Der Begriff Mouseless ist schnell erklärt: Steuere deinen Mac oder PC ohne Maus, nur mit der Tastatur.
Inhalt:
- Mit Mouseless direkt auf einen Punkt des Bildschirms springen
- Mit Mouseless den Zeiger bewegen wie mit einer Maus
- Jede Menge Möglichkeiten, Mouseless anzupassen
- Das Beste: Es funktioniert unter MacOS, Linux und Windows
- Alternativen zu Mouseless
- Die Hardware-Alternative: eine Tastatur mit QMK/Via
Mein erster Computer hatte keine Maus. Stattdessen gab es einen schwarzen Monitor, auf dem ein bernsteinfarbenes C:_ zu sehen war. Die Älteren erinnern sich an die grauen DOS-Zeiten.
Dann kamen grafische Benutzeroberflächen (Stichwort Windows 2.1) und damit auch die Maus. Kannst du dir vorstellen, deinen Rechner ohne Maus oder Trackpad zu bedienen? Wahrscheinlich nicht oder nur mit Mühe. Dabei gibt es eine ganze Menge Menschen, die den Griff zur Maus oder zum Trackpad nach Möglichkeit vermeiden und die Finger lieber auf der Tastatur lassen und nur dann zu einem anderen Eingabegerät greifen, wenn es sich gar nicht vermeiden lässt. Genau für diese Menschen gibt es Mouseless.
Der Name des Programms ist dabei Programm. Statt zur Maus zu greifen, kannst du deinen Zeiger mit Mouseless per Tastatur bewegen. Und das gleich auf zwei verschiedene Arten.
Mit Mouseless direkt auf einen Punkt des Bildschirms springen
Die direkte Methode erfordert ein wenig Eingewöhnung, aber wenn du sie gemeistert hast, geht es wirklich blitzschnell. Du tippst kurz eine Taste an (auf dem Mac ist das standardmäßig die CMD-Taste) und legst dadurch ein Raster über deinen Bildschirm. Jedes Feld kannst du erreichen, indem du einfach zwei Buchstaben eingibst. Innerhalb des Feldes tippst du dann noch einen dritten Buchstaben und klickst dazu mit der Leertaste. Ich habe ein kurzes Video davon gemacht, das zweite, etwas längere Video stammt vom Entwickler und erklärt die App in 80 Sekunden.
Mit Mouseless den Zeiger bewegen wie mit einer Maus
Wenn du nicht überlegen willst, welche Koordinaten du eingeben willst, um deinen Zeiger zu einer bestimmten Stelle deines Bildschirms springen zu lassen, kannst du auch den Free Mode nutzen. Zum Ein- oder Ausschalten dieses Modus drückst du am Mac die Option-Taste. Dann kannst du deinen Zeiger wie mit einer Maus bewegen, indem du i drückst, um ihn nach oben zu bewegen, j, k und l, für links, unten und rechts. Mit der Leertaste klickst du.
Jede Menge Möglichkeiten, Mouseless anzupassen
Mouseless besitzt kein fest vorgegebenes Rastersystem. Du kannst eine der Vorgaben verwenden und sie ganz nach deinen Vorlieben anpassen. Du kannst ganz viele kleine Kästchen verwenden oder wenige größere, kannst sie nach Belieben einfärben und auch die Tasten anpassen, mit denen du zu bestimmten Stellen springst.
Das folgende Video gibt dir einen Eindruck davon, was möglich ist.
Auch im freien Modus hast du jede Menge Einstellmöglichkeiten.
Du kannst grundsätzlich alle möglichen Varianten der Geschwindigkeit des Mauszeigers einstellen, von der Grundgeschwindigkeit bis zu der Scrollgeschwindigkeit. Ich belasse diese Einstellungen auf Standard.
Falls es dir mal zu langsam oder zu schnell geht, kannst du die Geschwindigkeit des Zeiger während der Bewegung erhöhen, indem du zusätzlich die Tasten S, D, oder F drückst. Damit steigt die Geschwindigkeit des Zeigers stufenweise. Mit der zusätzlich gehaltenen Taste A verlangsamst du den Zeiger gegenüber der Standardgeschwindigkeit. Damit solltest du wirklich für alle Fälle gerüstet sein.
Das Beste: Es funktioniert unter MacOS, Linux und Windows
Der Entwickler von Mouseless beschränkt sich nicht nur auf MacOS, sondern hat auch Versionen für Linux und Windows bereitgestellt. Auf Mouseless.click kannst du eine Version für dein Betriebssystem herunterladen und 14 Tage lang kostenlos ausprobieren. Danach musst du dich entscheiden, ob diese Art der Eingabe dir den Preis wert ist, den der Entwickler dafür verlangt.
Es handelt sich dabei um ein sehr faires Modell. Wenn dir 43,13 € für die lebenslange Lizenz zu viel sind, kannst du auch das Abomodell wählen. Dabei zahlst du monatlich 2,58 €, solange das Programm dir diesen Preis wert ist. Oder du zahlst jährlich 25,87 €, nutzt gegenüber der monatlichen Zahlung also quasi zwei kostenlose Monate.
Alternativen zu Mouseless
Auf dem Mac gibt es andere Programm, die dir helfen, die Maus links liegen zu lassen, wie Shortcat oder Superkey, die teilweise kostenlos oder günstiger sind als Mouseless. Unter Windows erinnert das Open-Source-Programm Mousemaster sehr an Mouseless. Aber ich persönlich kenne kein Programm, das sowohl unter MacOS, als auch unter Windows und Linux läuft. Und das du dazu einerseits einfach installieren kannst, andererseits aber komplett an deinen Geschmack und deine Vorlieben anpassen kannst, wenn du willst.
Die Hardware-Alternative: eine Tastatur mit QMK/Via




Wenn du zu den Menschen gehörst, die am liebsten die Tastatur als einziges Eingabegerät verwenden, gibt es noch eine Alternative, die nichts mit Software zu tun hat. Du kannst in das Kaninchenloch der mechanischen Tastaturen eintauchen, die du an deine ganz persönlichen Vorgaben anpassen kannst. In der Regel geschieht das über eine Open-Source-Software namens QMK/VIA. Auch hierzu gibt es Alternativen, aber das ist momentan der Standard. Mit einer solchen Tastatur kannst du jede einzelne Taste so programmieren, wie du möchtest.

Bei meiner Tastatur fungiert zum Beispiel die Taste ö, auf der mein rechter kleiner Finger liegt, neben der normalen Funktion auch als ctrl-Taste, wenn ich den Finger darauf liegen lassen, anstatt zu tippen. So kann ich mit ctrl-a zum Anfang einer Zeile springen und sie mit ctrl-k komplett löschen, ohne mit meinem kleinen Finger die rechte ctrl-Taste suchen zu müssen.
Und wenn ich die esc-Taste halte, kann ich wie im Free-Mode von Mouseless eine Maus emulieren. Sogar an Rechnern, auf denen Mouseless nicht installiert ist. Oder auch am iPad.
Zudem kannst du so eine Tastatur auch vom Gefühl und vom Geräusch des Tippens sowie vom Look an deine persönlichen Vorlieben anpassen. Dazu wechselst du die Tastenkappen aus oder die mechanischen Schalter, die für das Tippgefühl und für das Tippgeräusch verantwortlich sind. In der Regel investierst du dabei aber höhere Beträge als die einmalige Lizenzgebühr für Mouseless.
Was hältst du davon, deinen Rechner komplett ohne Maus zu steuern? Bist du Team Tastatur oder kannst du auf die Maus nicht verzichten? Schreib es uns gerne in die Kommentare!