Hyperlapse: Das nächste große Ding von Instagram und Facebook?

Ohne großes Tamtam veröffentlichte die zu Facebook gehörende Fotocommunity Instagram eine neue App, die diesmal in erster Linie für Hobbyfilmer gedacht ist. Hyperlapse hat es in sich, bietet das kleine Programm doch die Möglichkeit, schicke Zeitraffer-Spots zu erstellen. Mit der gleichen Idee und ähnlicher Technik wollte Microsoft kürzlich auch beeindrucken.

Drehen wir die Zeit um zwei Wochen zurück: Die Research-Abteilung von Microsoft präsentierte voller Stolz eine Funktion namens Hyperlapse. Bei dieser soll es dank einer Software-Lösung möglich sein, geschmeidige, flüssige und eindrucksvolle Zeitraffervideos von regulären Actioncams wie der GoPro herzustellen. Die Resultate sahen in der Tat erstaunlich gut aus, die Forscher des Redmonder Konzerns erläuterten ausführlich die Funktionsweise auf der extra eingerichteten Webseite. Für eine Software bzw. App war es aber zu früh. Die hat jetzt zufällig (?) Instagram parat. Das Konzept ist identisch, auch hier sollen Videos, die von einer sich bewegenden Kamera aufgenommen werden, geschmeidige Verläufe erhalten, die vor allem bei hohen Geschwindigkeiten visuell zur Geltung kommen.

Nichts geklaut?

Während bei Microsofts Ansatz allerdings sämtliche Einzelbilder eines Videos analysiert und diese neu zusammensetzt werden, nutzt Instagrams Hyperlapse-App die Gyroskop-Sensoren der Smartphones, um so Aufnahmen „zu beruhigen“ und flüssigere Resultate sicherzustellen. Gegenwärtig ist das Programm ausschließlich für Apples mobile Geräte gedacht, iPhone-Besitzer dürfen in Windeseile prächtige Zeitraffer-Szenen aufnehmen und diese über Instagram sowie Facebook teilen. Hyperlapse, was übrigens sowohl den Namen der Funktion als auch der der App entspricht, setzt auf eine simple Bedienung: Aufnahmebutton drücken, nach dem Speichern die Geschwindigkeit festlegen – fertig. Genau das könnte bei den aktiven Instagram-Nutzern gut ankommen.

Wired zufolge haben Facebook und Instagram unabhängig von Microsoft an solch einer Videoverfeinerung gearbeitet. Während Microsoft bisher aber nur zeigbare Prototypen am Start hat, ist Mark Zuckerbergs Konzern einige Schritte weiter. Angeblich würden Instagram-Mitarbeiter Hyperlapse seit Monaten testen – so heißt es jedenfalls. Andererseits scheint es kaum vorstellbar, dass man Microsofts Idee innerhalb von zwei Wochen kopieren konnte.

Sei’s drum: Für die Verantwortlichen ist Hyperlapse eine wichtige neue App, die allerdings absichtlich nicht in Instagram integriert wird. Unverändert achtet Facebook auf eine Trennung der Kernfunktionen hauseigener Services – von Facebook über den Facebook Messenger, WhatsApp oder Facebook Seiten bis hin zu Instagram und Hyperlapse. Das bringt fraglos den Vorteil mit sich, dass Nutzer entscheiden können, was sie auf ihrem Mobiltelefon oder Tablet installieren und verwenden wollen.

Wohin die Reise gehen wird mit dieser neuen, aber wirklich spannenden Funktion? So ganz klar scheint das nicht. Andererseits wird Facebook hier sicherlich keinen Schnellschuss gewagt haben, nur um Microsoft die Stirn zu bieten. Denkbar wäre es, dass Hyperlapse zu einer Video-Community ausgebaut wird. Vielleicht aber ist es auch nur ein neues Tool, um weitere Daten von Menschen zu sammeln? Womöglich aber könnte die App einfach nur Spaß bereiten wollen. Wie wäre es mit einem Versuch? Für iOS ist die Software bei iTunes erhältlich.

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