Nicht nur Samsung: Drei neue Smartwatches von Nissan, Sony und Qualcomm

Deutschland ist angesichts der Messen IFA und IAA derzeit im Technikfieber. In Berlin präsentierte Samsung mit viel Getöse die neue Smartwatch „Galaxy Gear„. Gesprächen mit Messebesuchern und anderen Technikjournalisten zu Folge, spaltet die Uhr die Betrachter in genau zwei Lager: Fans und solche, die für die Uhr keine Verwendung sehen.

Während Samsung die volle Aufmerksamkeit gewiss war, gerieten drei andere neue Smartwatches fast ein wenig in den Hintergrund. Dabei werden sie teilweise von den Beobachtern noch besser eingeschätzt als Samsungs Modell. Sony präsentierte die „SmartWatch 2“, Qualcomm die „Toq“ und Automobilhersteller Nissan ein ganz besonderes Modell: die „Nismo Watch“.

Nissan Nismo Watch

NissanNismoWatch

Vor allem die Nismo Watch unterscheidet sich erheblich von den Konkurrenzmodellen, richtet sie sich doch vor allem an Autofahrer, um nicht zu sagen: Rennfahrer. Die Nismo Watch liefert dem Fahrer biometrische Daten ans Handgelenk, so auch Puls und eine Empfehlung dazu („Jetzt besser etwas weniger Gas geben“), die aktuelle Geschwindigkeit oder Informationen zum Wetter und den Straßenverhältnissen. Sie kann aber auch Tweets und Mails anzeigen. Nissan stellt die Uhr auf der IAA in Frankfurt vor. Die Nismo Watch verbindet sich via Bluetooth mit der Bordkonsole oder dem Smartphone, der Akku soll unter normalen Bedingungen bis zu sieben Tage durchhalten. Die Japaner stellen das Konzept der Armreifen-artige Uhr in einem Video vor. Es soll sich leider erst einmal nur um ein marktreifes Konzept handeln, zu Preisen und Verfügbarkeit hat sich Nissan leider noch nicht geäußert:

Sony SmartWatch 2

SonySmartWatch2

Zu kaufen geben wird es dafür die Sony SmartWatch 2 schon Ende September für 199 Euro. Sony gibt die Akkulaufzeit bei normaler Nutzung mit drei bis vier Tagen an. Sie muss ebenso wie die Galaxy Gear via Bluetooth mit einem Smartphone gekoppelt werden. Die Oberfläche wirkt wie das eines geschrumpften Smartphones und vielleicht etwas weniger elegant als Samsungs Lösung. Dafür lassen sich die Apps der SmartWatch 2 aus dem Play Store laden. Die Auflösung des 1,6-Zoll-Displays ist mit 220 x 176 Pixeln etwas geringer als bei der Galaxy Gear, dafür ist die SmartWatch 2 wasserfest und mit allen Android-Telefonen ab der Version 4.0 kompatibel.

Qualcomm Toq

QualcommToq

Chiphersteller Qualcomm blickt über den eigenen Tellerrand und präsentierte auf der IFA – auch ohne einen eigenen Stand – einen Smart-Home-Chip und die Smartwatch Toq. Die Toq ist deutlich schlanker als die Galaxy Gear, ihr spezielles Display mit der Eigenentwicklung „Mirasol“ soll selbst bei starkem Sonnenlicht gut erkennbar bleiben – und dabei nur wenig Strom verbrauchen (bei normaler Nutzung drei bis fünf Tage). Man soll sie kabellos wieder aufladen und mit jedem Android-Smartphone ab der Version 4.0.3 koppeln können. Nachteil: ein etwas älterer Prozessor und kein eingebautes Mikro oder ein Lautsprecher – ein Bluetooth-Headset wird auf Wunsch mitgeliefert. Leider soll es die Toq nur in limitierter Auflage in den USA geben. Der Preis wird zwischen 300 und 350 US-Dollar taxiert. Wann sie erscheinen soll, ist noch nicht klar.

Zum Vergleich: Samsung Galaxy Gear

Galaxy Gear-008-Set1 Side_Six

Samsung stellte die Galaxy Gear bereits am vergangenen Mittwoch vor. Das Touchscreen-Modell aus hochwertigem Aluminium überzeugte die Redaktion des EURONICS-Trendblogs mit einer intuitiven Oberfläche und einer guten Verarbeitung. Auch die Möglichkeit, damit zu telefonieren, ist clever gelöst. Kritikpunkte sind die geringe Akkulaufzeit, die Samsung mit nur einem Tag angibt und die Notwendigkeit, die Gear mit einem Galaxy-Smartphone der neuesten Generation wie dem Galaxy Note 3 und dem Galaxy S4 zu koppeln. Sie soll knapp 300 Euro kosten.

Fazit: Stärken und Schwächen bei allen

Im Vorteil ist der, der liefern kann. Qualcomm und Nissan mögen hier sehr schöne Modelle vorgestellt haben, man wird sie allerdings so schnell nicht kaufen können. Die Smartwatches von Sony und Samsung gibt es schon jetzt. Sony hat hier den Vorteil der längeren Akkulaufzeit und des um 100 Euro niedrigeren Preises. Samsung hat dafür das bessere Display und das etwas elegantere Bedienkonzept. Die Schwäche bei Qualcomm dürfte der Prozessor sein, während Nissan noch nicht viel mehr gezeigt hat als eine Konzeptstudie. An Smartwatches wird es uns zumindest nicht mehr mangeln. Kleinere Hersteller haben längst ihre Modelle vorgestellt, die Großen ziehen jetzt nach.

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