Myfirst Fone R2 im Test: Schicke Kinder-Smartwatch mit eSIM

Das Myfirst Fone R2 ist eine vielseitige Uhr für Kinder und bietet überraschend viel. Zwar ist nicht alles perfekt, aber im Test gefällt uns das Gadget trotzdem.

Myfirst Fone R2 im Test: Schicke Kinder-Smartwatch mit eSIM
Foto: Sven Wernicke

Der Hersteller Myfirst ist auf moderne Geräte für Kinder spezialisiert. Mit dem Fone R2 erhält dein Nachwuchs eine vollwertige Smartwatch, die komplett unabhängig von einem Smartphone funktioniert. Möglich macht’s ein 4G-Funkmodul mit eSIM. Zugleich gibt es viele Funktionen zum Schutz. Die, und das sei schon vorab gesagt, sind allerdings nicht kostenlos. Andererseits hat Myfirst ein umfangreiches Komplettpaket parat, das für Eltern und Kids gleichermaßen sinnvoll ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Myfirst Fone R2 ist eine Smartwatch für Kinder.
  • Nötig ist ein Abo, das pro Monat 9,99 Euro kostet.
  • Alles in allem erhältst du ein stimmiges Gesamtpaket für Groß und Klein.

Das ist das Myfirst Fone R2

Es ist sicherlich kein Zufall, dass Myfirst den Namen „Fone“ für seine Smartwatch wählte. Denn letztlich treffen bei dem Fone R2 Funktionen eines Smartphones auf die einer Smartwatch. Kinder können mit dem Hybriden telefonieren, Fitnessdaten abrufen, Musik hören oder gar Fotos schießen und Videogespräche führen.

Eine hübsche Verpackung fehlt nicht. (Foto: Sven Wernicke)
Eine hübsche Verpackung fehlt nicht. (Foto: Sven Wernicke)

Das Myfirst Fone R2 richtet sich an Eltern mit Kindern im Alter von 5 bis 12 Jahren. Sinnvoll ist es zweifelsohne, dass sich die „Kleinen“ bereits mit der Uhrzeit beschäftigen oder zumindest in der Lage sind, smarte Geräte zu bedienen. Das 1,3 Zoll große AMOLED-Display besitzt einen Touchscreen, ebenfalls stehen noch weitere Tasten am Gehäuserand zur Verfügung. Der sogenannte Magic Button auf der Oberseite lässt sich individuell belegen.

Technische Daten Myfirst Fone R2

SpezifikationMyfirst Fone R2
Gewicht47,9 g
Display1,3 Zoll (360 x 360 Pixel)
Super AMOLED
ProzessorSpeadtrum SL8541E
RAM1 GB
Interner Speicher8 GB
BetriebssystemFoneOS
Akku605 mAh
Laufzeit zirka 1 Tag
SchutzIP68
KonnektivitätBluetooth 4.2, Wi-Fi 2.4 GHz
GPS-SystemeGPS
Mobilfunk4G LTE, eSIM
SensorenG-Sensor, Herzfrequenzsensor
Verfügbare FarbenMacaron Rosa, Beerenmischung, Zuckerwatte-Mix, Acai Lila, Nougat Weiß

Neben dem Display befindet sich eine 5-MP-Weitwinkel-Kamera, die Kinder für Videotelefonie und Fotoaufnahmen nutzen können. Zugleich lassen sich Sprachnachrichten verschicken, auch eine Art Kommunikation ohne Tippen ist mittels spezieller Emojis vorhanden.

Zusätzlich gibt’s eine Herzfrequenzüberwachung und Schrittzähler, einen MP3-Player und GPS-Tracking mit Echtzeit-Ortung, einstellbaren Zonen und Geo-Fence-Benachrichtigungen.

Myfirst nennt das verwendete Betriebssystem FoneOS, letztlich handelt es sich allerdings um ein angepasstes und auf die Zwecke reduziertes Android. Das Fone R2 ist also eher ein Android-Smartphone im Gewand einer Smartwatch. Doch schlimm ist das wirklich nicht.

Myfirst Fone R2 im Praxistest: Anfänglich irritierend

Ohne Smartphone klappt’s mit dem R2 nicht, denn nur in der App Myfirst Circle findet die Ersteinrichtung und die Konfiguration statt. Aber das ist logisch, denn im besten Fall übernehmen die Eltern via Mobiltelefon die Kontrolle, während das Kind die Smartwatch im Alltag trägt. Ist alles ordnungsgemäß eingestellt, läuft die Uhr also auch ohne gekoppeltes Telefon in der Nähe.

