell zwischen einzelnen Zellen hin- und herspringen und kinderleicht mehrere markieren kann. Selbst das Schreiben eines kurzen Texts mit Word ist mit der virtuellen Tastatur auf dem Tablet gerade im Hochformat nicht unpraktisch. Auf dem Smartphone wäre das schlicht undenkbar:

Microsoft Word ist auf dem Galaxy Tab S2 bereits vorinstalliert.

Microsoft Word ist auf dem Galaxy Tab S2 bereits vorinstalliert.

Ich bin zwar kein Typ, der mit einem Tablet auf Fotosafari geht (mal ehrlich: wer ist das?), aber für gelegentliche Fotos macht die eingebaute 8-Megapixel-Hauptkamera sehr brauchbare Fotos, gerade auch unter eigentlich schlechten Lichtverhältnissen. Wie oben schon erwähnt: Die Maschinerie des Galaxy Tab S2 mit zwei Quadcore-Prozessoren und 3GB RAM reagiert schnell. Ein Test mit 3D-Grafik gelingt, auch wenn die Darstellung hier nicht mehr ganz so flüssig ist wie bei Videos und Webgrafiken. Videos lassen sich dafür wunderbar streamen, hier etwa über die Arte App:

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Für alle technischen Details besucht ihr am besten die Angebotsseite zum Samsung Galaxy Tab S2. Das Tablet steht euch in schwarz und weiß zur Verfügung. Neben der Version aus dem Angebot mit 9,7 Zoll Bilddiagonale und Nur-Wifi gibt es auch weitere Versionen mit LTE oder 8,0 Zoll Bilddiagonale. Einen Leitfaden zur Einordnung aller aktuellen Samsung-Tablets haben wir an dieser Stelle zusammengestellt. Das Galaxy Tab S2 ist Samsungs aktuelles Spitzenmodell.

Epilog

Am frühen Abend fällt mir ein, dass ich noch etwas einkaufen muss. Auf dem Weg zum Geschäft würde ich gerne Musik hören. Ich schnappe mir Kopfhörer, Smartphone und öffne die Spotify-App. Mein Blick fällt auf das Menü und die kuratierten Playlists und ich denke unweigerlich: Wie klein hier doch alles ist! Man kann sich damit arrangieren und es funktioniert irgendwie. Aber ein Tablet mit seiner opulenten Größe und einer ganz anderen Darstellungsart für Apps – wirkt doch irgendwie runder und fertiger. Eine Daseinsberechtigung, das hat mir der Nachmittag gezeigt, hat ein gutes Tablet heute durchaus.

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