Mein aktueller Kindle ist mein absoluter Lieblings-Ebook-Reader. Anbieter Amazon muss dabei gar nicht mal die Plattform sein, von der ich Bücher und anderes Lesematerial beziehe. Und du auch nicht. Ich stelle dir hier zwei meiner Lieblingsmöglichkeiten vor, die dir vielleicht noch gar nicht bekannt waren.
1. Ebooks von Thalia, Hugendubel, Weltbild… auf einem Kindle lesen
Von den Herstellern gerade der Tolino-Allianz findest du regelrechte Warnmeldungen: Das Lesen von gekauften Ebooks bei Amazon sei über Umwege möglich, aber es werde davon abgeraten. Besser sei es, direkt einen Tolino dafür zu nehmen.
Das mag sogar stimmen, die Ebook-Reader der Allianz sind toll. Und wenn du Tolino-Geräte dein Eigen nennst und damit zufrieden bist, spricht auch nichts dagegen, deine Lieblings-Ebooks darauf zu lesen.
Wenn du aber schon einen Kindle hast, brauchst du dir kein weiteres Gerät zu kaufen. Und du musst deine Ebooks auch nicht zwingend von Amazon beziehen. Denn das Übertragen von Epub-Ebooks (ohne Kopierschutz) von einer beliebigen Quelle auf einen Kindle geht erstaunlich einfach:
- Kaufe und lade das gewünschte Ebook im Epub-Format bei einem beliebigen Store herunter. Das können Weltbild und Co. sein, aber auch gemeinfreie Ebooks aus dem Gutenberg-Netzwerk oder anderswoher.
- Öffne die Seite Send to Kindle, melde dich dort mit deinem Amazon-Konto an und sende die gerade heruntergeladene Epub-Datei dorthin.
- Öffne das Ebook auf deinem Kindle. Erscheint es nicht direkt auf der Startseite, gehe in die Bibliothek und öffne es dort.
Fertig.
So der Riesenaufwand ist das jetzt nicht, der Buchhandel hat auch etwas davon und es gibt einen weiteren Vorteil: Epub-Dateien laufen auf dem Kindle erstaunlich smooth. Das Blättern geht oft fast leichter von der Hand als mit Kindle-Ebooks.
Unser Test-Ebook, Rilkes „Duineser Elegien“, ist im Nullkommanichts übertragen und lässt sich butterweich durchblättern.
2. Hausarbeiten, Kurzgeschichten, eigene Dokumente auf dem Kindle lesen
Die oben vorgestellte Send to Kindle-Funktion ist äußerst mächtig. Du kannst neben ganzen Ebooks eine Vielzahl von Bilddateien, Webseiten und Dokumenten auf einen Kindle übertragen und dort lesen. Das können auch deine eigenen Dokumente sein. Eine Hausarbeit, die du noch einmal lesen wolltest, einen Aufsatz, den ihr in der Schule besprecht, das Geschäftsergebnis einer Aktiengesellschaft oder natürlich auch etwas, was du selbst geschrieben hast.
Gerade, wenn die Dokumente etwas lang werden und ich keine Lust habe, sie auf dem Laptop am Schreibtisch zu lesen: Ab an den Kindle damit und dann auf die Couch!
Gerade mit Google Docs gelingt das sehr gut. Als Beispiel habe ich den Kurzroman „Müller-Thurgaus große Reise“ mit KI erstellen lassen und auf Google Docs eingefügt:

Auch ein hübsches Cover erstellt die KI dazu:

Die Datei lässt sich dann in verschiedenen Formaten herunterladen. Als PDF, DOCX oder auch EPUB:

Die heruntergeladene Datei schicke ich dann per Send to Kindle an den Kindle:

Und öffne sie dort:

Du kannst dort ganz normal die Schriftgröße verändern und auch hier butterweich durch die Seiten scrollen. Gehst du nach dem Lesen zurück in die Bibliothek, kannst du die Datei mit einem Tipp auf das Dreipunktmenü am Buch wieder löschen. Auf einem Kindle ist eine ganze Menge möglich…
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Ich habe noch nicht verstanden, was der Vorteil des neuen Kindle sein soll, außer, dass ich anscheinend auch eBooks im normalen epub-Format auf das Gerät laden und damit lesen kann, also nicht mehr auf das amazon-eigene kindle-Format angewiesen bin?? Konkret: Was hat der Kindle, was tolino nicht hat???
Hi Ralph, in diesem Beitrag geht es nicht darum, die beiden Systeme zu vergleichen oder zu zeigen, dass der Kindle mehr oder weniger kann als ein Tolino, sondern einige noch nicht all zu bekannte Fähigkeiten des Kindle aufzuzeigen. Ein moderner Tolino hat einen ähnlichen Leistungsumfang wie der Kindle. Einzige Ausnahme: Er kann das Kindle-Format oder auch Audible nicht abspielen, aber das liegt an Amazon.
Würde das bei PDFs und anderen Schulunterlagen genauso gut funktionieren, oder gibt es beim Kindle immer noch Einschränkungen hinsichtlich des Formats?
PDFs kann der Kindle lesen. Bei „anderen Schulunterlagen“ kommt es auf das Format an. Das müsste eventuell in eins der kompatiblen Formate umgewandelt werden.