Auf der Rückseite befinden sich die Sensoren für die Gesundheitsdaten sowie der Anschluss für das Ladegerät. (Foto: Sven Wernicke)
Auf der Rückseite befinden sich die Sensoren für die Gesundheitsdaten sowie der Anschluss für das Ladegerät. (Foto: Sven Wernicke)

Zugegeben: Die ersten Schritte mögen etwas irritierend sein, doch nach einigen Minuten finden sich auch Laien gut zurecht. Tatsächlich ist der Funktionsumfang beachtlich, denn du definierst etwa virtuelle Geozäune, in denen sich dein Kind bewegen „darf“. Verlässt es diesen Bereich, erhältst du eine Benachrichtigung. Die GPS-Verfolgung erlaubt es dir, die Position deines Sohnes oder deiner Tochter festzustellen. Und auch einen SOS-Alarm kannst du festlegen, bei dem die Träger:innen Hilfe anfordern können.

Interessant ist das Myfirst-eigene Netzwerk: Um das Kind zu schützen, erhalten nur genehmigte Kontakte die Möglichkeit, das „Treiben“ der Kinder zu sehen. Ähnlich wie in einem sozialen Netzwerk können sie kurze Beiträge verfassen, Emojis auswählen oder ein Foto mit der Kamera schießen und dieses hochladen. Familienmitglieder sind sozusagen Follower:innen und sehen, wenn’s was Neues gibt. Eine nette Idee.

Hinzu kommen etliche andere Aspekte wie z.B. das Definieren von Schul- und Unterrichtszeiten. In diesen darf niemand anrufen. Die Herzfrequenzüberwachung und das Zählen der Schritte erfolgen direkt an der Uhr, während Eltern nur Warnmeldungen (z.B. bei zu hoher Herzfrequenz) erhalten. Das ist sehr gut gelöst.

Schön ist das helle Display. Und natürlich bekommst du viele Ziffernblätter. (Foto: Sven Wernicke)
Schön ist das helle Display. Und natürlich bekommst du viele Ziffernblätter. (Foto: Sven Wernicke)

Und nicht zu vergessen: Es gibt freilich einige wählbare Ziffernblätter. Kids dürfen ihre Uhr also individualisieren.

Abo benötigt: Das musst du wissen

Kaufst du das Myfirst Fone R2 und richtest die Uhr ein, beginnt die 30-tägige Testmitgliedschaft. Kostenlos kannst du alle Funktionen ausprobieren, die auch unbeschränkte (Video-)Telefonie und Datenübertragungen enthalten.

Nach Ablauf dieser Testphase kostet das Abo zur weiteren Verwendung aller Features 9,99 Euro pro Monat. Du bist allerdings stets an Myfirst gebunden, trotz eSIM kannst du nicht den Provider wechseln.

Kündigst du das Abo, was jeden Monat möglich ist, stehen keine Online-Dienste mehr zur Verfügung, die Uhr lässt sich dann nicht mehr vernünftig verwenden.

Ebenso wichtig zu wissen: Du benötigst bereits bei der Registrierung eine Kreditkarte.

Software und Akkulaufzeit

Im Direktvergleich zum aktuellen WearOS-Betriebssystem einer Samsung Galaxy Watch8 Classic wirkt das FoneOS auf den ersten Blick abgespeckt, unspektakulär und überaus vereinfacht. Und ja – gerade das Hangeln durch die Menüs direkt an der Uhr könnte intuitiver und ansprechender sein. Dennoch ist es schon erstaunlich, dass Myfirst den Spagat zwischen Funktionsumfang und Eingängigkeit solide meistert. Wer sich mit den Möglichkeiten beschäftigt, findet sich schnell zurecht: Das gilt für Eltern und Kinder gleichermaßen.

Die falsch übersetzte Information bekommst du häufiger zu Gesicht. (Foto: Sven Wernicke)
Die falsch übersetzte Information bekommst du häufiger zu Gesicht. (Foto: Sven Wernicke)

Altmodisch ist das Übertragen von MP3-Dateien. Das ist aus heutiger Sicht dann doch recht unkomfortabel, Musikstreaming-Dienste wie Spotify unterstützt die Smartwatch nicht. Generell kannst du nicht einfach selbst Android-Apps installieren und so neue Möglichkeiten integrieren. Das FoneOS ist in sich geschlossen, was sicherlich der Sicherheit des gesamten Systems förderlich ist.

Ernüchternd ist die Akkulaufzeit. Wer das GPS-Tracking verwenden möchte und die Smartwatch zum Hören von Musik nutzt, merkt schnell: Nach weniger als einem Tag muss das Myfirst Fone R2 wieder auf die Ladestation. Das ist in Anbetracht der Größe des Akkus nicht nachvollziehbar.

