Instagram Bolt: Snapchat-Konkurrent für die Instagram-Community

Für das soziale Fotonetzwerk Instagram ist gestern Nacht die neue App Bolt erschienen. Die erlaubt es Instagram-Nutzern Fotos und Videos direkt an die besten Freunde zu schicken. Diese Bilder lassen sich nur ein einziges Mal ansehen und werden dann mit einem Wisch gelöscht. Bislang wirkt die App sehr jugendlich, etwas zu bunt und sie ist bislang nur in drei kleinen Märkten erschienen.

Zu Beginn steht Bolt nur in Neuseeland, Singapur und Südafrika zur Verfügung. Marktbeobachtern zu Folge dient dieser kleine Start dazu, die App in drei kleinen englischsprachigen Märkten zu testen, um später für den globalen Rollout besser vorbereitet zu sein. Bislang allerdings darf man noch bezweifeln, ob Bolt mehr als eins der vielen Experimente des neuen Instagram-Eigners Facebook sein kann.

Kein echter Zusatznutzen

Bolt wirkt optisch wie aus den 1990er Jahren geholt. Für den Anfang haben Nutzer nur die Möglichkeit, Bilder mit ihren 20 besten Freunden zu teilen. Die Bilder und Videos werden jeweils unbearbeitet zu den Freunden geschickt, also nüchtern, ohne Glamour und nicht mit den klassischen Kunstfiltern verfremdet, mit denen Instagram so berühmt geworden ist.

Instagram_Bolt

Facebook hatte erst vor wenigen Wochen mit Slingshot den ersten ernst zu nehmenden Versuch gestartet, um dem großen Konkurrenten Snapchat etwas entgegen zu setzen. Snapchat ist vor allem bei Jugendlichen beliebt. Hier lassen sich Textnachrichten und Bilder an die Freunde verschicken, die sich nach wenigen Sekunden in Luft auflösen. Diese Art der Kommunikation bietet den Reiz, auch einmal etwas „Verbotenes“ zu schicken, was man später nicht mehr bereuen kann, da keine Beweise mehr vorliegen. Slingshot arbeitet nach einem ähnlichen Prinzip: Bilder treffen verpixelt ein und können vom Empfänger erst gesehen werden, wenn dieser selbst etwas zurückschickt.

Bislang eher halbherzig

Bolt geht in eine ganz ähnliche Richtung: Mit einem Wisch lassen sich empfangene oder gesendete Bilder in Luft auflösen. Bolt ist also eine Mischung aus Slingshot, Snapchat – und auch dem Berliner Vorbild Taptalk. Warum Facebook nun eine weitere App gegen Snapchat ins Rennen schickt, bleibt Spekulation: Zum einen nagt es laut Branchenexperten an Facebook-Chef Mark Zuckerberg, dass Snapchat sein milliardenschweres Übernahme-Angebot im vergangenen Jahr ausgeschlagen hatte. Zum anderen gilt das bei Jugendlichen sehr beliebte Instagram als Zukunftsprojekt für Facebook mit hohem Wachstumspotenzial.

Um die Sprache der Jugend zu sprechen, müssen hier also auch Funktionen für Jugendliche her. Dass Bolt hierbei die für Instagram typischen Fotofilter weg lässt, ist zu diesem Zeitpunkt eher enttäuschend. Denn damit bietet Bolt keine echte Zusatzfunktion gegenüber Snapchat und könnte so schnell wieder an Reiz verlieren.

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