[Update] Nur noch Android? Blackberry könnte sich leise vom eigenen Betriebssystem verabschieden

Blackberry erregte Ende vergangenen Jahres Aufsehen mit dem ersten eigenen Android-Smartphone. Es soll nicht das letzte gewesen sein. Tatsächlich könnte der kanadische Smartphone-Pionier sein eigenes System BB10 ganz zu Gunsten von Android aufgeben.

Das zumindest will das Technik-Branchenportal CNet auf der Technikmesse CES 2016 von Blackberry-CEO John Chen erfahren haben. Demnach plane Blackberry im laufenden Jahr mindestens noch ein, vielleicht sogar zwei neue Smartphones mit Android herauszubringen. Neue Geräte mit der Eigenentwicklung Blackberry 10 (BB10) seien dieses Jahr nicht mehr zu erwarten. Vielleicht sogar gar nicht mehr. Denn auch wenn Blackberry verlauten lässt, weiterhin in BB10 zu investieren und etwa noch Updates zur Verfügung zu stellen, bedeutet das nicht, dass noch neue Geräte damit auf den Markt kommen.

Update 12.1.16: Ein einem eigenen Blog-Eintrag hat Blackberry noch einmal betont, dass man BB10 die Treue halte, weiterhin darin investiere und Bestandsgeräten Updates spendiere. Von einem neuen Gerät mit BB10 ist allerdings keine Rede. Chen teilt in dem Beitrag lediglich mit, dass für dieses Jahr ein neues Android-Gerät der Kanadier in Planung ist. Nach einer langen Zukunft für BB10 klingt es auch in dem Blogbeitrag nicht. /Update

Verkaufszahlen von BB10 enttäuschten

Sollte dies wirklich so kommen, dann wären die Gründe durchaus nachvollziehbar. Zwar ist die eigene Lösung BB10 durchdacht und durchaus ansprechend zu benutzen, ihr fehlt allerdings die üppige Auswahl an nativen Apps, mit denen Apples iOS und Googles Android sich schmücken dürfen. In den jüngsten Quartalen vermeldete Blackberry manchmal nicht einmal mehr 1 Million verkaufte Geräte pro Quartal, während im gleichen Zeitraum dutzende Millionen iPhones und noch weit mehr Android-Smartphones über die Ladentheke gingen. Chen musste also eine Lösung finden, die am Konzernstandort viele lange Gesichter zurücklassen würde, aber dafür Chancen hat, am Markt den rettende Strohhalm zu sein: Android.

Auf dem ersten eigenen Android-Smartphone, dem Blackberry Priv, finden sich auch Eigenlösungen wieder, die Blackberry speziell für BB10 entwickelt hat: die Sicherheitslösung DTEK und den Blackberry Hub, der eingehende Nachrichten verschiedener Dienste chronologisch an einer Stelle sammelt.

Der Schritt, langfristig auf Android zu setzen, käme nicht von ungefähr. Bereits auf BB10 ist es möglich, Android-Apps mit eingeschränktem Zugriff auf dem System zu betreiben, sofern ein Nutzer diese von Hand (Sideload) installiert. Seit rund einem Jahr integriert BB10 außerdem den Amazon App Store, der hunderttausende Android-Apps einfach auf einem Blackberry installieren lässt.

Markt für mobile Betriebssysteme lichtet sich

Sollte Blackberry nun langfristig selbst auf ein eigenes System verzichten, dann wäre das de facto der dritte Abschied eines alternativen Smartphone-Systems in wenigen Wochen. Zuvor hatte schon Mozilla den Stecker bei Firefox OS gezogen; Jolla, der Anbieter von Sailfish OS war in finanzielle Schieflage geraten. Ob das System der Finnen sich langfristig am Markt halten kann, ist ungewiss.

Damit blieben für Smartphones neben den beiden großen Systemen Android und iOS eigentlich nur noch Microsofts Windows 10 Mobile übrig, sowie in einigen Schwellenmärkten Samsungs Tizen und Canonicals Ubuntu.

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