Auffällig ist, dass sich die Laufzeit gravierend verkürzt, wenn der Mobilfunkempfang gerade schlecht ist oder die Kamera häufiger im Einsatz ist. Doch die alltägliche Nutzung ist sicherlich sehr individuell: Die einen interessieren sich mehr für die Anzahl der getätigten Schritte, die anderen wollen Emojis an Freunde verschicken. Am Schluss aber reicht der Akku gerade so, um die Uhr nicht mehrfach am Tag aufladen zu müssen.

Vorteile und Nachteile des Myfirst Fone R2

Nicht alles ist perfekt, Kritik muss sich die Smartwatch von Myfirst gefallen lassen. Doch um es zu betonen: Die Vorzüge überwiegen unserer Auffassung nach.

Vorteile:

  • Funktionsumfang: GPS-Tracking, Benachrichtigungssystem (virtuelle Zäune) und Social-Media-Ansätze zeigen, dass sich Myfirst viele gute Gedanken gemacht hat.
  • Schick und leicht: Das Myfirst Fone R2 ist in quirligen Farben erhältlich und angenehm leicht. Kinder wollen die Uhr gerne tragen.
  • Sehr gutes Display: Highlight ist zweifelsohne das knackscharfe, helle Display der Uhr.
  • Stimmiges Gesamtpaket: Trotz Notwendigkeit eines Abos ist das Gebotene überzeugend. Du erhältst schließlich ein zuverlässiges Gesamtpaket zum Schutz deines Kindes.

Nachteile:

  • Recht kurze Akkulaufzeit: An manchen Tagen kommt dein Kind nicht über den Tag. Dann musst du die Uhr mittels eines speziellen Ladekabels aufladen.
  • Software: Hier und da wirkt das FoneOS nicht ganz ausgereift. Die Bedienung ist manchmal etwas sperrig, die Smartphone-App sieht altmodisch aus. Und MP3s hochladen ist nicht bequem.
  • Abo-Pflicht: Der Hersteller kommuniziert etwas zu versteckt die Notwendigkeit eines Abos. Ohne Abonnement ist die Smartwatch nicht vernünftig verwendbar.
  • Technisch durchschnittlich: Gegenüber Smartwatches für Erwachsene und aktueller Smartphone-Technik hinterlässt das Gebotene einen technisch sehr einfachen Eindruck. Die Kamera reicht immerhin für Schnappschüsse, der Prozessor genügt für die vorhandenen Funktionen.

Fazit: Empfehlung für ältere Kinder

Jedes Kind entwickelt sich individuell, daher lässt sich kaum eine klare Altersempfehlung für das Myfirst Fone R2 aussprechen. Aber: Können deine Tochter oder dein Sohn bereits die Uhrzeit lesen und befinden sich in einer Phase der zunehmenden Selbstständigkeit („Ich will alleine zur Schule gehen!“), dann ist die Smartwatch das richtige Gadget für den Nachwuchs. Und natürlich auch für die Eltern, die die Kontrolle behalten wollen und im besten Fall gemeinsam mit ihrem Kind entscheiden, wie viel „Überwachung“ sinnvoll ist.

Am Design gibt es nichts zu nörgeln. Die Software könnte noch etwas mehr Überarbeitung vertragen. (Foto: Sven Wernicke)
Am Design gibt es nichts zu nörgeln. Die Software könnte noch etwas mehr Überarbeitung vertragen. (Foto: Sven Wernicke)

Hersteller Myfirst gibt dir mit dem Fone R2 eine solide Basis an die Hand. Die Uhr bringt sehr viele praktische und natürlich auch unterhaltsame Funktionen mit. Dazu gesellt sich ein hübsches, robustes und wasserdichtes Gehäuse – das dürfte den Kleinen prima gefallen.

Einen Punktabzug gibt es für die Abo-Pflicht, was man als Käufer:in fast übersieht. Andererseits wird dir für die knapp 10 Euro im Monat ein funktionierendes Konzept geboten, bei dem du nicht auf Datenvolumen oder limitierte Gesprächszeit achten musst.

Für den Nachfolger würden wir uns eine etwas modernere Technik freuen – was möglich ist, zeigen aktuelle Smartwatches für Erwachsene. Zudem könnten Apps und Menüs gerne etwas frischer aussehen. Das ist allerdings Nörgelei auf gehobenem Niveau, denn insgesamt bietet das Myfirst Fone R2 viel zum unserer Auffassung nach angemessenen Preis.

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