„Lumo“ heißt die künstliche Intelligenz, die das für Datenschutz bekannte, schweizerische Unternehmen Proton nun veröffentlicht hat. Wir haben die KI ausprobiert – und sind noch nicht völlig überzeugt.
Was macht Lumo besonders?
Das Internet ist eine einzige Datenkrake und künstliche Intelligenzen bilden da keine Ausnahme. Entwicklung und Betrieb sind kostenintensiv und Daten sind eine heute durchaus gängige Währung. Dazu kommt, dass künstliche Intelligenzen Daten brauchen, um zu wachsen, um intelligenter zu werden.
Lumo macht da einen Unterschied. Proton, das Unternehmen hinter Lumo, ist für seine Datensparsamkeit und seinen Datenschutz bekannt – und verspricht uns mit Lumo eine KI, die deine Daten nicht speichert und verwendet.
Ein weiterer Unterschied zu anderen chatbasierten KIs ist, dass Lumo nicht auf ein spezielles Sprachmodell setzt, sondern je nach Aufgabe ein unterschiedliches einsetzt. So übernehmen dedizierte Modelle etwa das Verfassen von E‑Mails, das Analysieren von Daten oder das Erzeugen von Code‑Snippets.
Lumo ist einfach zu bedienen
Du kannst Lumo sogar ohne Anmeldung nutzen. Ähnlich wie andere chatbasierten KIs hat Lumo ein Texteingabefeld, bietet die Möglichkeit, Dateien hochzuladen und auch auf Deutsch mit dir zu kommunizieren.
Um Lumo zu personalisieren, musst du aber kein Konto erstellen. Dann kannst du deine Chat‑Verläufe aufrufen und dich mit deinem Namen ansprechen lassen. Die Kontoerstellung ist allerdings unnötig aufwändig.
Bei EURONICS kaufen
Wie schlägt sich Lumo im Praxistest?
„Wo kann ich in Ratingen einen Fernseher mieten?“
Die korrekte Antwort ist: Bei euronicsXXL Johann+Wittmer.
Lumo gibt das Euronics-Geschäft zwar korrekt als erste Antwort in der Liste aus, aber zusätzlich zwei Mietservices, die gar kein Ladenlokal haben und von denen eine sogar nur an Gewerbetreibende vermietet. Das geht besser.
ChatGPT und Claude hingegen antworten korrekt: Einen Fernseher mietest du in Ratingen bei euronicsXXL Johann+Wittmer. Claude ergänzt noch Onlineservices, markiert diese im Gegensatz zu Lumo aber klar als nicht regionale Anbieter – das ist völlig ok.
Weitere Tests fallen schlechter aus. Als ich nach Craftbeerbars in Bonn frage, nennt es mir fünf – zwei davon sind schon eine Weile dauerhaft geschlossen und eine dritte ist in Köln. Dafür wird eine seit bestimmt 10 Jahren geöffnete Cocktailbar als neu eröffnete Craftbeerbar aufgeführt. Vier von fünf Ergebnissen sind falsch – das ist noch viel Luft nach oben.
(Zugegeben: Auch ChatGPT und Claude haben hier nicht brilliert, waren aber immerhin näher an der Realität).
Besser schneidet Lumo ab, als es darum geht, ein langes PDF zusammenzufassen oder auch eine E-Mail zu formulieren.

Wann ist Lumo die bessere Wahl als ChatGPT, Claude, Gemini und Co?
Ganz klar: Wenn es um sensible Daten geht. Wenn du ChatGPT als Therapeut:in einsetzt oder Firmendokumente von Gemini zusammenfassen lässt, gehst du große Risiken ein, denn niemand weiß, was mit den Daten und Informationen passiert.
Natürlich haben wir auch bei Proton keine Garantie, wir können nicht in ihre Serverlogfiles schauen, um sicherzustellen dass wirklich niemand etwas speichert. Aber im Vergleich zu anderen Anbietern sind die Chancen hier sehr hoch, dass deine Daten sicher sind.
Eine Alternative ist, ChatGPT mit Hilfe des Browsers Duckduckgo anonym zu nutzen, worüber Kollege Frank Müller kürzlich geschrieben hat.
Fazit
Lumo kann mit den großen KIs im Funktionsumfang nicht mithalten und wird es vermutlich auch niemals können. Aber dass es eine KI gibt, die Datenschutz ernst nimmt, ist ein unglaublicher Gewinn. Du kannst Lumo als Ergänzung zu deiner Lieblings-KI sehen: Wenn es um sensible Daten geht, nutzt du Lumo, wenn es öffentliche Daten sind, weiterhin die KI deiner Wahl.
