Ein Macbook neu für 700 Euro. 800, wenn du Touch ID und 512 GB Speicher möchtest. Das MacBook Neo kommt dabei in bunten Farben daher – und muss für den Preis doch irgendwelche Abstriche machen. Tut es auch, aber die sind für Studierende und Heimwander:innen nicht gravierend.
Das Wichtigste in Kürze:
- Das MacBook Neo ist Apples konstengünstigstes Notebook im Sortiment.
- Hauptunterschied ist der iPhone-Prozessor A18 Pro, von dem du keine maximale Rechenpower erwarten darfst.
- Das Neo ist hervorragend verarbeitet, sieht top aus und macht Spaß.
- Mit den einzelnen Abstrichen werden viele Nutzer:innen gut leben können.
Inhalt:
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Gehäuse und Äußeres
Mein erster Eindruck direkt nach dem Kauf: Hey, das ist schwerer als gedacht! Angesichts des Preises hatte ich mit einem billigeren Material gerechnet. Ist aber nicht der Fall: Apple verbaut seinen üblichen MacBook-Unibody aus Aluminium (laut Apple zu 90 Prozent recycelt). Die Küchenwaage zeigt 1,23 kg an. Das ist weniger als beim MacBook Air M1 mit 1,28 kg und etwa so viel wie beim aktuellen MacBook Air M5 (13 Zoll) mit 1,24 kg.

Die Farbe „Zitrus“ ist außerdem nicht so gelb wie gedacht. Es hängt vom Betrachtungswinkel ab. Definitiv aber: Ein richtig schönes MacBook!

Das MacBookNeo lässt sich mit einem Finger aufklappen und ist dann auch sofort bereit. Die hellen Tasten sind auf die Gehäusefarbe leicht eingepasst und leider nicht beleuchtet. Apple verwendet das gleiche Tastaturlayout wie bei den neuesten MacBooks. TouchID ist in der von mir erworbenen Version mit 512 GB vorhanden und auffällig im Einschaltknopf platziert. Die Cursor-Tasten sind für blindes Erfühlen abgestuft. Die Enter-Taste geht wie üblich über zwei Zeilen.
| MacBook | Details |
|---|---|
| MacBook Neo | 13,0 Zoll, 1,23 kg, 1,27 x 29,75 x 20,64 cm |
| MacBook Air M1 (2020) | 13,3 Zoll, 1,28 kg, 1,61, 30,41 x 21,24 cm |
| MacBook Air M5 (2026) | 13,6 Zoll, 1,24 kg, 1,13 x 30,41 x 21,5 cm |
Tastaturhub und Schreibgefühl sind sehr gut, wie gewohnt bei Apple-Tastaturen. Das Trackpad ist kleiner als bei anderen MacBooks und muss ohne Force Touch auskommen. Zwar lassen sich auch Mausklicks unten darauf ausführen, das Trackpad hat allerdings einen sehr hohen Hub. Es wirkt, als drücktest du es ein Stück weit komplett ins Gehäuse. Das stört nicht groß, wirkt aber ungewohnt. Die Touchpads teurerer MacBooks sind auf jeden Fall ein Stück moderner.
Lautsprecher, Anschlüsse
Es stimmt leider: Nur die hintere der beiden USB-C-Schnittstellen eignet sich auch für den Anschluss an einen externen Monitor oder Fernseher. Apple verwendet hier kein Thunderbolt oder USB 4, wie in neueren MacBooks, sondern belässt es bei USB-C 3.2 (hinten) und USB 2.0 (vorne).

Und dann wären da noch die seitlich vorne angebrachten Lautsprecher. Sie liefern einen basslastigen, vollen, durchaus lauten und etwas dumpferen Klang als die in anderen MacBooks versteckt angebrachten Speaker.

Alles in allem ist das Neo etwas schmaler als das 13-Zoll MacBook Air M5, dafür zugeklappt leicht höher. Das Display misst 13,0 statt 13,6 Zoll, was sich vor allem in einem etwas breiteren Rand äußert. Dafür fehlt die Notch, die wir von aktuellen MacBook Airs und Pros kennen.
Das Display liefert eine gute Helligkeit bis 500 Nits mit leicht abfallender Helligkeit an den Rändern.

Erster Eindruck: Nicht ganz so gut wie bei den teureren MacBooks, aber für ein Mittelklasse-Notebook wirklich gut!
Hardware und Tests
Apple spart beim MacBook Neo für UVP knapp 700 oder 800 Euro (256/512 GB) vor allem beim Chip. Es kommt interessanterweise ein iPhone-Chip zum Einsatz: der A18 Pro des zweitneuesten iPhone 16 Pro.
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Und hier dürfen wir in Tests keine Wunder erwarten. Tatsächlich messen wir im Cinebench-Multicore eher niedrige Werte: Mit 1.411 Punkten liegt der Chip in etwa auf Höhe von Apples erstem eigenen ARM-Chip, dem M1-Prozessor von 2020, aber schon weit unter dem Nachfolger M2, der es hier auf 2.332 Punkte bringt.
Der Grund ist schnell gefunden: Der A18 Pro belässt es bei 6 Rechen- und 5-Grafikkernen. Hier hat das aktuelle MacBook Air M5 mit jeweils 10 Kernen mehr zu bieten.
| MacBook | Kerne |
|---|---|
| MacBook Neo | 6 CPU (davon 2 High Performance), 5 GPU, 16 NPU |
| MacBook Air M1 (2020) | 8 CPU (davon 4 High Performance), 7 GPU, 16 NPU |
| MacBook Air M5 (2026) | 10 CPU (davon 6 High Performance), 10 GPU, 16 NPU |
Besser sieht es im Singlecore-Test aus: Die von uns ermittelten 518 Punkte liegen genau zwischen dem Apple M2 und dem M3. Für Einzelanwendungen ist die CPU also durchaus potent.
Der Geekbench 6 bestätigt diese Ergebnisse: 8.544 Punkte im Multicore-Test liegen unter dem M2; 3.497 Punkte im Singlescore allerdings sogar oberhalb des späteren M3-Prozessors.

