Ein Bekannter entschuldigte sich neulich, dass er nicht so richtig auf dem Damm sei. Seine Body Battery wäre gerade ziemlich niedrig. Seine was?
Mit der Body Battery ermittelt Smart-Wearables-Hersteller Garmin deinen ganz persönlichen Leistungsindex. Gut geschlafen? Die Body Battery steigt auf vielleicht 80. Langen Workout im Fitnessstudio gehabt? Runter auf 34. Schlecht geschlafen, viel Stress gehabt? Dann kaum Erholung und schon morgens vielleicht nur ein Wert von 46. Was soll dir das sagen?

Na ja, so etwas wie, dass du mit deiner täglichen Energie haushalten musst. Als durchaus trainierter Freizeitsportler Ende vierzig kenne ich das Problem. Es gibt Tage, da könnte ich Bäume ausreißen (okay, das sind weit weniger Tage, als ich das mit dreißig noch hätte behaupten können) und welche, an denen kaum etwas geht. Passenderweise taxiert die Garmin Body Battery dieses Gefühl ziemlich genau.
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Was sagen dir die Werte?
Die Werte helfen dir bei der Einschätzung, zum Beispiel, ob gerade die beste Zeit für einen langen Dauerlauf oder eine Radtour wäre. Mit einer Body Battery von 90: gib Vollgas! Bei einer Body Battery von 30: vielleicht besser an einem anderen Tag – oder zumindest vorher noch was entspannen.
Natürlich solltest du dich nicht sklavisch daran halten. Tue ich auch nicht. Ich musste neulich den Kopf frei kriegen und bin spontan mit dem Rad ein paarmal den höchsten Berg hier am Ort rauf und wieder runter gefahren. Ein ziemlich anstrengendes Training. Trotz einer Body Battery von knapp über 30. Und es ging dann auch irgendwie. Aber stimmte schon: So richtig fit fühlte ich mich nicht.
Gleich morgens ist der Score, der bis 100 geht, für gewöhnlich am höchsten. Natürlich nur, wenn du auch gut geschlafen hast – oder dein Garmin-Gadget zumindest der Meinung ist, dass du das hättest. Die Garmin Vivoactive 6, die ich ein paar Wochen testete, zeigte morgens auch gerne Body-Battery-Werte von über 80 an. Über 90 oder gar bei 100 war ich noch nie.
Welche Daten ergeben die Body Battery?
Garmin selbst nennt die Body Battery eine kontinuierliche Energiereservenüberwachung, die zusammen mit dem Sportdaten-Analyse-Anbieter Firstbeat Analytics entstand. Aus folgenden Messwerten ergibt sich die Body Battery:
- Herfrequenz
- Herfrequenzvariabilität
- Bewegungsdaten
- Stressmessung
- Schlafdaten
Wie lädst du deine Body Battery auf?
Kurz gesagt ist Erholung die einzige Möglichkeit, um deine Body Battery wieder aufzuladen. Garmin nennt hier Entspannung, ein Nickerchen über den Tag. Vor allem aber guten Schlaf nachts. Und das ist wichtig: es kommt hier sehr auf die Qualität an. Gehst du gestresst ins Bett oder hast vorher Alkohol getrunken, wird dein Schlaf voraussichtlich nicht besonders gut werden. Deine Body Battery ist dann am morgen vielleicht nur zur Hälfte gefüllt.
Was entlädt die Body Battery?
Das ist jetzt gemein. Denn wenn du die Body Battery eigentlich nur mit Schlaf und Erholung füllen kannst, leert sie sich durch alles andere, ebenso schlechte wie auch einige eigentlich gute Faktoren:
- Stress
- Bewegung/Hektik
- Workouts
- Bloße Existenz > die Body Battery leert sich generell langsam über den Tag, egal, was du tust. Ähnlich wie dein Smartphone.
Wenn du allerdings regelmäßig gut trainierst und schläfst, entlädt sich deine „Batterie“ auf lange Sicht langsamer. Dein Lebensstil hat also durchaus einen langfristigen Einfluss auf die Werte.

Ohnehin ist von Garmins Seite überhaupt nicht vorgesehen, dass du die Body Battery den ganzen Tag über aufgeladen hältst. Die Energie, die da ist, sollst du ruhig auch verbrauchen. Das geht vor allem mit einem anstrengenden Workout, idealerweise abends. Dann schläfst du auch besser und die Batterie lädt nachts wieder deutlich auf.
Was bringt dir das alles?
Die Body Battery ist verwandt mit dem Sleep Score und anderen Werten, die sich auf deinem Morgenbericht wiederfinden. Garmin nimmt viele Daten und bereitet sie entsprechend auf. Und so können dir die Werte dabei helfen, mehr über dich, dein Wohlbefinden und deine Fitness zu lernen. Etwa auch, wann für dich ganz persönlich der beste Zeitpunkt für ein Workout ist.
Ich selbst finde die Werte interessant, aber ich nehme sie als Meinung, nicht als Fakt. Das liegt auch daran, dass smarte Geräte manchmal falsch messen. Die Vivoactive 6 oder die Instinct 3 Amoled, die ich kürzlich testete, trackten den Schlaf auch gelegentlich falsch oder nur teilweise. Da war ich morgens ausgeschlafen, die Watches hatten aber nur einige Stunden Schlaf mitgeschnitten und zeigten mir deswegen eine nur durchschnittliche Body Battery an.
Und was hebt die Stimmung am meisten, nachdem du schlecht geschlafen hast, die „Batterie“ niedrig ist und eigentlich kaum etwas geht? In meinem Falle ein richtig intensiver Workout, der aber natürlich auch wieder „Energie“ kostet.
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Deswegen halte ich die Body Battery für einen interessanten Indikator und schaue gerne mal drauf, wie er sich über die Zeit entwickelt. Aber was ich wann tue, entscheide ich schon immer noch selbst. Trotzdem, ein Indikator wie dieser ist in meinen Augen durchaus ein Grund, der für Garmins Fitnessgeräte spricht.
Und letztendlich geht es doch vor allem um eins, wie auch Garmin in der offiziellen Beschreibung unterstreicht: „Sei nach Möglichkeit nett zu dir selbst, wenn deine Energiereserven niedrig sind.“
Oder einfach immer.
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