Noch mehr von Google: Kleidung als Eingabegeräte, „freihändiges“ Zahlen und Schluss mit Passwörtern

Noch mehr von Google: Kleidung als Eingabegeräte, „freihändiges“ Zahlen und Schluss mit Passwörtern

Vergangene Woche Donnerstag hat Google auf der eigenen Entwicklermesse Google I/O in San Francisco wieder viel Neues vorgestellt. Wir haben das in einem eigenen Beitrag zusammengefasst. Die I/O ging allerdings noch über das Wochenende. Und dort hat Google noch viel mehr spannende Projekte vorgestellt, die einen Blick wert sind: Das Ende der Passwörter, „freihändiges“ Bezahlen und Stofffasern, die zu Eingabegeräten werden. Wir stellen euch die spannendsten Entwicklungen hier vor.

Google Hands-Free Payment

Das Bezahlen per Handy wird – auch dank Googles Android Pay und Apple Pay – langsam salonfähig. Man hält das Smartphone über ein Lesegerät und fertig. Google will aber noch einen Schritt weiter gehen und einen Bezahlvorgang ermöglichen, bei dem man weder Smartphone noch Geldbörse aus der Tasche kramen muss. Der Kunde geht an den Schalter, sagt „Ich würde gerne mit Google bezahlen“ und der Verkäufer erledigt den Rest. Wie genau das funktionieren soll? Das verrät Google leider nicht einmal im Teaser-Video zu Hands Free Payment. Wir vermuten einmal eine Art Beacon-System mit Bluetooth und passender Google-App. Auf mehr Informationen sind wir natürlich ebenso gespannt. Los gehen sollen erste Feldversuche bald in San Francisco und Umgebung in Filialen von McDonald’s und PapaJoe’s.

https://www.youtube.com/watch?v=Qxet1VdpOQ4

Project Abacus will Passwörter überflüssig machen

Nie wieder Passwörter! Tüftler weltweit arbeiten daran, uns das lästige Eintippen von sicheren Eingabeschlüsseln abzunehmen, die sich ohnehin niemand merken kann. Genutzt werden dazu etwa Zeichenfolgen oder biometrische Daten. Googles Project Abacus will mehrere davon kombinieren und damit eine zehnmal höhere Sicherheit erreichen als die einfache Entsperrung mit biometrischen Daten. So sollen die Algorithmen etwa den Rhythmus erkennen können, mit dem jemand eine Zeichenfolge eintippt. Kombiniert mit Sprach- und Gesichtserkennung will das System dann anhand einer Punktzahl sicherstellen, dass es auch wirklich der registrierte Benutzer ist, der ein Gerät entsperren will. Ob das zuverlässig und vor allem leicht von der Hand gehen wird? Hoffen wir’s!

Project Vault: Der verschlüsselte Computer im Computer

Manches sollen Unbefugte eben nicht lesen können. Sichere Verschlüsselung wird ein immer wichtigeres Thema. Project Vault bietet eine sichere Umgebung für sensible Daten, die sich samt ARM-Prozessor und NFC-Chip auf einer kleinen Micro-SD-Karte darstellen lässt. Eingesetzt in ein Smartphone oder einen PC denkt das jeweilige Endgerät, es handle sich dabei um eine ganz gewöhnliche Micro-SD-Karte. Auf das System zugreifen kann nur derjeweilige Besitzer mit den notwendigen Zugangsdaten.

Project Soli: Fingerspitzengefühl erkennen

Gestensteuerungen sind nicht erst seit Microsofts Kinect wieder richtig en vogue. Ingenieure gehen mittlerweile noch weiter und wollen auch Fingergesten umsetzen. Googles Division ATAP natürlich auch, und dazu greift man für wahres Fingerspitzengefühl auf eine bewährte Technik zurück, die man eigentlich eher vom Flug- und Schiffsverkehr her kennt, Radar:

Project Jacquard: Wenn die Hose zum Steuergerät wird

Der Hype um Wearables, also vernetzte Kleidung, ist schon wieder etwas abgeebbt. Das Problem meistens: Bequeme, modische Kleidung lässt sich nur schwer mit technischen Sensoren und Steuergeräten kombinieren. Google Project Jacquard arbeitet deswegen an Kleidung, in der die Technik bereits in die Faser eingearbeitet ist und dabei nicht wahrgenommen wird. Damit lassen sich etwa Wischgesten auf dem Hosenbein ausführen. Googles Industriepartner hierfür ist Jeanshersteller Levi’s. Könnte funktionieren!

Alle hier vorgestellten Projekte sind noch nicht marktreif, werden noch getestet, könnten aber in wenigen Jahren so weit sein.

Am Donnerstag hatte Google auf der Keynote zur I/O dafür viele Produkte vorgestellt, die ab sofort markfertig sind oder in Kürze starten. Ein echter Kracher war nach unserer Meinung nicht darunter, aber es gab zumindest einige Dinge, die sich noch als sehr nützlich erweisen könnten – wenn man bereit ist, viele seiner privaten Details mit Google zu teilen. Darunter: Google Photos, die intelligente und kostenlose Verwaltung (auf Wunsch) all eurer Fotos in der Cloud, sowie Now on Tap, das euch die Informationen auf Knopfdruck liefern soll, die ihr wissen wollt, nach denen ihr aber nicht einmal suchen müsst. Und außerdem natürlich Android M, die kommende Android-Version, die einen hohen Wert auf Benutzerfreundlichkeit legt. Alle Infos dazu in unserem Beitrag zur Google I/O Keynote vom Donnerstag.

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