HTC: U ist das neue One und buntes Glas das neue Metall

HTC hat zu einem ungewöhnlichen aber nicht unklugen Zeitpunkt seine neuen Smartphone-Flaggschiffe für dieses Jahr vorgestellt. Das U Ultra erinnert mit einem Zweitbildschirm an das LG V20. Die U-Serie soll die bisherige One-Reihe ersetzen.

Zwei neue Telefone, ganz aus Glas: HTC ist der erste der großen Smartphone-Hersteller, der in diesem Jahr seine neuen Flaggschiff-Modelle vorstellt. Beide firmieren unter der neuen Serie HTC U und werden in zwei Größen angeboten. Beiden gemeinsam ist das neue Design aus buntem Glas. HTC hat in die Telefone außerdem den eigenen persönlichen Assistenten Sense Companion eingebaut, der den Nutzer mit künstlicher Intelligenz unterstützen soll. Ähnlich macht es Google in den Pixel-Phones.

HTC U Ultra: Groß und stark

HTC U Ultra

HTC U Ultra

Das größere von den beiden U-Geräten ist gleichzeitig das stärkere und das eigentliche Schlachtschiff: das HTC U Ultra. Mit einer, wie ich finde, enormen Größe von 5,7 Zoll hat sich HTC beim U Ultra auch sonst nicht lumpen lasssen. Allenfalls vielleicht beim Akku.

Die technischen Highlights des HTC U Ultra:

  • 5,7-Zoll-Bildschirm mit einer Auflösung von 2.560 x 1.440 (Quad HD), Gorilla Glass 5 oder sogar Sapphire Glass (bei der 128-GB-Version). Zweitbildschirm oberhalb mit 2,05 Zoll und einer Auflösung von 160 x 1.040 Pixeln, ähnlich wie beim LG V20.
  • Qualcomm Snapdragon 821: Quadcore-Prozessor mit 2,15 GHz und 64 bit. Aktuell der beste Snapdragon-Prozessor auf dem Markt.
  • 4 GB RAM, wahlweise 64 oder 128 GB ROM, erweiterbar bis 2 TB.
  • Hauptkamera mit 12 Megapixeln und HTCs UltraPixel 2, Laser- und Phase-Detection-Autofokus, optische Bildstabilisierung, Blende f/1.8 und ein Sensor mit rückwärtiger Belichtung (BSI). Interessanter Nebenaspekt: Die Frontkamera löst mit 16 Megapixeln höher auf, muss aber bis auf die UltraPixel auf die anderen Vorzüge der Hauptkamera verzichten.
  • Akku: 3.000 mAh, QuickCharge 3.0
  • USB 3.1 Typ-C, kein Klinkenstecker, Bluetooth 4.2, WLAN 802.11 a/b/g/n/ac, NFC, integrierter Activity Tracker, LTE mit Cat 11 (bis 600 MBit/s im Downstream für LTE Max)
  • Betriebssystem: Android 7.0 mit HTC Sense und HTC Sense Companion

Weitere technische Eigenschaften findet ihr im offiziellen Datenblatt zum HTC U Ultra. Das Gerät ist damit wirklich stark ausgestattet. Lediglich beim Akku wären bei einem Smartphone in der Größe in meinen Augen auch locker 500 bis 1.000 mAh mehr Kapazität drin gewesen. Auffällig ist, dass HTC wie schon im HTC 10 auf eine Dualkamera verzichtet, obwohl man mit dem HTC One M8 vor drei Jahren als einer der ersten darauf setzte. Das scheint mittlerweile ohnehin eher ein Ding für billigere Smartphones zu sein…

HTC U Play: Kleiner und schwächer

HTC U Play

HTC U Play

Ähnlich wie Lenovo mit Motorola nennt auch HTC das kleinere und schwächere Modell der Flaggschiff-Reihe „Play“.

