Apple Watch mit Kalender (Bild: Pixabay/Free-Photos)

Nur das Wichtigste: Notifications auf der Smartwatch

Die Smartwatch ist die perfekte Uhr für Nachrichtenjunkies – sofern das Unwichtige herausgefiltert wird und nicht ständig über den Touchscreen gewischt werden muss.

Niemand kauft eine Smartwatch, um darauf bloß die Zeit abzulesen. Die Chips in der Uhr ermöglichen vielmehr, nach einem schnellen Blick auf das Handgelenk zu wissen, was Sache ist. Ein Smartphone leistet dies zwar prinzipiell auch, muss oft aber erst noch aus der Tasche geholt werden. Zudem werden seine Nachrichtentöne schon mal überhört, während das dezente Vibrieren einer Smartwatch direkt auf der Haut auch in lauten Umgebungen verlässlich wahrgenommen wird.

Was wird auf die Smartwatch weitergeleitet?

Auf einer Smartwatch wird erst einmal alles angezeigt, das auch auf dem Smartphone als Benachrichtigung aufpoppt: eingehende Anrufe, SMS und Chatnachrichten, aber auch Terminerinnerungen, Kontobewegungen und niedrige Akkustände. Ein kurzer Blick auf das Display am Handgelenk, und ihr wisst Bescheid. Vor der Anschaffung einer Smartwatch solltet ihr jedoch in Erfahrung bringen, ob alle Apps und Dienste, die ihr regelmäßig nutzt, auch die Weiterleitung der Notifications auf die Smartwatch unterstützen.

Eine einzige WhatsApp-Nachricht (links) nimmt das gesamte Display einer Apple Watch ein

Eine einzige WhatsApp-Nachricht (links) nimmt das gesamte Display einer Apple Watch ein

Sofern die Benachrichtigungen auf der Smartwatch ankommen, wie sieht das konkret aus? Welchen Bereich auf dem virtuellen Ziffernblatt nehmen sie ein? Wieviel wird dadurch verdeckt? Lässt sich zum Beispiel die Uhrzeit noch ablesen? Oder müsst ihr die Nachricht erst wegwischen, um sehen zu können, wie spät es ist? Wie lange bleibt eine Nachricht eingeblendet? Wieviele stehen dort untereinander? Wie lassen sich die verpassten Nachrichten aufrufen, nachdem sie wieder ausgeblendet wurden? Um nicht in einer Nachrichtenflut zu versinken, sollten sich effektive Filter einrichten lassen. Samsung bietet dafür die App Gear Manager an. Apple dagegen lässt nicht nach Apps sortieren, sondern nach Kontakten.

Mit der Smartwatch an der Kasse zahlen

Diese Fragen laufen letztlich auf eine einzige hinaus: Muss ständig über die Smartwatch gewischt oder immer wieder eine Taste gedrückt werden? Dann wäre es vielleicht sogar leichter, schnell das Smartphone zur Hand zu nehmen! Der Vorteil der Unmittelbarkeit wäre dadurch wieder vorloren. WhatsApp hat für seine Smartwatch-App eine elegante Lösung gefunden: Textnachrichten lassen sich mit einer Sprachnachricht direkt beantworten. Auf diese Weise wird der Kommunikationsfluss nicht unterbrochen. Welche Optionen bieten das Betriebssystem der Smartwatch und die anderen Apps, die täglich genutzt werden, um schnell und direkt zu reagieren?

Notifications unter Android Wear

Notifications unter Android Wear

Eine Smartwatch ist aber nicht bloß ein Communicator. Sie kann auch ein Navigationsgerät sein. Auf dem kleinen Display wird dann einfach die nächste Richtungsänderung angezeigt: „nach 17 Metern links abbiegen“. Wie im Auto. Darüber hinaus ist die Smart Watch auch ein einmaliges Stück Hardware. Sofern ein NFC-Chip verbaut ist, lässt sich damit an der Supermarktkasse zahlen, die Wohnungstür öffnen und der Computer entsperren. Zumindest theoretisch. Hier fehlt es sicherlich noch an konkreten Anwendungen.

Was die Zukunft bringt

Wer von der Smartwatch-Idee begeistert ist, aber aktuelle Modelle zu klein findet, der sollte sich die Rufus Cuff anschauen. Die übergroße, per Crowdfunding finanzierte Smartwatch wird vom Hersteller auch Wrist Communicator genannt. Auf einem 3,2 Zoll großen Display werden 400 x 240 Pixel angezeigt. Vor allem aber läuft Android und nicht das eingeschränkte Android Wear auf dem Gerät. Ein größerer Akku ist ebenfalls eingebaut. Alltagstauglich ist das Modell dennoch nicht. Erst einmal fehlt ein Internetzugang per Mobilfunk. Dann hat das Unternehmen seine ursprüngliche Strategie geändert und bietet die Rufus Cuff jetzt zum Beispiel als mobilen Computer für die Lagerhaltung an. Wer eine übergroße Smartwatch mit SIM-Karten-Slot sucht, sollte sich die Neptune Pine anschauen.

Die Rufus Cuff ist eine übergroße Smartwatch, die unter einem vollwertigen Android läuft (Bild: Rufus)

Die Rufus Cuff ist eine übergroße Smartwatch, die unter einem vollwertigen Android läuft (Bild: Rufus)

Auch wenn beide Modelle schon nicht mehr up to date sind, sie versuchen, aus der kleinen Smartwatch mehr herauszuholen. WhatsApp setzt, wie oben schon beschrieben, auf Sprache. Tatsächlich könnten wir bald schon wie Agenten des Secret Service in das Mikrofon am Handgelenk sprechen. Wahrscheinlicher jedoch ist, dass sich kleine Bluetooth-Kopfhörer wie der Braghi Dash, der wie ein Knopf im Ohr getragen wird, irgendwann mit der Smartwatch koppeln lassen. Sofern die Kommunikation mit einem persönlichen Sprachassistenten immer besser wird, könnte sogar ganz auf ein Display am Handgelenk verzichtet werden. Die Technik könnte auch in einem anderen Wearable stecken. Denkbar ist auch die Kombination einer Smartwatch mit einer Brille, in die ein Display eingearbeitet wurde.

Das ist aber noch Zukunftsmusik. Aktuell werden die Spitzenmodelle erst richtig smart, indem sie nicht mehr auf das Smartphone angewiesen sind. Die Modelle Samsung Gear S3, LG Watch Sport und Huawei Watch 2 können alle selbstständig über LTE funken, da sie einen Steckplatz für eine SIM-Karte verfügen. Das ist der nächste Schritt.

Titelbild: Pixabay/Free-Photos

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