Die Huawei Watch D gilt als erste Smartwatch, mit der du deinen Blutdruck ohne zusätzliche Hilfsmittel oder eine Kalibrierung messen kannst. Fast vier Jahre nach dem Erscheinen ist nun die dritte Version erhältlich, die der Hersteller im Vergleich zur starken und mittlerweile auch fast zwei Jahre alten Huawei Watch D2 noch einmal verbesserte. Zwar gibt’s keine technologischen Quantensprünge, doch die Huawei Watch D3 geht weiter Richtung Lifestyle-Smartwatch. Du siehst ihr wirklich nicht an, dass du mit ihr Blutdruck messen kannst. Aber nicht nur das…
Das Wichtigste in Kürze
Das ist neu an der Huawei Watch D3
Am bewährten Konzept der Watch D-Serie hat Huawei freilich nichts geändert: Im Fokus steht die Blutdruckmessung im Stil eines Handgelenk-Blutdruckmessgeräts. Das brauchst du mit der Uhr nicht mehr, denn im Armband befindet sich ein Luftkissen, das sich beim Messen aufpumpt.

Die Huawei Watch D3 ist in der EU nach der Medizinprodukteverordnung CE-MDR-zertifiziert. Die Zertifizierung bezieht sich auf Einzelmessungen, die ambulante 24-Stunden-Blutdruckmessung sowie Messungen vor und nach dem Training. Die Werte können für die Verlaufskontrolle und als Gesprächsgrundlage beim Arzt hilfreich sein, ersetzen aber keine ärztliche Diagnose.
Spätestens seit dem Erscheinen der Huawei Watch D2 in Blau beherrscht die Langzeit-Blutdruck-Messung (ABPM) auch der Vorgänger. Dagegen kannst du ausschließlich mit der D3 vor und nach einem Training den Blutdruck messen.

Eine an sich nicht große, aber nicht irrelevante Neuerung betrifft das Gehäuse: Die Huawei Watch D3 ist 11,3 mm dünn und etwas kompakter als die Vorläufer. Zugleich wuchs das Display um 0,1 Zoll auf 1,92 Zoll. Apropos: Der AMOLED-Bildschirm schafft nun Spitzenhelligkeiten bis 3.000 Nits – deutlich mehr als das Display der D2. Das Armband selbst ist weniger breit und etwas leichter.
Zwar sprechen wir letztlich über ein paar Gramm und ein paar Millimeter weniger, doch Huawei betont: Das soll sich vor allem beim Schlafen und Tracking in der Nacht positiv bemerkbar machen. Uns fiel dagegen sofort auf: Die Huawei Watch D3 wirkt noch stylischer als die D2.