Auch hier ein Blick auf die technischen Highlights des HTC U Play:

  • 5,2-Zoll-Bildschirm mit einer Auflösung von 1.920 x 1.080px (Full HD) und Gorilla Glass.
  • Prozessor: MediaTek Helio P10 Octacore-Prozessor mit 64 bit.
  • 3 GB oder 4 GB RAM, 32 oder 64 GB ROM, erweiterbar bis 2 TB.
  • Hauptkamera mit 16 Megapixeln, Laser- und Phase-Detection-Autofokus, optische Bildstabilisierung, Blende f/2.0. Interessanter Nebenaspekt: Auch die Frontkamera löst mit 16 Megapixeln auf.
  • Akku: 2.500 mAh, Schnellladefunktion mit 5V/2A
  • USB 2.0 Typ-C, Bluetooth 4.2, WLAN 802.11 a/b/g/n/ac, NFC, LTE mit Cat 6 (bis 300 MBit/s im Downstream für LTE Max)
  • Betriebssystem: Android 7.0 mit HTC Sense und HTC Sense Companion

Weitere technische Details findet ihr im Datenblatt zum HTC U Play. Insgesamt scheint es mir schwächer ausgestattet zu sein als das U Ultra. Das finde ich schade, weil HTC damit ebenfalls der Unsitte folgt, „kleine“ Smartphones (und dazu muss man 5,2 Zoll mittlerweile wohl schon zählen) mit schwächerer Technik auszustatten als große. Einen echten Minuspunkt sehe ich beim U Play indes nur bei USB 2.0 und 2.500 mAh Akku. Da wären locker 3.000 mAh oder noch mehr drin gewesen, um das Gerät sicher über den Tag zu bringen.

Fazit: Vor allem beim Gehäuse was gewagt

Schaut man sich die Smartphones von heute an, muss man es fast schon so sagen: HTC war vor drei Jahren mit dem One M8 und dessen Uniboy-Aluminium-Gehäuse Vorreiter. Mittlerweile verwenden fast alle Hersteller von Rang und Namen für ihre teureren Geräte Metall. Und das ist todlangweilig. HTCs Idee, nun auf buntes Glas zu setzen, ist eine mutige Wette. Aber nicht immer war es von Erfolg gekrönt, wenn HTC der Konkurrenz ein wenig voraus war. Industrie und Kunden schienen lieber zu warten, bis Apple und Samsung modernere Designs massentauglich machten. Zumindest hier drücke ich HTC die Daumen, dass Glas nun das neue Metall ist, damit wir endlich mal was Neues zu sehen bekommen.

Auf der anderen Seite finde ich es daneben, dass HTC auf Monstrosität setzt: 5,7 Zoll für das eigentliche Flaggschiff U Ultra! Eigentlich muss jeder für sich entscheiden, welche Größe für ihn zu groß ist. Von daher richtig, dass HTC mit dem U Play eine kleinere Version des Flaggschiffs vorgestellt hat, und falsch, dieses deutlich schlechter auszustatten.

Interessant wird sein, wie sich HTCs „künstliche Intelligenz“ HTC Sense Companion in der Praxis schlägt. 2017 wird das Jahr der persönlichen Assistenten werden. Werden wir vielleicht schon in absehbarer Zeit gar nicht mehr ohne die ebenso schlauen wie allwissenden Helferlein auskommen? Es wird spannend sein, das zu beobachten.

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2 Kommentare zu “HTC: U ist das neue One und buntes Glas das neue Metall
    • Groß ist das neue Klein. 😉 Und ich bin immer erstaunt, wie schnell zwar meine Hände mitwachsen, wie mir die 5,5 und 5,7 Zoll dann aber doch wieder zu groß sind. Ich bin jetzt bei 5,2 Zoll. Vor ein paar Jahren hätte ich das riesig gefunden. Noch ein paar Jahre früher fand ich 4,7 Zoll gigantisch. Jetzt finde ich 5,2 Zoll handlich und praktisch…

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