Mobiltelefone, die nicht ablenken – Feature Phones und Seniorenhandys

Ein Smartphone wollte mein Vater ausdrücklich nicht haben, das Handy sollte einfach nur telefonieren können. Vor einigen Jahren habe ich ihm dann ein Feature Phone gekauft, doch mit über achtzig Jahren mussten es jetzt doch die große Tasten eines Seniorenhandys sein. Ein kleiner Ratgeber.

Es ist schon erstaunlich, was ein Smartphone mittlerweile alles kann. All jenen, die jedes Jahr den neuen Geräten hinterherjagen, sei ihre Begeisterung von Herzen gegönnt. Doch nicht wenige wollen sich von den überbordenden Funktionen eines Alleskönners nicht mehr ablenken lassen oder sind damit schlichtweg überfordert. Und das gilt nicht nur für ältere Menschen.

Ihnen fehlen die eindeutig belegten Tasten für eine intuitive Bedienung, die ständig wechselnden Oberflächen verwirren. Sie möchten auch nicht mit dem mobilen Gerät ins Internet, schon gar nicht aus Versehen. Zudem werden die damit verbundenen Kosten gescheut, die bei einem einfachen Tarif ins Unermessliche steigen können. Nichtzuletzt würde sie das hohe Gewicht eines Smartphones belasten und der Druck, das Gerät ständig aufladen zu müssen.

Sehnsucht nach dem Nokia-Handy von früher

Viele wollen das haben, was früher ein typisches Nokia-Handy bot – vielleicht mit etwas größeren Tasten. Als Alternativen bieten sich heutzutage nur noch Feature Phones und Seniorenhandys an, wobei der Übergang mittlerweile fließend ist.

Letztere verfügen meist nur über eine reine Zifferntastatur und verzichten auf den Touchscreen. Oft haben sie keine Kamera, dafür aber eine Tastensperre, die sich über einen Schiebeschalter an der Seite aktivieren lässt – damit nicht versehentlich eine Nummer gewählt wird, wenn sich das Telefon in der Tasche befindet. Die Tasten wie auch die Schriften auf dem Bilschirm sind ausgesprochen groß gestaltet. Mit Seniorenhandys lassen sich in der Regel nur Telefonate führen und SMS versenden. Über Extra-Funktionen verfügen sie höchstens in Form eines Weckers.

Bei den Feature Phones verrät der Name bereits, dass sie über zahlreiche Funktionen verfügen – aber bloß in Vergleich mit einem Handy, das nur telefonieren und simsen kann. Es lassen sich jedoch nur die Anwendungen nutzen, die bereits vorinstalliert sind – Facebook zum Beispiel, um mit der Familie Bilder zu teilen, die mit der einfachen Handykamera aufgenommen wurden. Neue Apps wie bei einem Smartphone lassen sich nicht nachinstallieren. Feature Phones verfügen meist über eine Zifferntastur, manchmal aber auch über einen kleinen Touchscreen.

Fazit: Es muss einfach mitzunehmen sein

Um altbackene Modelle, bei denen vergessen wurde, sie aus den Regalen zu nehmen, handelt es sich dabei aber nicht. Im Dezember 2015 erst wurde das Nokia 230 vorgestellt. Mit 92 Gramm liegt es ausgesprochen leicht in der Hand. Mit einer einzigen Akkuladung verbringt es 27 Tage im Standby. Das Display zählt mit einer Diagonalen von 2,8 Zoll zu den größeren, von Nokia gibt es aber auch noch kleinere und handlichere Modelle. Samsung bietet mit dem Xcover 550 auch ein besonderes Feature Phone an: Es trotzt nasskaltem Wetter und ist gegen Staub und Wasser geschützt. Alcatel hat dagegen mehrere Klapphandys im Programm, die aufgrund ihrer Bauweise keine gesonderte Tastensperre benötigen.

Davon nur schwer abzugrenzen sind die aktuellen Seniorenhandys von Emporia, Doro, Bea-fon, Tiptel, Swisstone und Panasonic. Diese Marken haben zwar immer noch sehr einfache Geräte im Angebot, die teilweise schon für 30 Euro zu haben sind. Es gibt aber auch vermehrt Seniorenhandys, die auf den ersten Blick nicht als solche erscheinen sollen, sondern auf Design setzen, die Funktionen eines Features Phones bieten und mit einer Tischladestation geliefert werden – wie das Emporia ELEGANCE plus.

Die Wahl fällt schwer, wenn es nicht wie beim Smartphone um die neuesten Funktionen geht und darum, ob man sich diese leisten kann. Überraschenderweise schaut meist auch nur auf den Funktionsumfang, wer sich beschränken möchte oder sogar muss. Meiner Erfahrung nach ist jedoch eines wichtiger: Wenn das Handy nur selten zum Einsatz kommt – um beispielsweise im Notfall telefonieren zu können -, muss es einfach mitzunehmen sein. Dabei kommt es vor allem auf Größe, Gewicht und Akkulaufzeit an.

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