Technische Daten Huawei Watch D3
| Display: | 1,92 Zoll AMOLED, 408 x 480 Pixel, 328 ppi, bis zu 3.000 Nits |
| Maße: | 46,5 x 41 x 11,3 mm |
| Gewicht: | circa 40 g ohne Armband |
| Gehäusematerial: | Aluminiumlegierung |
| Armbandbreite: | 25,5 mm |
| Geeigneter Handgelenkumfang: | 130–210 mm |
| Blutdruckmessung: | oszillometrisch per aufblasbarem Luftkissen im Armband |
| Ambulante Blutdruckmessung: | Ja, ABPM über Tag und Nacht |
| Messung vor und nach dem Training: | Ja |
| EKG: | 1-Kanal-EKG |
| Herzfrequenzmessung: | Ja, optischer Herzfrequenzsensor |
| Blutsauerstoffmessung: | Ja, SpO₂ |
| Schlaf-Tracking: | Huawei TruSleep 5.0 |
| Temperatursensor: | Ja |
| Sportmodi: | mehr als 100 |
| Navigation: | GPS/GNSS |
| Höhenmessung: | Barometer |
| Telefonie: | Bluetooth-Telefonie über integriertes Mikrofon und Lautsprecher |
| NFC: | Ja; Bezahlen über Curve Pay |
| Bluetooth: | Bluetooth 6.0, BR und BLE |
| WLAN: | 802.11 b/g/n |
| Betriebssystem: | Huawei HarmonyOS |
| Kompatibilität: | Android 8.0 oder höher, iOS 13.0 oder höher |
| Akku: | 540 mAh, Laufzeit bis zu 6 Tage bei typischer Nutzung und bis zu 1 Tag bei aktivierter ABPM-Funktion und 15-Minuten-Intervallen |
| Ladezeit: | etwa 75 Minuten |
| Laden: | kabellos über spezielle Ladeschale |
| Medizinische Zertifizierung: | CE-MDR-Zertifizierung für bestimmte Blutdruckmessfunktionen |
| Lieferumfang: | Uhr, Luftkissen-Armbänder in zwei Größen, Messstreifen, Ladeschale und Anleitung |
Weitere Verbesserungen betreffen die Hardware: Die D3 verfügt jetzt über Bluetooth 6.0, der Akku ist auf 540 mAh gewachsen und das Ladegerät hinterlässt endlich einen wertigeren Eindruck. USB-C und ein flotteres Aufladen gibt’s obendrauf.
Dich erwarten also etliche Detailverbesserungen, die vermutlich Besitzer:innen der Huawei Watch D2 und vor allem der D1 auffallen dürften. Zugleich ist aber klar: Außergewöhnlich viele Neuerungen sind das nicht, ein Wechsel vom direkten Vorgänger auf die D3 lohnt sich nicht.
Huawei Watch D3 im Alltag
Absolutes Highlight der Huawei Watch D3 ist die hervorragende Blutdruck-Messung, die uns im Praxistest (wie schon bei den Vorgängern) überzeugen konnte. Gegenüber einem Oberarmmanschetten-Blutdruckmessgerät gibt’s höchstens marginale Abweichungen. Zumindest einem Blutdruckmessgerät fürs Handgelenk steht die D3 in nichts nach – im Gegenteil.
Und wer schon einmal ein 24h-Blutdruckmessgerät von seinem Hausarzt erhalten hat, möchte in Zukunft am liebsten nur noch die D3 stattdessen verwenden. Allerdings ist die erstmalige Einrichtung ein klein wenig komplexer, da du dich für das richtige Armband mit integriertem Luftkissen entscheiden musst. Zwei Größen liegen der Uhr bei, genauso ein Band zum Abmessen des Handgelenks. Innerhalb weniger Minuten ist das erledigt und nur einmalig nötig.

Huawei nennt bis zu sechs Tage Akkulaufzeit bei typischer Nutzung. In unserem Test hielt die Uhr bei normaler Verwendung ungefähr so lange durch. Mit aktivierter 24-Stunden-Blutdruckmessung kann die Laufzeit dagegen auf etwa einen Tag sinken. Eine leere Uhr lädst du in rund 75 Minuten auf – das stimmt mit dem überein, was auch Huawei offiziell angibt. Immerhin: Das geht jetzt deutlich schneller als beim Vorgänger.
Was als weiteren Vorteil hervorzuheben ist: Die D3 kannst du mit einem Android-Smartphone oder einem iPhone gleichermaßen koppeln. Entsprechende Apps sind verfügbar und für die vollwertige Verwendung auch nötig. Auf der Uhr selbst läuft das Huawei-eigene HarmonyOS in der aktuellen Version 7.

Besagte ABPM-Funktion, die auf Wunsch alle 30 Minuten den Blutdruck für eine Langzeitmessung feststellt, ist ein spannendes Element. Gerade das fast lautlose Aufpumpen des Armbands und die schnell dargestellten Ergebnisse zeigen, wie clever das der Hersteller löste. Aber das ist etwas, was du vermutlich nicht tagtäglich nutzt.
Im Alltag gefällt uns die Akkulaufzeit, die nahezu jede WearOS-Smartwatch oder die Apple Watch übertrumpft. Stark sind auch das auf Wunsch enorm helle Display und das überraschend flotte Navigieren durch die Menüs.



