ProtonMail: Kostenloser GMail-Konkurrent aus der Schweiz setzt Verschlüsselung ein

Eigentlich sollte man ja Googles Maildienst GMail den Rücken kehren, wenn man nicht länger ausgespäht und von Google vermarktet werden möchte. Schön und gut. Aber welcher andere Dienst bietet den gleichen Komfort, den gleichen praktisch unbegrenzten Speicher, dabei aber Verschlüsselung und ist dabei kostenfrei? Ein Anbieter, der diesen Wunschtraum jetzt verwirklichen will, heißt ProtonMail und kommt aus der Schweiz.

ProtonMail bietet eine Verschlüsselung direkt auf dem Rechner des Nutzers, so dass der Dienst selbst die Daten nach eigenen Angaben weder lesen, noch auswerten kann. Der Empfänger erhält einen Link, mit dem er die Mail entschlüsselt. Als Verschlüsselungs-Mechanismen verwendet ProtonMail AES, RSA und OpenPGP. Nutzerdaten werden angeblich nicht geloggt, die Server stehen in der Schweiz. Hinter dem Dienst steckt ein Team internationaler Mitarbeiter am Forschungszentrum CERN nahe Genf.

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Die Oberfläche ähnelt in der Tat ein wenig der von GMail. Finanzieren will sich der Dienst, der für den Start 100.000 Euro Fördergelder eingesammelt hat, mit einem Freemium-Modell. In der Basisversion ist der Dienst kostenlos, für darüber hinaus gehende Dienste wie mehr Speicherplatz soll ein Nutzer zahlen.

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Der Haken? Nun, den gibt es schon. So konnten wir bei uns im Test nur einen Account reservieren. Der direkte Zugang war wegen zu geringer Serverkapazitäten nicht möglich, wie die Gründer erklärten. Der überragende Zulauf von Nutzer aus aller Welt, die nach verschlüsselten E-Mail-Methoden suchten, hätten den Rahmen komplett gesprengt. Zusätzlich gebe es Probleme mit der Entschlüsselung bei einigen älteren Browser-Typen. Hier stößt der Komfort also doch an seine Grenzen. Gutes hat vielleicht doch seinen Preis, und bei Google zahlt man eben mit seinen Daten, während man für andere Dienste vielleicht doch den einen oder anderen Euro locker machen sollte.

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Ansonsten: Ein hehrer Versuch, GMail-Nutzern den sicheren Wechsel schmackhaft zu machen. Ähnlich wie der Schweizer Nachbar Threema das bei WhatsApp-Nutzern versucht. Wir hoffen, dass ProtonMails Versuche hier langfristig von Erfolg gekrönt sein werden.

Alle Screenshots: ProtonMail

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