Moderne Smart- und Sportwatches kennen uns besser als wir uns selbst. Immer leistungsfähiger werden die Geräte jüngst darin, auch unsere psychische Gesundheit zu tracken und zu verbessern. Huaweis neue Sportuhr Watch GT6 Pro ermittelt dabei ziemlich genau, wie du dich gerade fühlst. Und dank der ungemein ausdauernden Batterie und dem tollen Display macht das nachhaltig Spaß. Nur an manchen Stellen nervt die Uhr.
Das Wichtigste in Kürze
Inhalt:
Huawei Watch GT6 Pro: Verfügbare Modelle
Die Huawei Watch GT6 Pro ist der Nachfolger der GT5 Pro. Sie kommt in einer Einheitsgröße mit 45mm-Display und ist zudem das Pro-Modell der etwas schwächer ausgestatteten GT6-Serie (41mm oder 46mm). Die Watch GT6 Pro kommt in zwei Farben: mit silbernem oder schwarzem Titangehäuse.
Die Version mit Titanarmband ist noch einmal rund 100 Euro teurer als die Watch mit Armbändern aus Fluorelastomer oder Nylon. Einen Mobilfunkchip besitzt sie nicht.
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Huawei Watch GT6 Pro im Vergleich
Der Huawei Watch GT6 Pro verfügt über Saphirglas und Titanlegierung, die die einfache Watch GT6 nicht hat. Gleiches gilt für die erweiterten Trailrunning-Eigenschaften, die EKG-Aufzeichnung sowie die Unterstützung für die Sportarten Freitauchen und Golf.

Der Vorgänger Huawei Watch GT5 musste auf diese Eigenschaften ebenfalls noch verzichten und noch mit einem weniger hellen Display (1200 statt 3000 nits) auskommen.
Die Huawei Watch GT6 Pro hat durch die neuartige Akkutechnologie namens „High-Silicon Stacked Special-Shaped Battery“ eine – laut Hersteller – 65 Prozent höhere Akkulaufzeit als der Vorgänger. Die mindestens 12 Tage Laufzeit bei gemischter Nutzung ohne Always-on-Display (dann nur 7 Tage, maximal 21 Tage, bis 40 Stunden mit dauerhaft aktiviertem GPS) kann ich bestätigen.
Hardware: Das steckt in der Huawei Watch GT6 Pro
Saphirglas und Titanlegierung sollen die Huawei Watch GT6 Pro vor Kratzern schützen. Ich erhielt die Version mit einem Titanarmband zum Testen. Das ist über einen Druckverschluss mit zwei Fingern leicht zu öffnen. Glieder der Kette kannst du einfach über einen Klippmechanismus entfernen und die Breite des Armbands so anpassen.

Steuern kannst du die Watch per Touchdisplay, die drehbare Krone und eine seitliche Bedientaste. Also nicht mehr als nötig. Die Bedienung fand ich deswegen einfach, das Menükonzept übersichtlich.
Großes Highlight der Watch GT6 Pro ist das nicht nur riesige (1,47 Zoll), sondern auch knackscharfe Display (446 x 446 px, 317 ppi). Die Kombination aus beidem erlaubt etwa, dass in der App-Übersicht nicht nur Icons zu finden sind, sondern auch die kleine Schrift darunter noch gut zu lesen ist.

Wie bei allen modernen Sportwatches befindet sich ein optischer PPG-Sensor auf der Rückseite, der nur leicht aus dem Gehäuse heraussteht und nicht weiter stört.

Das Display ist nach IP68 und IP69 gegen eindringendes Wasser und Staub geschützt. Tauchgänge bis 40 Meter (5 ATM) sind laut Huawei erlaubt.
Verselbständigt sich im Kontakt mit Wasser
Der Schutz gegen Untertauchen umfasst allerdings keinen Modus gegen die Bedienung im Wasser. Beim Duschen schaltet sich zuweilen das Display ein und Wassertropfen lösen zufällige Dinge aus. Eine Bedienung unter Wasser bei einem Aquafitness-Kurs (als Sportart übrigens nicht unterstützt) ist schwierig. Nachdem ich dort „Freies Training“ ausgewählt habe, verselbständigt sich die Uhr bei den Bewegungen unter Wasser und bricht die Aufzeichnung irgendwann ab.

