Nicht ganz sauber? Dieses Kyocera-Smartphone könnt ihr waschen

Kyocera hat ein Smartphone vorgestellt, das man mit Wasser und Seife waschen kann. Dumm klingt das eigentlich nicht, aber die Herangehensweise ist gruselig, und findige Köpfe werden sich fragen, warum Kyocera nicht noch einen Schritt weiter geht.

Nicht ganz sauber? Dieses Kyocera-Smartphone könnt ihr waschen

Hin und wieder bekommt so ein Smartphone auch mal ein bisschen Dreck ab. Vielleicht knetet ihr gerade einen Teig – soll ja vorkommen – und euer Chef ruft im selben Moment an. Dass Bakterien auf einem Touchscreen Party feiern, dürfte nichts Neues für euch sein. Kurzum: Es gibt Gründe, aus denen man sein Smartphone hin und wieder einmal waschen kann.

Verträgt jetzt auch Duschgel

Kyocera hat das jetzt wörtlich genommen und das Rafre vorgestellt, ein waschbares Smartphone. Das kommt in drei bunten Farben daher (pink, weiß oder hellblau), soll sich dank einiger Gesten auch ohne Berührung benutzen lassen und resistent gegen warmes Wasser sein. Schon vor gut einem Jahr hatte Kyocera ein Smartphone vorgestellt, das sich waschen ließ. Im Vergleich zum alten, das nur Handschaumseife vertrug, soll das Rafre auch mit „schäumender Körperseife“ klarkommen – wo auch immer da der gravierende Unterschied ist.

Anscheinend haben die Japaner hier wirklich Köche als Kaufgruppe im Visier. Denn integriert ins Rafre ist eine Koch-App, die sich alleine mit den benannten Gesten bedienen lässt. Ein Waschen wäre da gar nicht mehr nötig. Trotzdem hat Kyocera genau das im Sinn und stellt die Vorzüge des Rafre in einem kurzen, tonlosen und irgendwie sonderbar anmutenden Video vor:

Die Art und Weise, wie die Testperson hier das Gerät wäscht und dabei herzt, wirkt auf mich befremdlich, ich kann mir da nicht helfen. Und dann wäre da noch die Frage, wie sich das Kycera Rafre von anderen Smartphones unterscheidet, die ebenfalls wasserdicht sind. Von Sonys Xperia-Reihe können das einige Geräte, Samsungs Galaxy S7 (Edge) beherrscht das und auch das iPhone 7. Diese kann man untertauchen, einige sind – je nach Standard – auch badewannengeeignet. Also könnte man sie im Prinzip auch vorsichtig waschen. Kyocera gibt für das Rafre stolze IPX8 als Wasserfestigkeit an – den höchsten Grad, der einen dauerhaften Schutz gegen Untertauchen gewährleisten soll. Das hat wahrlich nicht jedes wasserfeste Smartphone.

Und auch ansonsten lesen sich die Highlights des Kyocera Rafre nicht so schlecht:

  • 5,0-Zoll-HD Display
  • 3.000 mAh-Akku -> für die Display-Größe ist das üppig
  • Smart Sonic Receiver -> Kyocera benutzt hier die Knochenleitung statt eines Lautsprechers. Nutzer müssen sich das Rafre beim Telefonieren dann nicht mehr direkt vors Ohr halten.
  • Android 7.0 -> die aktuelle Android-Version haben längst noch nicht alle Smartphones, die neu auf den Markt kommen.
  • 13-Megapixel-Hauptkamera und 5-Megapixel-Frontkamera
  • 16 GB ROM (wenig, aber erweiterbar) und 2 GB RAM (unterer Durchschnitt)

Zum Prozessor macht Kyocera leider keine Angaben, zum Preis auch nicht. Vorgesehen ist das Rafre aber ohnehin vorerst nur für den japanischen Markt.

Tja, ist das schade? Ich weiß nicht so recht. Hygienischer wäre es wahrscheinlich schon, das Smartphone hin und wieder zu waschen. Aber ganz ehrlich: Wie oft würde man das tun? Und könnte man dem Gerät die gleiche Liebe entgegenbringen, wie Kyocera in dem Video?

Geht da nicht noch mehr?

Und dann muss zuletzt natürlich auch die rhetorische Frage gestellt werden, ob das denn so praktisch ist. Handwäsche – pff. In die Waschmaschine müsste so ein Ding können, möglichst bei 1.800 Umdrehungen. Dann hätten wir ein Alleinstellungsmerkmal. Zumal es dann nichts mehr ausmachen würde, das Smartphone vor der Wäsche in der Hose zu vergessen (mir schon passiert). Aber ich vermute, das wäre technisch noch etwas schwerer umzusetzen als das, womit Kyocera jetzt das Rafre ausgestattet hat.

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