Nach der erfolgreichen iPhone-Entschlüsselung durch das FBI: Wie gefährdet sind die Handy-Daten jetzt?

Der Rechtsstreit zwischen den US-Behörden und Apple über den prinzipiellen Zugang zu privaten Handy-Daten spitzt sich weiter zu – und ist nach dem erfolgreichen Hacken eines iPhones durch das Federal Bureau of Investigation gleichzeitig beendet. Jetzt kann das FBI jedes iPhone der Welt entschlüsseln.

Es war nicht so einfach, wie sich das Experten des FBI zunächst vorgestellt hatten: Trotz eines Gerichtsbeschlusses, der Apple verpflichten sollte, Daten eines iPhones zu hacken, hat sich das Unternehmen bis heute geweigert, die automatische Verschlüsselung des Handyspeichers aufzuheben, die sowohl Apple wie auch Google als Reaktion auf die Enthüllungen von Edward Snowden im Jahr 2014 eingeführt hatten. Apple hatte dabei auch immer wieder auf den großen technischen Aufwand verwiesen. Selbst der Einsatz so genannter Brute-Force-Angriffe, bei denen alle nur denkbaren Zahlenkombinationen bis zum möglichen Erfolg ausprobiert werden, blieb ergebnislos. Nicht zuletzt die eingebaute Option der kompletten Speicherlöschung nach zehn erfolglosen Eingaben falscher Kombinationen setzte den Spezialisten der Behörden schwer zu. Daraufhin hatten die staatlichen Instanzen die Forderungen an Apple in dieser Sache sogar fallengelassen.

Apple lehnt Entschlüsselung von iPhone-Daten weiter ab

Jetzt aber hat die US-Bundespolizei FBI bereits mindestens ein iPhone eines islamistischen Terroristen erfolgreich selbst entschlüsselt. Voraussetzung dafür sei laut FBI gewesen, dass zuvor die nötige Berechtigung für die Aktion eingeholt wurde. Und natürlich habe man sich dabei „im Rahmen bestehender Gesetze und der FBI-Richtlinien“ bewegt. Der Streit mit Apple sei damit beigelegt, denn für die Entschlüsselung von iPhones sei „die Mithilfe des Technologiekonzerns nicht länger nötig“, so der selbstsichere Wortlaut eines Schreibens des Justizministeriums an das Gericht. Den freiwilligen „Einbau einer Hintertür“ für Datenausspähungen auf dem iPhone lehnt Apple-CEO Tim Cook indessen auch weiterhin konsequent ab und erhält dafür unter anderem Unterstützung von Bürgerrechtlern. In einem Statement bekräftigt das Unternehmen, dass Apple vielmehr fest daran glaube, „dass die Menschen in den USA und in der ganzen Welt ein Recht auf Datenschutz, Sicherheit und Privatsphäre haben.“ Das Eine für das Andere zu opfern, würde Menschen nach fester Überzeugung von Apple „einer nur noch größeren Gefahr aussetzen.“

Der Universalschlüssel in den Händen des FBI

Offenbar bedient sich das FBI für die iPhone-Entsperrung der Hilfe externer Spezialisten, deren Identitäten bislang aber nicht offiziell preisgegeben worden sind. Auch über die Entschlüsselungsmethode ist nichts nach außen gedrungen. Nicht bestätigten Gerüchten zufolge soll es sich bei der „dritten Partei“ um das israelische Unternehmen Cellebrite Ltd. handeln. Cellebrite hat sich auf das Auslesen geschützter Daten aus digitalen Endgeräten spezialisiert. In früheren Aussagen hatte das FBI immer bekräftigt, man wolle iPhone-Entsperrungen bei Ermittlungsverfahren nicht im großen Stil umsetzen und „auf einen Universalschlüssel verzichten.“ Jetzt scheinen das Federal Bureau of Investigation und deren technische Dienstleister aber über genau so einen Universalschlüssel und der Anwendungsoption auf breiter Front zu verfügen – mit heute noch nicht vollständig absehbaren möglichen Folgen für alle iPhone-Besitzer.

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