Gigaset GS290 im Test: So macht „Made in Germany“ Spaß

Mit dem GS290 beweist Gigaset, dass gute Mittelklasse-Smartphones auch aus Deutschland kommen können. Die Stärken offenbarten sich im Test.

Fazit: Das Gigaset GS290 lohnt sich!

Gigaset hat mit dem aktuellen Smartphone „Made in Germany“ echt feine Arbeit geleistet. Zwar ist bei der Gesamtperformance und Kamera sicherlich noch Luft nach oben, aber in Anbetracht des fairen Preises und des stimmigen Gesamtpakets kann ich euch das Gerät empfehlen. Der edle Look, die angenehm flotte Gesichts- und Fingerabdruck-Erkennung, das attraktive Display und genügend Speicher sind Pluspunkte, die ihr im Alltag schätzen werdet.

Ich hoffe, dass Gigaset ein Update auf Android 10 wagt, denn ein gutes Produkt muss ein Hersteller auch bei der Software pflegen, um Kunden langfristig zu binden. Zumindest deutet Gigaset eine Aktualisierung auf der eigenen Webseite an.

Mein Ersteindruck überraschte mich selbst: Gegenüber dem Gigaset GS280, das ich vor einem Dreivierteljahr testete, gefiel mir das GS290 in allen Bereichen besser. Nach einer ausgiebigen Testzeit bestätigt sich das positive Gefühl.

Das ist alles in der Packung. (Foto: Sven Wernicke)

Das ist alles in der Packung. (Foto: Sven Wernicke)

Gigaset GS290 im Test: Ausreichende Performance

Der verbaute Prozessor der Marke MediaTek Helio P23 Octa-Core MT6763 ist aus heutiger Sicht in der unteren Mittelklasse angesiedelt. In Benchmark-Tests landet das Smartphone in Bereichen, in denen sich das über drei Jahre alte Samsung Galaxy S7 bewegt. Das klingt einerseits ernüchternd, andererseits ist die Chip-Architektur dann doch moderner, was sich bei anspruchsvolleren Anwendungen bemerkbar macht.

Dann, wenn mehrere Rechenkerne gefragt sind, zeigt der Chip, dass er auch etwas taugt. Und: Im Vergleich zum Vorgänger, dem GS280, reden wir über einen Performance-Quantensprung. Im AnTuTu-Benchmark schneidet das GS290 beispielsweise fast doppelt so gut ab wie das GS280.

Anders ausgedrückt: Für normalsterbliche Anwender ist die Leistung okay! Zu keiner Zeit habt ihr das Gefühl, der Prozessor wäre zu langsam. Internet, YouTube, soziale Netzwerke, „Candy Crush“ und Co. – alles überhaupt kein Problem. Einzig bei grafisch opulenten Spielen ging dem GS290 bei meinen Versuchen die Puste aus, sodass Titel wie „Asphalt 9“ auf niedrige Grafikdetails wechselten.

Dass sich das GS290 nach einer „runden Sache“ anfühlt, liegt aber auch am aktuellen Betriebssystem Android 9 und 4GB Arbeitsspeicher, die zur Verfügung stehen. Die 64GB ROM lassen sich durch einen microSD-Speicherkartenslot erweitern. Passt!

Ein schönes Gefühl

Auch das hatte ich in meinem Ersteindruck erwähnt: Das GS290 ist echt schön. Zwar trifft die V-Notch nicht ganz meinen Geschmack, doch über Kamera-Einkerbungen könnte man immer streiten. Dagegen kann ich beim 6,3 Zoll großen Display mit HD+-Auflösung (2340 x 1080 Pixel) nicht klagen: Hell und kontrastreich ist der Bildschirm. Das abgerundete Design, die an Luxus-Smartphones erinnernde Rückseite, die glänzenden Ränder – hier hat sich Gigaset wirklich Mühe gegeben, um einen positiven Eindruck zu erzeugen.

V-Notch ist natürlich sehr auffällig. (Foto: Sven Wernicke)

V-Notch ist natürlich sehr auffällig. (Foto: Sven Wernicke)

Dieses Gefühl bleibt auch bei regelmäßiger Verwendung bestehen. Die Gesichtserkennung funktioniert zuverlässig, der Fingerabdruck-Scanner auf der Rückseite ist gut platziert und regiert ebenfalls schnell. Nur so macht der Einsatz auch Spaß.

Schön anzusehen ist das Gigaset GS290 auf jeden Fall. (Foto: Sven Wernicke)

Schön anzusehen ist das Gigaset GS290 auf jeden Fall. (Foto: Sven Wernicke)

Dazu gesellt sich der 4700 mAh große Akku, der zwar gegenüber dem GS280 geschrumpft ist, aber bei im Rahmen meines Tests ohne Schwierigkeiten fast zwei Tage hielt. Das bin ich von meinem Samsung Galaxy S8 nicht gewohnt.

