Markforscher: 80 Prozent „Zombie-Apps“ in Apples App Store

Wenn sich Apple-Chef Tim Cook jährlich während der Entwicklerkonferenz WWDC auf die Bühne stellt und die Entwicklungen des App Stores Revue passieren lässt, dann hat er natürlich nur Gutes zu berichten. Wie viele Apps wieder heruntergeladen wurden, wie viele hunderttausend es mehr geworden sind und wie viel Geld man Entwicklern mittlerweile ausgezahlt habe. Worauf er dabei nicht eingeht: die Schattenseiten des Geschäfts. Die Marktforscher von Adjust haben sich dem Thema angenommen und festgestellt, dass 80 Prozent der Apps im App Store als „Zombie-Apps zu klassifizieren sind.

Und darunter verstehen die Marktforscher Apps, die wenig bis gar nicht heruntergeladen werden und innerhalb des Zeitraums von einem Monat nicht wenigstens für zwei oder drei Tage in einer der fast 40.000 Toplisten im App Store auftauchten. Genaue Zahlen über die Downloads übermittelt Adjust leider nicht, aber man kann davon ausgehen, dass solche Apps nur einige dutzend bis wenige hundert Male überhaupt heruntergeladen wurden.

Simpler Grund: Es gibt einfach zu viel

Laut Adjust hat ihre Zahl im Juni dieses Jahres mit 953.000 der mittlerweile 1,2 Millionen Apps im App Store ihren Höhepunkt erreicht. Das entspricht fast 80 Prozent mehr oder weniger „toter“ Apps. Vor einem Jahr waren dies erst 70 Prozent.

Die Gründe dafür sind leider einfach: Es gibt einfach zu viele Apps, als dass alle davon bekannt sein könnten oder eine große Masse sie bräuchte. Sicherlich gibt es viele Apps, die einfach nur schlechte Imitationen bekannter Anwendungen sind, wieder andere erfüllen nur den bestimmten Zweck einer Anwenderschaft oder eines Kulturkreises. Doch sicherlich auch viele gute und universal nutzbare Apps fallen hier durchs Raster, einfach weil es den Entwicklern aus unterschiedlichsten Gründen nicht gelingt, auf ihre App aufmerksam zu machen. Dass ihre Zahl immer weiter steigt, ist ebenso ernüchternd wie natürlich: Der App Store ist heute ein Weltmarkt geworden und da entspricht es dem Prinzip der Marktwirtschaft, dass nur einige wenige damit wirklich reich werden.

Nutzern ist nur noch wichtig, bekannte Apps zu erhalten

Einst gab es mal ein Wettrennen zwischen Apple und Google, wer die meisten Apps im jeweiligen App Store hatte. Aber das ist angesichts der grassierenden Dimensionen und eben solchen Statistiken mittlerweile hinfällig. Und weil beide App Stores sich in kaum noch etwas nachstehen: Sowohl Apple als auch Google vermelden mehr als 1,2 Millionen Apps und fast alle neuen Anwendungen erscheinen nahezu gleichzeitig für beide Systeme. Worauf es nur noch ankommt, ist Qualität und Verfügbarkeit. Weniger weit verbreitete Systeme wie Windows Phone, Blackberry 10, Sailfish oder Firefox OS brauchen namhafte Apps wie Instagram oder WhatsApp, um neue Nutzer zu ködern.

Worauf Adjust in der Statistik übrigens auch noch verweist: Zahlreiche Apps werden nach einer gewissen Zeit wieder aus dem App Store zurückgezogen. Von insgesamt mehr als 1,6 Millionen eingereichter Apps wurden mittlerweile 350.000 von den Anbietern wieder entfernt. Das entspricht gut 20 Prozent. Adjust nennt sie in Abgrenzung zu den Zombies „tote Apps“.

Grafik: Adjust

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