Recht gering ist allerdings auch die Speicherbandbreite von 60 MB/s im Vergleich zu 153 MB/s (M5). Der Blackmagic Disk Speed Test ermittelt für unser MacBook Neo eher langsame 1.600 MB/s jeweils fürs Lesen als auch Schreiben von der/auf die SSD.
Akku
Zwar „nur“ 11 Stunden Websurfen, aber bis 16 Stunden Video-Playback. Da bietet das MacBook Air M5 mit 15 respektive 16 Stunden zwar deutlich mehr, aber im Vergleich zur Windows-Konkurrenz im gleichen Preissegment kann sich das immer noch sehen lassen. Reell liegen die Werte immer darunter, beim MacBook Neo aber nicht deutlich.
An einem Testtag mit reger Nutzung, Installation vieler Apps und Tests ging es binnen fünf Stunden von etwa 80 auf 30 Prozent herunter. Zehn Stunden Laufzeit sind also drin. In unserem Video-Dauertest (4K-Video auf YouTube) hält das Gerät immerhin für 8:20 Stunden durch.

Ein Schnelllademodus fehlt dem MacBook Neo. In 20 Minuten geht es von 26 Prozent Ladung auf 46 Prozent rauf. Der 36,5-Wh-Akku lädt in unserem Test mit maximal um die 30 Watt und ist in rund 2 Stunden wieder voll aufgeladen.
Software
Auf dem MacBook Neo ist macOS 26 Tahoe installiert. Ein Software-Update liegt zum Start bereits vor und sollte direkt installiert werden.
Neben dem Mac Mini M4 ist das MacBook Neo damit der wohl kostengünstigste Einstieg in Apples macOS-Welt. Nutzer:innen erhalten über den Mac-AppStore oder DMG-Dateien Zugang zu einer Fülle von Apps. Einige sind bereits vorinstalliert, darunter:
- FaceTime (Videotelefonie)
- GarageBand (Musik-Aufnahmen und -Abmischungen)
- Keynote, Numbers, Pages (Apples eigenes Office-Paket iWork)
- Musik, Podcasts
- Spiele-App besonders für Casual Games
- Notizen und Notizzettel
- Erinnerungen (To-Do-Listen und Timer)
- Sprachmemos (Audio-Aufnahmen)
- Apple TV (Videostreaming mit Abo)
Daneben findest du fast alle Apps, die du auch von Windows oder anderen Systemen kennst, oder Alternativen. Beliebt ist macOS gerade für schön designte Kreativ-Apps, von denen es zahlreiche gibt.
Schwieriger ist dafür das Thema Gaming.
Gaming
Es gibt einige Titel und auch Blockbuster, die sich auf macOS nativ spielen lassen. Dazu gibt es Apples eigene Spiele-App, hauptsächlich für weniger hoch auflösende Indie- und Casual-Games, und dazu einzelne iPhone- und iPad-Spiele, die sich auch auf dem Mac spielen lassen (Installation via Mac AppStore).
Die Spiele-Datenbanken Steam und GOG sind auch für macOS verfügbar, bieten aber weit weniger Titel als Windows oder Linux. Steam verlangt auf dem Mac weiterhin nach der Emulation Rosetta, um Intel-X86-fähige Spiele auch auf der ARM-Architektur laufen zu lassen.

In unseren Test lassen sich weniger anspruchsvolle und schon ältere Titel wie das Jump’n’Run „Cuphead“ oder das Indie-Game „Inside“ auf dem MacBook Neo spielen. Die Steuerung ist flüssig, Ruckler gibt es nicht, aber die Framerate ist merklich geringer als auf anderen Systemen.
Bei den wenigen Blockbuster-Titeln auf macOS wie Shadow of the Tomb Raider sieht es etwas schwieriger aus. Ruckler musst du in Kauf nehmen. Resident Evil 4 (Remake) konnten wir allerdings trotz nicht immer flüssiger Grafik problemlos spielen.
Fazit: Für wen ist das MacBook Neo?
Die Frage war noch nie so leicht zu beantworten: Das MacBook Neo ist für Studierende oder Heimanwender:innen gedacht, die ein toll verarbeitetes Apple-Notebook mit ordentlicher Akkulaufzeit und zufriedenstellender Leistung wollen.
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Limitierende Faktoren gibt es eigentlich wenige: Ob ruckelfreies Playback, ob gelegentliche, aufwändige Bildbearbeitung, 4K-Videoschnitt oder viele geöffnete Tabs im Browser: das MacBook Neo bekommt das gut hin. Gaming bleibt der limitierende Faktor, was aber hauptsächlich an macOS liegt.
Dezent enttäuscht hat uns die Akkulaufzeit. Die liegt zwar immer noch meist deutlich über der gleich teuren Windows-Konkurrenz. Ein wahres Ausdauerwunder wie ein MacBook Air ist das Neo aber nicht.
- Edles, schön designtes Aluminium-Gehäuse
- Schlank, flach und wertig wie auch teurere MacBooks
- Display und Tastatur sind hervorragend
- Guter Preispunkt
- Prozessor bei einzelnen Aufgaben stark
- Chip schwächelt bei Multitasking und anspruchsvolleren Aufgaben
- Kein Thunderbolt, nur 1x Display-Port und USB 3.2
- TouchID nur bei 512-GB-Variante