Gigaset GS290 vs. Gigaset GS280

Freilich drängt sich noch der größere Vergleich zwischen dem GS290 und dem Vorläufer auf. Es scheint, als hätte Gigaset Gas gegeben, um das GS280 überall zu übertrumpfen. Betrachtet ihr die technischen Daten, sind die Unterschiede offensichtlich:

Gigaset GS290 vs. Gigaset GS280

 Gigaset GS290Gigaset GS280
Display:6,3 Zoll IPS V-Notch Display (19,5:9 HD+, 2340 x 1080 Pixel)5,7 Zoll IPS-Display (18:9-Format, 2160 x 1080 Pixel)
Prozessor:MediaTek Helio P23 Octa-Core MT6763Qualcomm Snapdragon 430-Prozessor
Kameras:Rückseite: 16 MP AF + 2 MP Dual Kamera
Front: 16MP
Rückseite: 16 MP
Front: 13MP
Akku:4700 mAh mit 9V 2A PE+ Schnellladung und Wireless ChargingAkku: 5000 mAh mit QuickCharge 3.0
Speicher:4GB RAM; 64GB ROM3GB RAM; 32GB ROM
Konnektivität:WIFI IEEE 802.11 a/b/g/n 2,4GHz und 5GHz, LTE Cat.6, Bluetooh 5.0, USB-Type-CWIFI IEEE 802.11 a/b/g/n/ac 2,4 & 5GHz, LTE Cat.4, Bluetooh 4.2, USB-Type-C
Sonstiges:Fingerabdrucksensor auf Rückseite, NFC, Gesichtserkennung, Kopfhöreranschluss, Dual-SIM, microSD-Speicherkartenslot (maximal 256GB)Fingerabdrucksensor auf Rückseite, Kopfhöreranschluss, Dual-SIM, microSD-Speicherkartenslot (maximal 256GB)
Betriebssystem:Pure Android 9.0 PiePure Android 8.1 Oreo

Neben einem viel besseren Prozessor und mehr Arbeitsspeicher ist es in meinen Augen vor allem die Optik, die den Unterschied macht. Das GS290 ist attraktiv und fühlt sich in meiner Hand wohl. Das GS280 dagegen fällt deutlich bei Design, Gehäuseform und Display ab. Als würden wir über zwei völlig unterschiedliche Ligen reden, in denen sich die beiden Smartphones bewegen. Und genau das zeigt deutlich: Gigaset hat beim Nachfolger sehr viel richtig gemacht.

Rechts das Gigaset GS290, links der Vorgänger. (Foto: Sven Wernicke)

Rechts das Gigaset GS290, links der Vorgänger. (Foto: Sven Wernicke)

Wichtig ebenso: Schnurlos und schnell laden könnt ihr den Akku auch. Und endlich gibt’s USB-Type-C, schnelleres LTE Cat.6 sowie Bluetooth 5.0. Kurz: Das GS290 ist im Mittelklasse-Segment auf der Höhe der Zeit.

Wie schlägt sich die Kamera des Gigaset GS290 im Test?

Für viele ist nicht der Prozessor das wichtigste Element an einem Smartphone, sondern die Kamera. Auf dem Datenblatt klingt das GS290 auch gut: Dualkamera (16 Megapixel + 2 Megapixel) auf der Rückseite und 16 Megapixel Frontkamera sind vorhanden, eine Software-Lösung von ArcSoft verbessert selbständig die Bildqualität. Bokeh-Effekte, HDR, Nachtmodus, Filter und Pro-Modus zum individuellen Einstellen für Helligkeit, Unschärfe oder Farbbalance fehlen nicht. Verwendung findet die reguläre Google-Camera-App.

Die Kameras des Gigaset GS290 machen einen soliden Job. Gegenüber dem GS280 ist eine deutliche Besserung zu erkennen, ganz glücklich bin ich allerdings nicht. Auffälligste Schwäche ist der langsame Autofokus, der bei nicht perfekten Lichtverhältnissen oder Nahaufnahmen nicht wie gewünscht reagiert.

Ich hab es einfach nicht scharf bekommen - hier kam das GS290 an die eigenen Grenzen. (Foto: Sven Wernicke)

Ich hab es einfach nicht scharf bekommen – hier kam das GS290 an die eigenen Grenzen. (Foto: Sven Wernicke)

Dennoch: Ihr könnt mit dem Gigaset GS290 gute Ergebnisse erzielen, wenn ihr euch mit den Möglichkeiten der Kamera-Anwendung beschäftigt und euch mit dem Autofokus arrangiert. Denn auch bei angehender Dunkelheit sind noch sehr ansehnliche Bilder möglich. Bei Tageslicht erwarten euch detaillierte Resultate, die zufriedenstellen.

Das Gigaset GS290 ist kein Kamera-Wunder, aber alltagstauglich und vollkommen ausreichend für Menschen ohne ambitionierte Vorstellungen. Insgesamt gefallen mir die Cams sehr viel besser als beim Gigaset GS280 und bei vergleichbaren Smartphones aus einem ähnlichen Preissegment. Das gilt ohnehin für das gesamte Telefon: Das GS290 macht vieles richtig und vor allem Freude bei der Verwendung.

Das Gigaset GS290 ist auch bei Euronics erhältlich.

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Ein Kommentar zu “Gigaset GS290 im Test: So macht „Made in Germany“ Spaß
  1. Gigaset GS 290 ist ein gutes Smartphone Punkt es lässt sich gut händeln und macht auch ein guten Eindruck. Was ich bemängel, dass ich die Farbtiefe bzw Sättigung nicht einstellen kann. Wenn das doch möglich ist bitte um kurze Nachricht.

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