Die Watch verfügt über ein Mikrofon und einen gut hörbaren Lautsprecher für Workout-Ansagen. Du kannst mit gekoppeltem Smartphone auch über die Watch GT6 Pro telefonieren.
Laden kannst du sie über eine mitgelieferte, magnetische Ladeschale. Am anderen Ende: ein klassischer USB-A-Stecker… Das vollständige Aufladen dauert rund 1 Stunde.

Leicht ist die Uhr derweil nicht: Sie bringt ohne Armband schon 54 Gramm auf die Waage. Mit Titanarmband sind es rund 90 Gramm. Das ist halb so schwer wie ein kleines Smartphone.
Technische Daten Huawei Watch GT6 Pro
| Spezifikation | Huawei Watch GT6 Pro |
|---|---|
| Maximale Akkulaufzeit | Bis zu 21 Tage; 12 Tage bei gemischter Nutzung, bis 40 Stunden bei daueraktiviertem GPS |
| Akku | 867 mAh (High-Silicon Stacked Special-Shaped Battery) (65 % mehr Kapazität als Vorgänger) |
| Spitzenhelligkeit des Displays | 3000 nits (Vorgänger: 1200 nits) |
| Displaygröße | 1,47 Zoll Amoled |
| GPS-System | Huawei Sunflower Positioning System (basierend auf 3D Converged Positioning Technology) |
| Wasserdichtigkeitsklasse | 5ATM, IP68, IP69 |
| Gehäusematerialien | Saphirglas und Titanlegierung |
| Virtuelle Radfahrleistung | Ohne externen Leistungsmesser |
| Sensor-System | TruSense System; 9-Achsen-Sensor (einschließlich Beschleunigungs-, Gyroskop- und Magnetometer-Sensoren) |
| Maße (L x B x H) | 45,6 mm x 45,6 mm x 11,25 mm |
| Kompatibel mit | iOS & Android |
Praxistest
Wirklich vielseitig: Die Huawei Watch GT6 Pro misst einiges an deiner Gesundheit, etwa:
- EKG
- SpO2
- Pulswellenanalyse von Herzrhythmusstörungen
- Arterielle Steifigkeit
- Schlaf
- Beobachtung der Schlafatmung
- Herzfrequenz
- Hauttemperatur
- Emotionales Wohlbefinden
Arterielle Steifigkeit und die Pulswellenanalyse ermittelt die Uhr nach Freigabe in der Huawei-Health-App über eine 30-sekündige Messung, bei der du einen Finger an den seitlichen Sensor legst.






Spannend ist die Messung des emotionalen Wohlbefindens. Huawei verrät nicht genau, wie die Uhr diese bestimmt, nur dass Gesundheits- und Sensordaten zum Einsatz kommen. Sicher sind auch Werte der Stresslevelmessung durch die Herzfrequenzvariabilität darunter.
Bei zufälligen Messungen erkennt das Programm jede meiner Stimmungen erstaunlich genau:
- Nach einer Woche Achtsamkeits-Bildungsurlaub im Kloster: Angenehme Stimmung
- Beim zweiten Arbeitstag nach dem Bildungsurlaub: Unangenehmes Befinden.
- Am Tag danach, wo sich der Stress wieder aufgelöst hatte: „Entspannt“ und „Zufrieden“.




