Schluss mit dem Videobasar: Neue YouTube-Chefin will hartes Vorgehen gegen gekaufte Views

Schluss mit dem Videobasar: Neue YouTube-Chefin will hartes Vorgehen gegen gekaufte Views

Bei YouTube weht ein frischer, neuer Wind, der vor allem gegen die kleinen Betrügereien auf der Videoplattform YouTube vorgehen soll. Gekaufte Abonnenten und Views sind hier ja an der Tagesordnung, aber nicht mehr lange.

Die ehemalige Google-Managerin Susan Wojcicki, die bislang für die Werbeabteilung bei Google zuständig war, löst nun Salar Kamangar in der Stelle der Führung der Videoplattform ab. Susan ist kein unbeschriebenes Blatt. Sie vermietete Sergey Brin und Larry Page 1998 ihre Garage, in der es dann zum Firmenaufbau Googles kam. Damit ist Susan eine enge Vertraute der beiden Gründer.

Larry Page beschreibt in der New York Times Susan Wojcicki als Frau, die eine gesunde Respektlosigkeit vor dem Unmöglichen an den Tag lege. Page und Brin müssen sie gut kennen immerhin ist sie Brins Noch-Schwägerin. Susan Wojcicki ist die Schwester von 23andme-Gründerin Anne Wojcicki, der seit 2013 getrennt lebenden Frau von Brin.

Der neue Wind ist vor allem auch in Richtung „Betrügereien bei den View- und Abozahlen“ zu spüren. In einer Meldung an die Content-Ersteller sprach man dieses lang totgeschwiegene Thema an. Man richtete sich dabei vor allem an die Netzwerke und betonte, dass gekaufte Views Geldverschwendung seien und Google weiterhin verstärkt View-Zahlen verifizieren wird, um sich ein größeres Vertrauen der Nutzer in die Plattform zu erarbeiten.

Unrechtmäßige Views sind auf YouTube keine Seltenheit. Von kostenlosen Tools bis hin zu Dienstleistern, die entsprechende Produkte anbieten, findet man im Internet zahlreiche Anleitungen, eine größere Beliebtheit vorzutäuschen und damit potentielle Werbekunden zu blenden. Beliebtheit und Reichweite sind Geld – wer in beides investiert, kann am Ende profitieren.

Kein Mitleid von Google

Dass dies aber auf Kosten YouTubes geht, ist logisch. Wenn die Views gekauft werden können, sind sie nichts mehr wert und YouTube verliert als Werbeplattform seine Daseinsberechtigung. Das ist etwas, was Google verhindern will.

In der Meldung stellt Google auch noch einmal explizit klar, dass bei Verstößen gegen die Nutzungsbedingungen allein die Kanäle haften und nicht die Dienstleister, die Views und Abos anbieten. Wer dann also versucht, seinen Kanal mit „Ich wusste nicht, dass ich das nicht durfte“ oder „Das machen doch alle“ zu retten, wird auf wenig Mitleid seitens Google hoffen können.

Wojcickis Versetzung zu YouTube zeigt vor allem in welche Richtung sich die Videoplattform bewegen wird. Nicht umsonst besetzt man den CEO-Posten mit einer der wichtigsten und einflussreichsten Werbeprofis, die zur Verfügung stehen. Sie selbst freut sich ihre Erfahrungen aus dem Werbegeschäft bei YouTube mit einbringen zu können. Es bleibt zu hoffen, dass bei der ansteigenden Kommerzialisierung der Plattform die User nicht auf der Strecke bleiben.

In der Vergangenheit haben sich sowohl der Elektrische Reporter als auch Videopunk Markus Hündgen dem Thema gewidmet. Der NDR, der eine Reportage dazu drehte, musste sich sogar mit einem Netzwerk auseinandersetzen, die diese Dokumentation über Vermarktung professionelle Videomacher aus YouTube löschen ließen.

close

Neue Beiträge abonnieren!

Täglich frisch um 17 Uhr im Postfach

Themenauswahl

Änderungen jederzeit über die Abo-Verwaltung möglich – weitere Themen verfügbar

Jetzt kommentieren!

Schreibe einen Kommentar

*
*
Bitte nimm Kenntnis von unseren Datenschutzhinweisen.