Microsoft schlägt zurück: Smartphones als PCs, neuer Browser Edge und als Ziel 1 Milliarde Windows-10-Geräte in zwei bis drei Jahren

Gestern Abend startete Microsofts Entwicklerkonferenz Build, auf der der Softwarekonzern gleich eine ganze Reihe neuer interessanter Forschungsergebnisse und Produkte vorstellte und den Schlachtruf ausgab, das neue Betriebssystem Windows 10 schon in zwei bis drei Jahren auf 1 Milliarde Geräten im Einsatz zu haben. Dazu gibt es nun einen offiziellen Namen für den neuen Browser, interessante neue Funktionen für die Datenbrille HoloLens, eine tolle Hilfe für Android- und iOS-Entwickler sowie ein Projekt namens Continuum, das ein Windows-Smartphone zum PC macht.

Microsoft führte dabei vor, wie sich universelle Applikationen auf verschiedenen Systemen ausführen lassen und dabei auf jedem System in der Größe verändert werden können. Apps lassen sich damit nicht nur für verschiedene Plattformen wie PCs, Smartphones oder die Xbox skalieren, sondern etwa auch auf PCs auf Smartphone-Größe ziehen, was Programmierern die Arbeit erleichtert. Entwickler sollen außerdem Apps, die sie bereits für iOS und Android geschrieben haben, sehr leicht auf universelle Windows-10-Apps einnpassen können, so dass sie auch auf Windows 10 laufen. Das ist wichtig, da der Erfolg eines Betriebssystems heute maßgeblich von der Verfügbarkeit von Apps abhängt.

Sogar für die virtuelle Datenbrille HoloLens sollen sich universelle Apps verwenden lassen. Microsoft führte das auf der Build anhand neuer Beispiele vor. So kann man etwa Skype in einem virtuellen Datenmenü öffnen und dann über die Brille virtuell an eine tatsächlich vorhandene Wand pinnen und beliebig in der Größe verändern, um mit Bekannten zu telefonieren.

Dank der universellen Apps soll mit Hilfe der Umgebung „Continuum“ auch ein Smartphone zum PC-Ersatz werden können. Drahtlos gekoppelt mit einem großen Bildschirm, einer Tastatur und einer Maus lässt sich ein Smartphone als Recheneinheit verwenden. Die Apps des Geräts werden einfach auf einem Bildschirm oder Fernseher gespiegelt. Dank Dual-Screen-Technik sollen sich dabei auch die Bildschirme des Telefons und des externen Bildschirms unabhängig voneinander nutzen lassen. So kann man etwa ein Telefongespräch entgegen nehmen, während die übrigen PC-Funktionen des Telefons weiterhin auf dem externen Bildschirm laufen.

Das neue Startmenü von Windows 10

Das neue Startmenü von Windows 10

Aus den zwei verschiedenen Oberflächen, aus denen Windows 8(.1) aktuell besteht, soll in Windows 10 nur noch eine werden. Die bunte Kacheloberfläche wird ein Teil des überraschend attraktiven neuen Startmenüs, das Microsoft gestern im Detail vorstellte. Die wichtigsten Apps sind dort neben den Hauptfunktionen in einer Spalte ganz links untergebracht, während die bunten und blinkenenden Live-Tiles aus Windows 8 rechts daneben als durchaus sinnvolle Ergänzung dezenter und praktischer weiterleben. Im Fokus steht bei Windows 10 wieder der gute, alte Desktop-Modus, der optisch verbessert wurde.

Und last but not least: Der schlanke, neu entwickelte Browser, der den Internet Explorer größtenteils beerben soll, wird nun offiziell „Edge“ heißen. Codename war bislang „Project Spartan“ gewesen.

Noch muss sich natürlich erst in der Praxis zeigen, wie gut das alles funktioniert. Aber schon jetzt sieht das alles sehr, sehr spannend und wegweisend aus. Microsoft könnte mit Windows 10, dem neuen Browser Edge und gerade den universellen Apps ein richtiger Treffer gelungen sein. Ob es die gewünschte 1 Milliarde wird oder nicht, muss die Zukunft zeigen. Aber die Chance dürfte auf jeden Fall da sein.

Bilder: Microsoft

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