„M“: Facebooks persönlicher Assistent für den Messenger ist weniger gruselig als er klingt

Mein erster Gedanke: „Nein! Jetzt nicht auch noch einen persönlichen Assistenten von Facebook, der mich komplett durchleuchtet!“ Aber „M“, Facebooks gestern in den USA gestarteter Assistent für den Facebook Messenger ist weniger gruselig als befürchtet.

Bereits im Frühling hat Facebook dem Messenger mehr Autonomie spendiert. Der Chatdienst kann mittlerweile auch ohne Facebook selbst genutzt werden und soll zu einer eigenen App-Plattform werden. Eine App davon ist nun M, eine Art persönlicher Assistent. Die Vorbilder sind Apples Siri, Google Now, Microsofts Cortana und Soundhounds Hound.

Chatten mit M

Doch M geht noch einen Schritt weiter: Der Assistent kann chatten, sowie Produkte und Services vorschlagen, die ein Nutzer direkt kaufen kann. Mehr noch: Laut Messenger-Chef David Marcus soll M auch Verträge kündigen können, Restaurants buchen, Reisen organisieren. Mit M chattet man, wie mit einem Freund. Mit dem Unterschied, dass der Assistent die Sprache entschlüsselt und die Aufgaben als Befehle versteht, die er umsetzen muss.

Restaurants empfehlen, Geschenke bestellen – all das kann M.

Restaurants empfehlen, Geschenke bestellen – all das kann M.

Was Facebook davon hat? Der Messenger will von den getätigten Einkäufen eine Provision einbehalten und damit Geld verdienen. Im Hintergrund läuft eine künstliche Intelligenz, die von echten Menschen eingelernt und verbessert wird. Aufrufen könnt ihr M – sobald freigeschaltet – über eine kleines M-Symbol im Messenger.

Wisse, was du mit anderen teilst

Und der Datenschutzaspekt? Ist hier in meinen Augen zumindest transparent. Man teilt M nichts mit, was man nicht zu teilen bereit wäre und was der Dienst nicht ohnehin schon aus selbst geteilten Informationen aus Facebook wüsste. Dass Facebook die Daten, die man M suchen lässt, ziemlich sicher auch dazu nutzen wird, um sie in eurem persönlichen Profil zu speichern, dürfte klar sein. Sicher wird das auch in die personalisierte Werbung einfließen, die ihr auf Facebook erhaltet.

Aber erstens wird euch niemand zwingen, M zu benutzen, und zweitens klingt das nicht einmal halb so fragwürdig wie andere Nutzungsbedingungen, die Facebook euch längst untergejubelt hat und die euch herzlich egal sind. Ich denke da etwa an die Speicherung eures Browser-Verlaufs oder die Rechteübertretung sämtlicher Fotos an Facebook, die ihr im sozialen Netzwerk postet.

Persönliches Fazit

Ich würde M höchstens mit ein paar unverfänglichen Fragen einmal testen. Ansonsten bin ich nach anfänglicher Begeisterung mittlerweile von der Benutzung persönlicher Assistenten abgerückt. Auch wenn Assistenten praktische Funktionen mitbringen: Es gibt Dinge, die behalte ich lieber für mich…

Grafiken: Facebook

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