WhatsApp Status (Bild: Techcrunch)

Schön bunt: WhatsApp Status mit Fotos und Videos – und wieder von Snapchat geklaut

WhatsApp-Nutzer können jetzt ihre Status-Meldungen mit Fotos und Videos aufhübschen. Nach 24 Stunden werden diese aber automatisch wieder gelöscht. Kennt man von Snapchat, doch es gibt einen Unterschied.

„Schatz, ich liebe dich“ steht jetzt nicht in meiner Statusmeldung bei WhatsApp. Es folgen auch keine drei Herzen, und mein Profilbild zeigt auch kein Selfie mit meiner Frau vor dem Spiegel. Wäre doch albern. Dennoch schaue ich gerne in die Statusmeldungen meines Neffen, manchmal wechseln die täglich. Mit der neuen Funktion WhatsApp Status wird er dort wohl demnächst auch Fotos und Videos posten, die den ganzen Bildschirm füllen. Ich bin gespannt. Bevor er noch zu Snapchat abhaut, wo das schon lange geht. Dann würde ich von ihm nicht mehr viel mitbekommen.

Nach 24 Stunden automatisch gelöscht

Das Update, das WhatsApp Status auf euer Smartphone bringt, wird bereits verteilt. Offiziell soll die neue Funktion am 24. Februar starten, dem 8. Geburtstag von WhatsApp (ganz schön alt, oder?). Auf meinem Smartphone ist es allerdings noch nicht angekommen. Der Status erhält dann einen eigenen Tab, der mit Fotos und Videos gefüllt werden kann. Darüber lassen sich dann noch diverse Filter legen, aber auch Emojis und Text. Ihr wisst schon: Hundenasen und Hasenohren. Die Bilder verschwinden nach 24 Stunden automatisch wieder. Das kennt man von Snapchat, aber auch seit kurzem von Instagram. Facebook, wozu WhatsApp und Instagram gehören, hat also nicht zum ersten Mal kopiert.

WhatsApp Status soll verhindern, dass Nutzer zu Snapchat abwandern (Bild: WhatsApp)

WhatsApp Status soll verhindern, dass Nutzer zu Snapchat abwandern (Bild: WhatsApp)

In den Datenschutz-Einstellungen lässt sich festlegen, wer einen Status zu sehen bekommt. Das müssen also nicht alle sein, die die eigene Handynummer im Adressbuch haben. Ich bin jedenfalls manchmal sehr irritiert, wenn ich mitbekomme, was berufliche Kontakte in ihrer Statusmeldung preisgeben. Freunde, die den Status sehen, können aber auch direkt darauf antworten. Das läuft dann allerdings über den persönlichen Chat. Wirklich neu an dieser Snapchat-Kopie ist nur, dass die Statusmeldungen auf WhatsApp Ende-zu-Ende-verschlüsselt werden. Ich persönlich könnte aber darauf verzichten.

Nicht so leicht zu kopieren

Kann WhatsApp damit Snapchat Nutzer abjagen? Wohl eher nicht. Snap holt sich gerade frisches Geld von der Börse, um noch schneller wachsen zu können. Für Facebook ist Snap deshalb eine Bedrohung. Also wird Snapchat eifrig kopiert. WhatsApp, Facebook Messenger, Instagram – alle Messenger des Unternehmens kopieren Funktionen, für die Snapchat geliebt wird.

Dabei müssen die Kopien gar nicht mal besser sein, sondern nur so gut, dass sie die eigenen Nutzer davon abhalten abzuwandern. Die Rechnung könnte aufgehen, denn die Freunde sind ja schon dort, wo man bereits ist. Wer sich die Mühe macht, einen täglichen Status zu posten, will auch, dass dieser gesehen wird. Das ist der Vorteil von WhatsApp, da sind schon alle.

Und wie reagiert Snap nun darauf? Dort wurde etwas gefunden, das sich nicht so leicht kopieren lässt: Hardware. Spectacles, die Snapchat-Brille, lässt sich in den USA jetzt auch regulär kaufen. Ein kurzer Griff an die Brille und es wird 30 Sekunden lang aufgezeichnet, was man gerade sieht. Automatisch auf Snapchat gepostet. Ohne das Smartphone aus der Tasche geholt zu haben. Ich bin gespannt, wie Facebook das kopieren will.

Beitragsbild: Techcrunch

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2 Kommentare zu “Schön bunt: WhatsApp Status mit Fotos und Videos – und wieder von Snapchat geklaut
  1. Ist Facebook nicht aber mittlerweile recht erfolgreich darin, Snapchat zu kopieren? Angeblich hat das sogar Snaps Bewertung vor dem Börsengang negativ beeinflusst. Zuckerberg könnte damit im gefühlt zehnten Anlauf gegen die Firma erfolgreich sein, die sein Übernahmeangebot einst so „dreist“ verschmähte…

  2. Exakt mein Punkt: Die Kopien führen dazu, dass weniger Nutzer des Facebook-Imperiums zu Snapchat wechseln werden. Aber Snap schlägt bereits einen Weg ein, der sich nicht so leicht kopieren lässt. Da geht es dann nur noch um Videos: Dabei sein, wenn die Freunde etwas erleben. Ihnen per Video zeigen, was man selbst erlebt hat. Unmittelbar werden diese Erlebnisse erst, wenn man selbst eine Kamera am Körper trägt und die App auf dem Smartphone bereits im Kamera-Modus öffnet. Wenn dieser Weg konsequent gegangen wird, wird Facebook den nicht mitgehen.

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