Goodbye Google – hallo iPhone? Ganz so leicht ist es nicht

Trendblog-Redaktionsleiter Jürgen Vielmeier hatte einmal die Absicht, sich völlig von Google-Diensten zu verabschieden. Ein Schritt dahin ist der Sprung von einem Android-Smartphone auf das iPhone. Doch Google verfolgt ihn auch hier.

Goodbye Google – hallo iPhone? Ganz so leicht ist es nicht

Wenn man Google den Rücken kehren möchte, hat man zumindest bei Smartphones eine ziemlich elegante Alternative: Man wechselt einfach auf ein iPhone. Und seit ein paar Monaten muss dies nicht einmal mehr teuer sein: das handliche iPhone SE (2017) kostet mit 32 GB Speicher in vielen Angeboten nur noch um 300 Euro. Ein echtes Schnäppchen. Ich habe zugeschlagen und damit inzwischen sogar meine Digitalkamera ersetzt. Das Problem: Ganz ohne Google geht es natürlich auch auf dem iPhone nicht.

Google ist einfach überall

Noch einmal zur Erinnerung: Aus Angst, vom Donald oder dem Kreml und seinen Hackern auf Schritt und Tritt überwacht zu werden, beschloss ich vor einigen Monaten, mich von Google-Diensten loszusagen. Zumindest, so weit es geht. Auch Gründe der Vielfalt sprechen dafür: Es gibt elegante Lösungen, die gleich gut oder sogar besser sind als Google-Dienste. Also warum alles auf einen neugierigen Anbieter abwälzen?

Jetzt, nach ein paar Wochen mit dem iPhone SE, muss ich aber kleinlaut zugeben: Nein, ganz ohne Google geht es natürlich auch auf dem iPhone nicht:

  • Suche: iOS verfügt über eine starke, geräteübergreifende Suche, die auch im App Store oder in den eigenen Nachrichten nach gewünschten Suchbegriffen forscht. Geht es aber um Dinge, die man im Web recherchieren muss, greifen sowohl die iOS-Suche als auch Siri standardmäßig auf Google zurück. Google zahlt dem Vernehmen nach 3 Milliarden US-Dollar pro Jahr an Apple, um diese standardmäßige Suchmaschine sein zu dürfen. Ich könnte auf eine andere wechseln, klar. Aber wer will schon mit Bing suchen?
  • Kalender: Das erste, was der Apple-Kalender bei der Einrichtung tat, war, sich die Daten aus meinem Google-Kalender zu schnappen. Na toll.
  • Maps: Apple Maps hat sich im Vergleich zum Anfangsfiasko stark verbessert und ist mittlerweile zu einer brauchbaren Alternative zu Google Maps geworden, das sich sogar als Navi verwenden lässt. Dass ich nach anfänglichen Versuchen aber doch wieder zu Google Maps zurückgekehrt bin, liegt schlicht und ergreifend daran, dass Google Maps eben doch noch eine ganze Ecke besser ist. Und wer will sich schon mit dem Zweitbesten zufrieden geben?
  • Mail: Ich komme einfach nicht von GMail los. Klar, wenn alle meine Kontakte die Adresse als meine Standard-Mailadresse gespeichert haben, ist ein Wechsel nicht gerade leicht. Besser als die GMail-App gefällt mir Apple Mail aber darüber hinaus auch nicht.
  • Translate: In Russland und Polen habe ich tatsächlich das eine und andere Mal auf Google Translate zurückgegriffen, wenn mit dem Gesprächspartner mit Händen, Füßen oder Englisch kein Stich zu machen war. Gibt es als App für iOS. Etwas Vergleichbares hat Apple leider nicht im Angebot.

Ja, es stimmt natürlich: Wer von Android auf das iPhone wechselt, macht es neugierigen Spähern deutlich schwerer, als würde er nur Google-Dienste nutzen. Aber meine kleine Aufzählung hier zeigt auch, dass es ganz ohne Mutter Google so einfach nicht geht. Der Konzern hat sich sehr, sehr tief in unseren Alltag eingegraben. Und ganz nebenbei ist er mir nicht einmal unsympathisch, was weitere Wechsel schwer macht. Aber ich bleibe natürlich dran!

Apple betont immer wieder, die Daten seiner Nutzer nicht verwenden zu wollen, um damit Geld zu verdienen. Aber auch staatlichen Stellen und deren Forderungen nach Datenherausgabe muss sich der Konzern im Prinzip beugen. Auch wenn er betont, dass dies aufgrund der verwendeten Verschlüsselung im iPhone so gut wie unmöglich sei. Eine noch bessere Lösung wäre natürlich ein Nicht-US-Anbieter für ein attraktives mobiles Betriebssystem neben iOS und Android. Sagt mir da Bescheid, wenn ihr eins habt!

Hier findet ihr weitere Teile unserer Serie Goodbye Google!

Beitragsbild: Pexels

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