Öfter mal einen Blick auf das bisher verbrauchte Datenvolumen werfen (Screenshot: Peter Giesecke)

Datenvolumen sparen: So werdet ihr nicht gedrosselt

Wird eure mobile Daten-Flatrate auch zu schnell im Monat ausgebremst? Die Alternative zum Tarifwechsel ist und bleibt: Datenvolumen sparen. Wir sagen euch, wie das geht.

Wenn ich das Haus verlasse, schaue ich als erstes auf dem Smartphone nach, wieviel Datenvolumen ich diesen Monat noch übrig habe. Kann ich es mir leisten, eine Podcastfolge zu hören? Oder lese ich lieber Nachrichten über Instapaper? Dieser Artikel gibt einen Überblick über verschiedene Strategien, mobile Daten zu sparen.

Mein Mobilfunker hat eine Webseite eingerichtet, die mir anzeigt, wieviel Datenvolumen ich im aktuellen Monat schon verbraucht habe. Sie ist die Startseite in meinem Smartphone-Browser. Für Android und iOS bieten meines Wissens alle Anbieter auch eine App an, die noch weitere Informationen und viele Konfigurationsmöglichkeiten bietet. Sucht einfach mal im App Store oder auf Google Play danach.

Datenhunger im WLAN stillen

Auf einfache und zugleich radikale Weise minimiert ihr den mobilen Datenverkehr, indem ihr den Verbrauch eures Datenvolumens komplett abstellt. Aufwendiger, aber praxistauglicher ist es, dies für die unterschiedlichen Verursacher einzeln zu regeln. Gerade die datenhungrigen Apps erlauben es, Downloads auf „nur WLAN“ zu setzen. Das gilt für Podcast-Apps, aber auch bloß für den Empfang von WhatsApp-Videos. Und sogar eurem System könnt ihr beibringen, Updates nur über WLAN zu beziehen. Im Grunde gilt das für einen Großteil des Hintergrund-Datenverkehrs.

Datenverbrauch von WhatsApp eindämmen (Screenshot: Peter Giesecke)

Datenverbrauch von WhatsApp eindämmen (Screenshot: Peter Giesecke)

Um Datenvolumen zu sparen, solltet ihr euch deshalb so oft wie möglich in WLAN-Netzen einloggen. Habt am besten die Passwörter für den Gastzugang zu den Funknetzen eurer Freunde in eurem Smartphone gespeichert. Doch in Cafés mit „Free Wifi“ und an öffentlichen Hotspots, zum Beispiel in Bahnhöfen, müsst ihr aus Sicherheitsgründen etwas mehr Vorsicht walten lassen.

Wenn ihr jetzt noch vorhersehen könnt, auf welche Daten ihr unterwegs zugreifen wollt, könnt ihr diese noch zuhause auf das Gerät laden. Das bedeutet nicht, dass ihr wieder eine umfangreiche MP3-Sammlung anlegen sollt. Der Musik-Streamingdienst Spotify erlaubt es jedoch, Playlists im Gerätespeicher abzulegen und ohne Onlineverbindung anzuhören. Ebenso lassen sich Filme von Amazon Prime Instant Video offline anschauen, ohne das Datenvolumen zu belasten. Sogar bei den Navigationsdiensten gibt es vermehrt Apps, die die Speicherung von Kartenmaterial erlauben: Here Maps zum Beispiel oder maps.me, das die Karten von OpenStreetMap verwendet.

Pull statt Push spart Datenvolumen

Dahinter steckt der Gedanke, Daten nicht mehr per Push, sondern per Pull zu beziehen. Statt sie umgehend vom Appstore oder einem Clouddienst auf das Gerät schieben zu lassen, zieht ihr euch die Daten dann, wenn es für euch am günstigsten ist. Die E-Mails etwa stellt ihr auf manuellen Abruf, erreichbar seid ihr für eure Freunde ja immer noch per Messenger. Der schöne Nebeneffekt: Kein Spam wird mehr per Push-Nachricht angezeigt. Darüber hinaus könnt ihre eurem Mailprogramm noch erklären, dass Anhänge mit hohem Datenvolumen nicht automatisch heruntergeladen werden, wenn die Mail aufgerufen wird. Ihr könnt den automatischen Foto-Upload in die Cloud unterbinden sowie alle anderen Synchronisierungen, die viele Daten verschieben.

Besonders ärgerlich ist der Datenverkehr, der euch keinen Nutzen bringt, sondern bloß Geld kostet: Werbung. Auf dem Desktop-Rechner werden Adblocker immer häufiger eingesetzt, um nervige Anzeigen herauszufiltern und eine Konzentration auf die Inhalte zu ermöglichen. Doch auch für das Smartphone gibt es immer mehr Browser mit Adblocker. Sogar Apple erlaubt jetzt, auf dem iPhone Werbung herausfiltern. Das schafft nicht nur Platz auf dem kleinen Bildschirm, sondern reduziert auch das heruntergeladene Datenvolumen.

Datenvolumen komprimieren

Es gibt noch eine weitere Methode, weniger Datenvolumen zu übertragen: Statt Teile herauszufiltern, wird einfach das ganze Datenpaket komprimiert. Dafür wird der Datenstrom über einen Proxy-Server geleitet. Der mobile Browser Opera Mini kann das schon lange, der Chrome-Browser auch. Die Leistung soll davon nicht beeinträchtigt sein – zumindest was ihr wahrnehmt. Aber aufgepasst: Bilder werden so komprimiert, dass sie ideal auf euer Display passen. Sendet ihr diese weiter, sehen Empfänger mit einem größeren Bildschirm unter Umständen den Qualitätsverlust in Form pixeliger Bilder.

Opera möchte das Komprimieren der Daten aber nicht bloß auf den Browser beschränken. Die App Opera Max führt deshalb den gesamten Datenverkehr über einen Proxy-Server und komprimiert nach Möglichkeit auch die Fotos, Audiodateien und Videos, die in den Apps angezeigt werden. Wo ihr am meisten Datenvolumen sparen konntet, zeigt euch die App dann auch an.

Gut gegen schlechten Empfang

All diese Strategien, um Datenvolumen zu sparen, sollen nicht nur euren Geldbeutel schonen oder zumindest verhindern, dass euch bereits Mitte des Monats der Datenhahn (fast) zugesperrt wird. Mit den gleichen Maßnahmen könnt ihr auch den Empfang überall dort verbessern, wo das Mobilfunknetz nicht so gut ausgebaut ist. Geringe Datenmengen kommen auch an, wo kein LTE oder HSPA+ möglich ist, sondern bloß UMTS oder EDGE.

Schaut euch auch den Artikel Datenverbrauch: So viel frisst dein Smartphone an, wenn ihr wissen wollt, welche Apps die meisten Daten ziehen.

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