Mozilla Firefox setzt auf eingebaute Werbung. Gezwungenermaßen?

Mozilla Firefox setzt auf eingebaute Werbung. Gezwungenermaßen?

Mit einer neuen Werbeform im eigenen Browser möchte sich Mozilla etwas Geld dazuverdienen. Öffnet man demnächst im Browser einen neuen Tab, bekommt man dort nicht nur seine meistbesuchten Seiten zu sehen, sondern ebenfalls Empfehlungen von Sponsoren. Diese Werbung soll man nachträglich abschalten können – sie wird aber von Haus aus aktiviert sein.

Zuerst soll es den Desktop-Browser von Mozilla treffen. Firefox für Android und Firefox OS sollen danach folgen. Wann genau Mozilla damit anfangen will, die Werbung einzublenden, ist noch nicht bekannt. Derzeit befinde man sich in Verhandlungen mit potentiellen Content-Anbietern, die diese Werbeform nutzen wollen würden.

Wenig Freude auf ein „zweites Google“

Die Reaktionen im Netz darauf sind größtenteils ablehnend. Zwar kennt man Werbung auch aus anderen Browsern, aber Mozilla hatte bislang immer eine wichtige Rolle als scheinbarer Gegenpart zu Google eingenommen. Da man nun selbst Werbeplätze verkauft, begibt man sich laut einiger User auf die gleiche Seite wie Google. Dort stand man jedoch schon seit Jahren.

Wieso setzt Mozilla genau in diesem Jahr auf Werbung? Bislang wurde die Mozilla-Stiftung tatsächlich zum größten Teil von Google finanziert. Google zahlte Mozilla einen nicht genau genannten Betrag, damit Google als voreingestellte Suchmaschine im Browser aktiviert war. Schätzungen gingen davon aus, dass Mozilla damit zeitweise 90 Prozent seiner Einnahmen generierte.

Kooperationsvertrag wird neu verhandelt

Schon 2011 dauerten die Vertragsverhandlungen zur Verlängerung dieses Abkommens länger als angenommen. Grund hierfür war die aufsteigende Popularität von Google Chrome. Mit einer eigenen Browser-Alternative zum Internet-Explorer war Google nicht mehr darauf angewiesen, sich mit Mozilla zu einigen. In diesem Jahr wird der Vertrag zwischen Mozilla und Google erneut verhandelt und die Verhandlungsbasis für Mozilla ist reichlich dünn.

In den vergangenen drei Jahren hat sich Google Chrome immer mehr zu einer fortschrittlichen Browser-Alternative entwickelt. Im weltweiten Vergleich sind Chrome und Firefox nahezu gleichauf. Google entwickelt seinen Browser immer mehr zu einem eigenen Ökosystem. Dass es zu einer erneuten Einigung kommen wird, ist also ungewiss. Die Werbung im eigenen Firefox-Browser kann man als Zeichen deuten, mit dem sich Firefox von Google loslösen will, vielleicht sogar muss.

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