Googles Entwicklerkonferenz I/O: Google breitet sich in alle Lebensbereiche aus

Google startete heute Abend in San Francisco die eigene Entwicklerkonferenz Google I/O. Zu sehen gab es vor allem viel und eine auffällige Ausbreitung der Google-Dienste auf alle Lebensbereiche. Wir haben die Highlights des dreistündigen Mammutauftakts zusammengefasst.

Android Auto: Google gab einen Vorgeschmack darauf, wie die eigene Lösung für Autos aussehen wird. Hier sollen Bordkonsolen der Automobilhersteller mit Smartphones kommunizieren, die spezielle Anwendungen für Autos liefern. Google geht hier also einen ganz ähnlichen Weg wie Apple und Microsoft. Viele neue Funktionen stellte Google hier noch nicht vor, doch das erste Video zum Projekt zeigt, dass man viel vorhat:

Android TV: Googles erneuter Versuch, die Android-Plattform auf TV-Bildschirme zu bringen, nachdem man mit Google TV seinerzeit damit gescheitert war. Das Produkt ist allerdings nur eine Software, die auf Fernsehgeräten oder TV-Boxen laufen und maßgeblich Produkte und Spiele aus Googles eigenen Content-Stores anbieten soll. Steuern lässt sich die Software auf Wunsch per Sprache, Smartphone-App oder Smartwatch. Google muss hiervon allerdings noch Gerätehersteller überzeugen, die beim Thema Smart TV gerne ihr eigenes Süppchen kochen. Wird also wieder eine hohe Herausforderung für Google.

Android Wear: Google konkretisierte das bereits vor einigen Monaten vorgestellte Android Wear. Nutzer erhalten Informationen über Karten eingeblendet. Benachrichtigungen, die man auf einer solchen Touchscreen-Uhr wegwischt, verschwinden auch auf dem Smartphone. Etwa zeitgleich stellte Samsung noch heute Abend die Smartwatch Gear Live mit Android Wear vor, die ab sofort verfügbar sein soll.

Samsung Gear Live mit Android Wear

Samsung Gear Live mit Android Wear

Android L: Die nächste Android-Version wird Android L heißen und im Herbst veröffentlicht werden. Google bot eine Vorschau auf das, was die größte Design-Weiterentwicklung seit Android 4.0 werden soll. Karten, wie bereits unter Google Now bekannt, sollen im Fokus des neuen Systems stehen.

Android One: Kein neues Betriebssystem, sondern eine Art Referenzdesign, das Smartphone-Hersteller verwenden können, um preisgünstige Smartphones mit Google-Vorzügen unter das Volk zu bringen. Die Initiative erinnert an Googles Nexus-Reihe, soll aber mehreren Herstellern zur Verfügung stehen und Telefone vor allem in Schwellenmärkten auf den Markt bringen, die weniger als 100 US-Dollar kosten.

Android-Apps für Chromebooks: Über einen Emulator sollen ab Herbst einige Android-Apps auf Googles Chromebooks kommen. Diese werden dort nicht nativ, sondern in einer Art Kasten laufen. Es ist ein erster Schritt, wie Chromebooks bessere Apps erhalten sollen, um langfristig mit Windows-PCs zu konkurrieren. Da ist aber ebenfalls noch ein weiter Weg.

Android Auto

Android Auto

Google Docs: Dokumente sollen sich nun in allen Apps offline bearbeiten lassen. Zusätzlich wird Googles Office-Lösung kompatibel mit MS-Office-Dateien, die sich nun ohne Umwandlung in Google Docs bearbeiten lassen sollen.

Material Design: Um all die verschiedenen Plattformen grafisch und für Entwickler unter einen Hut zu bringen, hat Google eine neue einheitliche Designsprache vorgestellt, die für alle Apps und Systeme gelten soll: Material Design. Diese „flache“, durchaus chice Design soll künftig in allem zu finden sein, was Google vorstellt:

Alles in allem: Wenig neue Funktionen, umso mehr neue Baustellen für Google. Der Datenriese ist nun nicht mehr nur auf Smartphones, Tablets und Laptops aktiv, sondern auch auf Smartwatches, Fernsehern, in unseren Wohnzimmern, im Auto, in Fitnessgeräten und in unserer Kleidung, wenn man so will. Google will überall dabei sein.

Dafür haben sich die Kalifornier viele Hürden auferlegt – und vielleicht heute diejenigen enttäuscht, die revolutionäre neue Funktionen erwartet haben. Sie werden nur eine Evolution bekommen. Aber dafür und für spannende Erweiterungen in der Zukunft hat Google heute den Grundstein gelegt.

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