Nach dem Streit zwischen Apple und dem FBI: WhatsApp-Verschlüsselung jetzt für alle Systeme

Nach dem Streit zwischen Apple und dem FBI: WhatsApp-Verschlüsselung jetzt für alle Systeme

Fehlende Verschlüsselung, unzureichender Datenschutz – WhatsApp ist beim Thema Sicherheit seit längerem in der Kritik. Jetzt hat der Messenger nachgebessert – und soll ab sofort für Nutzer aller Systeme „absolut safe“ sein.

Hohe Wellen hatte die Auseinandersetzung zwischen Apple und dem FBI um die prinzipielle Entschlüsselung von iPhone-Daten geschlagen. Wohl nicht zuletzt aufgrund der daraus entstandenen öffentlichen Debatten hat der Messenger WhatsApp jetzt eine systemübergreifende End-to-End-Verschlüsselung eingeführt. Damit seien, nach Aussagen des Dienstes, der mittlerweile von mehr als einer Milliarde Menschen genutzt wird, alle WhatsApp-User-Daten vor dem Zugriff Dritter geschützt. Nachdem Nachrichten für Android-User bereits seit längerem sicher sein sollen, gibt der zu Facebook gehörende Messenger jetzt bekannt, dass der Dienst ab sofort auch für Nutzer von iPhone, Windows Phone, Blackberry, Nokia S40 und S60 sowie BB10 über eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung abgesichert ist. Neben Chats werden auch Anhänge, Anrufe, Sprachnachrichten und Gruppenchats direkt auf dem Versendegerät verschlüsselt. Die Entschlüsselung erfolgt wiederum erst auf dem Empfangsgerät. Weder WhatsApp selber noch sonstige „dritte Parteien“ hätten damit Zugriff auf die Nachrichten der User. Sogar die komplette Authentizitätsverschlüsselung eines Users steht ab sofort über den Security Code optional zur Verfügung.

Die neue WhatsApp-Verschlüsselung: So funktioniert’s

Was ihr als WhatsApp-Nutzer jetzt tun müsst um in den Genuss der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zu kommen? Im Prinzip nichts, denn die Funktion wird standardmäßig aktiviert. Voraussetzung ist lediglich, dass alle an einem Chat beteiligten User die aktuelle Version der Messenger-App installiert haben. Kontrollieren könnt ihr die aktive Verschlüsselung an einer eingeblendeten Nachricht im WhatsApp-Chat-Fenster mit der Information, dass Anrufe und Nachrichten des Chats über die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gesichert sind. Hierbei ist es egal, ob es sich um Texte, Fotos oder Videos handelt.

Auch die neue WhatsApp-Sicherheit hat ihre Lücken

Experten bewerten die neue Verschlüsselungsfunktion von WhatsApp als einen Meilenstein der Datensicherung. Das End-to-End-System gewährleistet immerhin, dass Nachrichten, selbst wenn sie von Dritten abgefangen werden sollten, zumindest nicht gelesen werden können. So chattet immer ein gutes Gefühl der Sicherheit mit. Aber es gibt auch nach dem Sicherheits-Update weiterhin Schattenseiten, derer man sich bewusst sein sollte: Kritiker bemängeln zum Beispiel, dass WhatsApp-Nachrichten immer noch ausschließlich über Server in den USA laufen. Auch sollte man daran denken, dass die Daten zwar beim Versand von Endgerät zu Endgerät geschützt sind, nicht jedoch auf den Geräten selber, noch weniger natürlich, wenn Daten in einer Cloud abgelegt werden. Zudem ist in den AGBs von WhatsApp nach wie vor das Recht zur Speicherung von User-Metadaten durch den Anbieter verankert. Und auch wenn Inhalte von Chats jetzt praktisch nicht mehr nachvollziehbar sind, weiß WhatsApp dennoch sehr wohl, wann ihr Daten verschickt und an wen.

Es darf davon ausgegangen werden, dass dem Anbieter bei der Aktivierung des Security-Updates wohl nicht ausschließlich die Erhöhung der Datensicherheit für seine User am Herzen gelegen ist, sondern nach dem schlagzeilenfüllenden Apple-FBI-Streit auch die präventive Vermeidung ähnlicher Auseinandersetzungen mit Strafverfolgungsbehörden. Ein Schritt in die richtige Richtung ist die Einführung der End-to-End-Verschlüsselung für alle WhatsApp-Nutzer aber in jedem Fall.

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