Und man muss es ganz klar sagen: Bezogen auf die Verarbeitung, die Qualität des Armbands und das Design gibt es wahrlich nichts zu nörgeln. Ja, die Huawei Watch D3 ist kein Schnäppchen, dir bietet der Hersteller aber ein erstklassig verarbeitetes Produkt, das uns speziell in Schwarz ausgesprochen gut gefällt. Mag sein, dass Außenstehende die D3 mit einer Apple Watch verwechseln könnten, doch bei genauerer Betrachtung zeigen sich dann die Unterschiede.
Großer Funktionsumfang
Auch wenn die oszillometrische Blutdruckmessung per aufblasbarem Luftkissen das wichtigste Alleinstellungsmerkmal der Huawei Watch D3 ist, bietet sie noch sehr viel mehr. Hier hält sie sich an die von anderen Smartwatches bekannten Features. Besonders hervorzuheben sind:
- Health Insights: Behalte die wichtigsten Gesundheitsdaten und die Entwicklung deines Blutdrucks im Blick. Herzfrequenz, Schrittzähler und SpO₂ fehlen natürlich nicht.
- Health Glance: Lass dir eine umfassende Gesundheitsübersicht basierend auf 11 Indikatoren präsentieren. Grafiken und Diagramme erleichtern das Verständnis.
- Intelligente Erinnerungen: Erhalte eine Benachrichtigung, wenn sich Werte wie Körpertemperatur oder Blutdruck auffällig ändern.
- EKG-App: Erstelle einen EKG-Bericht für die weitere Verwendung oder zur Weitergabe an einen Arzt.
- Schlafgesundheit: TrueSleep 5.0 stellt dar, wie gut dein Schlaf ausfällt und wie das Verhältnis zwischen tiefem Schlaf, REM-Schlaf und leichtem Schlaf ist.
- Emotionales Wohlbefinden: Stimmungsveränderungen stellt die Uhr in Form von farbigen Blumen dar.
- Family Health: Erhalte auf Wunsch Gesundheitswerte von anderen Familienmitgliedern.
- Trainingsmodi: Über 100 Sportarten, darunter Golf, Wintersport oder Trailrunning, unterstützt die Huawei Watch D3.
Darüber hinaus kannst du dank Mikrofon und Lautsprecher via Bluetooth-Verbindung zu deinem Smartphone telefonieren. Weitere Funktionen erhältst du im Huawei-eigenen Store AppGallery. Dort findest du Anwendungen wie Taschenrechner, Spotify-Controller, Smartphone-Kamera-Fernsteuerung oder eine inoffizielle Unterstützung für Google Maps. Dadurch steigt der Mehrwert der Uhr noch einmal, aber: Im Vergleich zu Uhren mit WearOS oder WatchOS ist das Angebot an Apps extrem gering. Dagegen ist die Vielfalt ans erhältlichen Ziffernblättern enorm – hier dürfte jeder das passende Watchface finden.









Die Huawei Watch D3 bietet jetzt von Haus aus Bezahlung via NFC. Dazu greifst du auf den Dienst Curve Pay zurück. Der unterstützt die meisten Visa- und Mastercards.
Nachteile der Huawei Watch D3
Tatsächlich war Huawei bemüht, einige Kritikpunkte der Vorgänger auszumerzen. Der Hersteller ersetzte das billig anmutende Ladeteil der Watch D2 durch ein ähnliches, aber etwas besseres. Dieses erlaubt nicht nur schnelleres Aufladen, sondern verfügt auch über USB-C statt bisher USB-A. Der Wireless Supercharger erlaubt nun bis zu 7,5 Watt. Geblieben ist dagegen die Tatsache, dass du die Smartwatch nicht einfach auf die Ladestation legen kannst. Das ist sicherlich auch dem geschlossenen Armband geschuldet, aber optimal ist das nach wie vor nicht.

