Google setzt jetzt auf App-Streaming – doch was heißt das genau?

Trendforscher sind sich derzeit erstaunlich einig: Die goldenen Zeiten für Apps sind vorbei. Google könnte diesen Trend mit einer Technik namens App-Streaming weiter beschleunigen. Was das bedeutet und warum sich Anbieter starker Apps ironischerweise trotzdem keine Sorgen machen müssen, erfahrt ihr hier.

Werde reich – entwickle eine App. Einige Jahre lang herrschte Goldgräberstimmung bei App-Entwicklern. Doch ihre Zukunft sieht laut jüngsten Prognosen unter anderem des Trendforschers Michael Wolf nicht besonders rosig aus: Reich werden im App Store nur einige, der Großteil darbt. Und ein weiterer Trend zeichne sich ab: Große Unternehmen sähen Apps nur noch als Teil ihrer Community, das Geschäft seien die Inhalte.

Den Großteil der Einnahmen aus Apps vereinen nur wenige Anbieter auf sich. Bild: Activate/WSJD

Den Großteil der Einnahmen aus Apps vereinen nur wenige Anbieter auf sich. Bild: Activate/WSJD

Wenn dies stimmt, dann ist Google bereits auf den fahrenden Zug aufgesprungen: In dieser Woche hat der Such-Riese in den USA App-Streaming vorgestellt. Google lässt Nutzer damit App-Inhalte und deren Aussehen von der Google-Suche aus aufrufen. So kann man etwa ein Zimmer bei HotelTonight buchen. Ganz so, als sei man gerade in der App – aber ohne sie installiert zu haben.

In Zukunft viele Inhalte ganz ohne App

Bislang testet Google App-Streaming nur in den USA, nur mit einer guten Handvoll Apps wie dem New Yorker U-Bahn-System oder HotelTonight, und nur im WLAN-Netz. Denn das Streaming ist sehr datenaufwändig. Aber die Entwicklung zeichnet sich klar ab: Nutzer sparen sich viele Schritte, um zum Ergebnis zu kommen. Die Suche wird für sie noch komfortabler. Und in absehbarer Zeit wird man gleich ganz auf eine App verzichten können. Dann kommt es nur noch auf die Inhalte an.

Mit App-Streaming will Google natürlich die eigene Reichweite und das eigene Suchgeschäft weiter verbessern. Das ist in Gefahr geraten, seit Apple auf iOS-9-Geräten AdBlocker erlaubt, womit auch Google-Anzeigen unterdrückt werden können. Provisionen von App-Anbietern für Hotelbuchungen oder Reichweitenplatzierungen, die man via App-Streaming ermöglicht, könnten eine neue Einnahmequelle für Google sein.

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