Sport-Tracking: Die Watch will dein Coach sein
Etwas zu eingreifend finde ich die Watch GT6 Pro bei einem Functional Training. Hier will die Watch Workout- und Pausenzeiten selbst vorgeben. Was sie nicht „weiß“ und auch nicht einkalkuliert: Ich befinde mich da in einem Fitnesskurs, in dem der Trainer eben jene Zeiten und Übungen selbst bestimmen will. Hier kommen sich Uhr und Trainer ins Gehege, und auch die Kalorienmessung ist danach völlig abseits der Realität.
Höchstinteressant derweil das Tracking der Sportwatch während einer Radfahrt durch die Innenstadt. Die Watch trackt jede kleinste Bewegungsänderung und stoppt den direkten Workout, wenn ich vor einer Ampel zum Stehen komme. Fahre ich danach weiter, registriert die Watch auch das und lässt das Training weiterlaufen.
Wer kann deine Gesundheitsdaten einsehen?
Um die Huawei Watch GT6 Pro zu benutzen, benötigst du die Huawei Health App. Die synchronisiert und speichert deine Daten verschlüsselt auf einem iPhone oder Android-Gerät. Weder Huawei, noch die Plattform-Betreiber haben dann Zugriff auf deine verschlüsselten Daten. Hast du die Huawei Cloud aktiviert, gelangen deine Daten – verschlüsselt – auch dorthin. Huawei verspricht in der eigenen Datenschutzerklärung, dass die Verarbeitung und Speicherung deiner Daten nur nach deiner ausdrücklichen Zustimmung zu Zwecken der App-Funktionalität erfolge.
Teilst du deine Daten mit Google Fit (Android) können sie – nach deiner ausdrücklichen Zustimmung – auch mit Dritten wie Versicherungen geteilt werden. Das Apple Improve Health Program (iOS) kann deine Daten – nach deiner Zustimmung – für dich auswerten, trennt sie aber von deiner Person.
Software
Huawei schweigt sich darüber aus, welches Betriebssystem auf der Watch GT6 Pro läuft. Das ansonsten universell eingesetzte Harmony OS ist es offenbar nicht. Davon zeugt auch, dass du zwar einzelne Apps über die AppGallery-Funktion in der Huawei-Health-App verwalten, aber keine beliebigen Apps installieren kannst.
Dennoch: Eine Anbindung zu den beliebten Activity-Apps Komoot und Strava ist vorhanden. Du kannst deine Workouts direkt dort hochladen. Zudem verfügt die Watch über herunterladbares Kartenmaterial, etwa für deine Region.
Fast jede Funktion musst du erst einmal freischalten. Einige der Körperanalyse-Funktionen sogar über die Huawei-Health-App. Die Aktivierung des Ruhezustands erklärt dir jedes Mal, welche Funktionen dir dann noch zur Verfügung stehen und welche nicht, bevor du erneut bestätigen musst, den Modus einzustellen. Das nervt auf die Dauer.




Kleine Nervfaktoren
Auch die standardmäßig aktivierten Ansagen kommen etwas zu häufig und lassen sich dann nicht vollständig deaktivieren – nur leise stellen. Das stört, etwa wenn du damit in einem ruhigen Fitnessstudio-Kurs die versammelte Mannschaft amüsierst. Oder mitten im Ballwechsel bei einem Tischtennis-Match plötzlich eine Durchsage kommt, die du nicht abschalten kannst.
Dass die Ansagestimme recht natürlich und sogar immer leicht enttäuscht klingt, wenn du einen Workout pausierst, hat mich derweil amüsiert.
Sitzt du zu lange herum, fordert dich die Watch auf, ein kleines Training zu starten. Das haben andere Watches auch. Wettbewerber Garmin verlangt dann von dir ein besseres Ausschütteln für 30 Sekunden. Bei der Huawei Watch sind es toughe 3 Minuten! Das ist schon etwas lange…
Watchfaces stehen dir standardmäßig etwa zehn zur Verfügung. Weitere kannst du über die Huawei-Health-App teils kostenpflichtig nachladen. Hängen geblieben bin ich am Zifferblatt „Activity Rings“, das eine Stunde nicht in 5-Minuten-Schritten abstuft, sondern in 7,5-Minuten-Schritten. Mal etwas völlig Neues…

Stärken der Huawei Watch GT6 Pro
Bist du gestresst oder fühlst dich nicht wohl, hat die Watch denn auch gleich Hilfestellungen für dich parat: Meditations- oder Achtsamkeitsübungen.
Schwächen der Watch GT6 Pro
Fazit: Huawei Watch GT6 Pro – die Watch, die dich kennt
Huawei macht mit der Watch GT6 Pro sehr viel richtig. Denn der Hersteller hat erkannt, worauf es bei einer guten Sportwatch ankommt: eine lange Ausdauer, vielseitige Funktionen und trotzdem ein hochauflösendes, helles Display, auf dem sich alles hervorragend ablesen lässt.
Das Sporttracking ist sehr gut. Nur manchmal nerven Ansagen oder Dinge, die bestätigt werden wollen.
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Dazu ist die Watch ungemein vielseitig und ermittelt mit Luxus-Funktionen wie EKG oder Pulswellenmessung, wie es dir so geht. Auch psychisch, über die App „Emotionales Wohlbefinden“.
Noch spricht Huawei mit diesem Erfahrungsschatz keine Empfehlungen für deinen Tagesplan aus. „Leg eine Pause ein und meditiere zehn Minuten!“ könnte der nächste Schritt sein. Bis dahin ist es nicht mehr weit.
- Tolles Display
- Starker Akku
- Umfangreiche Funktionen
- Emotionserkennung
- iOS- und Android-kompatibel
- Bedienung bei Nässe schwierig
- Nicht App-fähig
