Microsoft will Nokia-Übernahme schon Ende der Woche abschließen und Nokia umbenennen

Bereits am kommenden Freitag, den 25. April, will Microsoft die Übernahme von Nokia abschließen. Die letzte Hürde, die Zustimmung der chinesischen Wettbewerbshüter, sei genommen worden. Die Handy-Sparte von Nokia, die Microsoft übernimmt, soll bereits dann in Microsoft Mobile umbenannt werden.

Letzteres meldet das Blog Nokia Power User. Lumia-Smartphones und Asha-Telefone würden dann also nicht mehr von einer Firma namens Nokia veröffentlicht, sondern direkt von Microsoft. Allerdings, und nun wird es etwas verwirrend: Der Markenname Nokia könnte erhalten bleiben, weil Microsoft sich hieran die Namensrechte für zehn Jahre gesichert hat. Noch ist nicht klar, unter welcher Marke Microsoft die bisherigen Nokia-Produkte künftig verkaufen wird. Möglich, dass man unter eigenem Namen auftritt, genauso gut möglich aber, dass man künftig eine Schlagzeile liest wie „Microsoft stellt das neue Nokia Lumia X vor“.

Als Microsoft Nokia im vergangenen Herbst übernahm, dann handelte es sich dabei nur um die Smartphone-Division. Einige Bereiche, unter anderem die Karten-Division „Here Maps“, nahm Microsoft nicht mit; sie verbleiben bei den Finnen. Interessant in diesem Zusammenhang, was Nokia Power User ebenfalls erfahren haben will: Die Here-Division könnte auch in Zukunft Hardware produzieren. So soll die nicht von Microsoft übernommene Einheit Nokias im Herbst eine eigene Smartwatch herausbringen. Leider ist das bislang nur ein Gerücht, wenn auch ein sehr interessantes.

Umstrittener Nokia-Chef Stephen Elop

Microsoft hatte Nokias Mobilfunksparte im vergangenen September zu einem Kaufpreis von 5,4 Milliarden Euro übernommen. Gemessen daran, dass es sich dabei um den Hauptteil des finnischen Traditionskonzerns handelte und dieser in seinen besten Zeiten mehrere hunderte Milliarden Euro wert war, war die Kaufsumme von vielen Beobachtern als Schnäppchen eingestuft worden. Nokia war einst Marktführer auf dem Gebiet der Mobiltelefone mit einem Marktanteil von über 50 Prozent.

Nach dem Erfolg von Apples iPhone und Googles Android allerdings brachen Nokias Marktanteile ein. Der damals neu benannte Nokia-Chef Stephen Elop – ein früherer Microsoft-Manager – hielt Ende 2010 eine viel beachtete Rede, in der er ein Umschwenken des Konzern und ein Wechsel von Nokias Symbian auf das Nischen-Betriebssystem Windows Phone ankündigte. In der Folge brachen Nokias Marktanteile noch weiter ein. Die als „Lumia“ bezeichneten Windows Phones der Finnen erhielten erst sehr langsam Akzeptanz, Nokia verlor deutlich an Marktwert und wurde schließlich zu einem begehrten Kaufobjekt. Langjährige Nokia-Mitarbeiter warfen Elop deswegen vor, von Anfang an gegenüber Microsoft loyal geblieben zu sein und Nokia verraten und verkauft zu haben.

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