Die Watch D3 besitzt zwar weiterhin eine IP68-Einstufung, ist aber kein Gerät für Schwimmen, Duschen oder längeren Wasserkontakt. Huawei rät außerdem dazu, die Uhr vor einer Blutdruckmessung vollständig zu trocknen. Für Wassersport ist sie damit ungeeignet.
Da die Watch D3 das Huawei-eigene Betriebssystem HarmonyOS verwendet, bekommst du nur wenige Apps und keine offiziellen Programme zum Beispiel aus dem Google-Universum (Kalender, Maps, Gemini). Das ist und bleibt bedauerlich, ist aber bei allen atuellen Smartwatches von Huawei so. Auf Benachrichtigungen von Smartphone-Apps oder Kalender-Einträgen vom Google Calendar musst du dagegen nicht verzichten.

Übrigens: Der integrierte KI-Assistent des Herstellers ist zumindest gegenwärtig zu nichts zu gebrauchen und versteht grundsätzlich nicht, was wir von ihm wollen. Das Feature ist also noch ausbaufähig.
Weiterhin sind da einige Baustellen: Musikstreaming über Anbieter wie Spotify, Deezer und Co. ist regulär nicht vorgesehen. Und das Hochladen eigener Files ist irgendwie auch nicht mehr zeitgemäß bzw. komfortabel gelöst.
Fazit: Stimmiger Nachfolger
Auch wenn die Huawei Watch D3 optisch und bezogen auf Funktionsumfang kaum von einer regulären Smartwatch zu unterscheiden ist, ist sie relativ teuer. Das liegt freilich an der vollwertigen Blutdruckmessfunktion, die ein separates Handgelenk-Blutdruckmessgerät in vielen Alltagssituationen überflüssig macht. Speziell die 24-Stunden-Überwachung ist stark und für all diejenigen enorm spannend, die den Blutdruck kontrollieren wollen oder müssen. Es existiert schlicht keine nennenswerte Alternative zu der Watch-D-Reihe von Huawei.
Aber abgesehen vom Mangel an Konkurrenten gibt sich die Huawei Watch D3 kaum eine Blöße. Dich erwartet eine hochwertig verarbeitete Gesundheits-Smartwatch mit allen relevanten Funktionen, die du von einer modernen Uhr erwartest. Im Vergleich zu Watch D2 sind die Unterschiede allerdings überschaubar: Helleres Display, minimal überarbeitetes Design und etwas mehr Vielfalt bei den Farben machen deutlich, dass hier in erster Linie Feinschliff betrieben wurde. Aber genau das macht die D3 so interessant. Liebäugelst du schon länger mit der D-Serie, dann greif zur neuesten Huawei Watch D3. Einzig wirklich bedauerlich ist, dass die Uhr nicht zum Schwimmen und Duschen geeignet ist.

Schön wiederum sind wichtige Detailverbesserung wie endlich bargeldloses Bezahlen, das überarbeitete Ladegerät, das hellere sowie größere Display und der zügiger aufgeladene Akku. Bei Huawei hat man sich also Mühe gegeben, die schon gelungene Watch D2 an sinnvollen Stellen zu optimieren. Trotz kleiner Kritikpunkte ist die Huawei Watch D3 eine überzeugende Smartwatch mit herausragender Blutdruckkontrolle, die das Messen zu einem Kinderspiel macht. Wer’s genauer mag, greift freilich nach wie vor zu einem Messgerät mit Oberarmmanschette. Für die allermeisten Menschen ist diese Lösung aber praktischer und auf gewisse Weise auch cooler…
- Echte Blutdruckmessung per Luftkissen
- Bis zu 6 Tage Akkulaufzeit
- Umfangreiche Gesundheits- und Sportfunktionen
- Bezahlung via NFC möglich
- Sehr eingeschränktes App-Angebot
- Nicht zum Duschen, Schwimmen oder für Wassersport geeignet
- Spezielles Armband macht Laden umständlicher