Google Plus schafft Klarnamenspflicht ab und entschuldigt sich

Google Plus schafft Klarnamenspflicht ab und entschuldigt sich

Die Klarnamenspflicht auf Google Plus und die damit verhängten Sanktionen waren einer der größten Kritikpunkte, die Nutzer dem Netzwerk entgegen brachten. Der Wunsch, das Netz mit einem Pseudonym nutzen zu können, ohne seinen richtigen Namen anzugeben, war für viele Mindestvoraussetzung, um an einem Netzwerk teilzunehmen. Google kommt nun – drei Jahre nach Start des Netzwerks – diesem Wunsch nach.

Die Meldung, die Google über Google Plus veröffentlicht, ist beinahe demütig. Man entschuldigt sich und habe nun auf die Wünsche der Nutzer gehört, heißt es in der Meldung. Ab sofort gibt es keine Vorgaben mehr, nach welchen Kriterien der Name eines Nutzers ausgewählt wird. Natürlich sollte man sich an die normalen Richtlinien halten, keine hasserfüllten Namen wählen und auch keine 500 Zeichen langen Namen, aber den realen Namen anzugeben, ist keine Pflicht mehr.

Schon länger wurden Namensverstöße nicht mehr sanktioniert. Nachdem man sich wegen Sanktionen schon länger negativer Presse ausgesetzt sah, reagierte man nur noch auf Meldungen von Nutzern selbst. Nachdem Google-Plus-Kommentare und YouTube fusionierten, herrschte lange Zeit große Aufregung und Unklarheit, welche Namen akzeptiert werden und welche nicht. Gerade viele YouTuber wollten nicht mit ihrem echten Namen auffindbar sein.

Neben vielen positiven Stimmen erntet Google allerdings auch große Kritik für diese Entscheidung. Viele Nutzer sahen in der Klarnamenspolitik des Netzwerks einen Schutzmechanismus gegen Trolle und Hasskommentare. Auch wenn bereits mehrfach durch Studien belegt wurde, dass es völlig irrelevant ist, mit welchem Namen man im Netz unterwegs ist, hätten einige Nutzer dennoch gerne an der Klarnamenspflicht festgehalten.

Die Änderung hat allerdings keinen Einfluss auf Vanity-URLs oder die Verifizierung des eigenen Namens im Netzwerk. Diese Prozesse laufen unabhängig davon weiter ihre gewohnten Wege.

In den nächsten Wochen wird sich abzeichnen, ob diese Veränderung dazu führt, dass Neu-Nutzer Google Plus mit offenen Armen begrüßen oder ob die Skepsis größer ist. Die Abschaffung der Klarnamenspflicht ist definitiv ein mutiger Schritt, da man hier – trotz allem – vielen Nutzern vor den Kopf stößt.

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