Fritz Smart Gateway im Test: Praktische Erweiterung für deine Fritzbox

Verwandle deine Fritzbox in eine flexible Smart-Home-Zentrale. Mit dem Fritz Smart Gateway verbindest du Zigbee-Geräte mit dem Router. Eine gute Sache, wie der Test zeigt.

Fritz Smart Gateway im Test: Praktische Erweiterung für deine Fritzbox
Das Smart Gateway ist eine Bereicherung für deine Fritzbox. (Foto: Sven Wernicke)

Gewissermaßen lässt sich das Fritz Smart Gateway als Erweiterung bezeichnen, denn es fügt deiner vorhandenen Fritzbox nützliche Smart-Home-Fähigkeiten hinzu. Wie der Name schon andeutet, fungiert das Gerät als „Brücke“ zwischen den Funkstandards und ergänzt deinen Router um Zigbee. Dadurch kannst du viele weitere Produkte von Drittherstellern verwenden, du bist also nicht mehr auf das auf DECT-ULE setzende Produktportfolio von Fritz (ehemals AVM) angewiesen. Das alles klappt unkompliziert, doch ein paar Aspekte offenbarten sich im Test, die du kennen solltest.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Fritz Smart Gateway fügt deiner Fritzbox den Funkstandard Zigbee hinzu. Somit kannst du z.B. Lampen oder Schaltsteckdosen steuern.
  • Die meisten Fritzbox-Router der letzten Jahre eignen sich für diese Erweiterung.
  • Zwar lassen sich die verbundenen Geräte gut steuern, App und Browser-Bedienung sind allerdings gewöhnungsbedürftig.

Das ist das Fritz Smart Gateway

Das Fritz Smart Gateway sieht zwar wie ein typischer Repeater des Herstellers aus, doch er hat eine andere Kernfunktion: Er dient als Zentrale für Zigbee- und DECT-ULE-Geräte. Mit dem Gateway bist du in der Lage, eine größere Anzahl an Sensoren, Thermostaten oder Schaltsteckdosen mit dem DECT-ULE/HAN-Fun-Standard zu koppeln als bei einer regulären Fritzbox. DECT-Telefone wiederum musst du stets mit dem Router verbinden, nicht mit dem Gateway.

Benötigst du mehr Stabilität in der Steckdose, nutze den kleinen Adapter - hier rechts im Bild. (Foto: Sven Wernicke)
Benötigst du mehr Stabilität in der Steckdose, nutze den kleinen Adapter – hier rechts im Bild. (Foto: Sven Wernicke)

Und da ist natürlich noch Zigbee 3.0. Dank des Funkstandards erhöht sich der Funktionsumfang noch einmal gewaltig, denn du kannst neben Lampen auch Sensoren, Steckdosen, Schalter, Unterputz-Module oder Rollos mit Zigbee steuern. Geräte mit Zigbee und DECT-ULE sind damit zentral und gemeinsam verwendbar.

Technische Daten Fritz Smart Gateway

Funkstandards:Zigbee 3.0 (inkl. AES-128-Bit-Verschlüsselung)
DECT ULE (Ultra Low Energy) / HAN-FUN
Verbindung zum Router:WLAN: 2,4 GHz (Wi-Fi 6, bis 600 MBit/s)
LAN: 1 x Gigabit-LAN (10/100/1000 Base-T)
Matter-Support:Ja (Matter-Bridge für Zigbee & DECT ULE)
Anschlüsse:1 x USB 2.0 (Typ A) – Nur Ladefunktion (max. 500 mA)
Stromverbrauch:Durchschnittlich ca. 3 Watt (im Standby ca. 1,5 Watt)
Abmessungen & Gewicht75 x 154 x 27 mm (ohne Stecker), ca. 150 g

Das Fritz Smart Gateway agiert auf Wunsch als Matter-Bridge (ab FritzOS-Version 7.63). Dadurch kannst du an der Fritzbox (oder dem Gateway) angemeldete Geräte mit DECT-ULE (z.B. Fritz DECT-Thermostate) oder Zigbee (z.B. Schaltsteckdosen von Noname-Herstellern) bei Apple Home, Amazon Alexa oder Google Home integrieren. Dann steuerst du über diese Ökosysteme die verbundenen Geräte.

Der USB-Port dient zum Aufladen von Geräten, nicht zur Datenübertragung. (Foto: Sven Wernicke)
Der USB-Port dient zum Aufladen von Geräten, nicht zur Datenübertragung. (Foto: Sven Wernicke)

Einfach ausgedrückt: Du darfst mit dem Fritz Smart Gateway die Produkte verschiedenster Hersteller miteinander vermischen. Sollen es Zigbee-Lampen vom Discounter sein? Dazu noch die hochwertigen Heizungs-Thermostate von Fritz und Schalter von Paulmann oder Ledvance? Alles kein Problem – mit deiner Fritzbox und dem Gateway.

Grenzen gibt’s trotzdem: Trotz der Optik ist das Fritz Smart Gateway kein WLAN-Repeater und nicht in der Lage, Wi-Fi basierende Smart-Home-Geräte (z.B. von WiZ) zu integrieren. Ebenso beherrscht die „Brücke“ kein Thread und unterstützt nur ausgewählte Zigbee-Geräte anderer Hersteller. Aus diesem Grund existiert eine (umfangreiche) Zigbee-Kompatibilitätsliste.

Voraussetzungen für die Verwendung des Gateways

Das Fritz Smart Gateway setzt eine Fritzbox des Herstellers voraus, allerdings kann es sich durchaus auch um einen älteren Router handeln. Die Mindestvoraussetzung ist eine Fritzbox mit FritzOS 7.50 (oder höher) sowie einer integrierten DECT-Basis.

In den Fritzbox-Einstellungen siehst du, ob deine Fritzbox kompatibel ist. (Screenshot)
In den Fritzbox-Einstellungen siehst du, ob deine Fritzbox kompatibel ist. (Screenshot)

Welche FritzOS-Version dein Router besitzt, findest du in den Fritzbox-Einstellungen unter „System“ -> „Update“ heraus. Dort stößt du bei Bedarf gleich eine Aktualisierung an.

Kannst du an deiner Fritzbox schnurlose DECT-Telefone koppeln (Menüpunkt „Telefonie“) oder existiert in den Einstellungen der Bereich „Smart Home“, dürfte der Router über eine DECT-Basis verfügen – und damit fit für das Fritz Smart Gateway sein. 

Fritz Smart Gateway im Praxistest

Der Hersteller macht’s dir leicht: Dank Connect-Taste am Gateway und der Fritzbox (alternative Bezeichnungen: Connect/WPS, Connect oder WPS) baust du innerhalb kürzester Zeit eine Verbindung zwischen beiden Geräten auf – egal, ob du LAN oder WLAN favorisierst.

Lampen und anderes Smart-Home-Zubehör wiederum richtest du entweder in der Gateway-Oberfläche oder in der Smart-Home-App von Fritz ein. In der Regel nutzt du zum Verbindungsaufbau die Connect-Taste am Gateway.

Bei unserem Test funktionierten Standard-Zigbee-Lampen von Philips Hue und Ikea (jeweils E27) tadellos, genauso auch die smarte Zigbee-Schaltsteckdose eines chinesischen Herstellers. Diese wiederum fand sich nicht auf der Kompatibilitätsliste von Fritz. Vor Problemen standen wir bei sehr neuen Hue-Produkten wie dem Hue Flux, dem Hue OmniGlow oder der Hue Festavia Globe-Lichterkette. Gut möglich, dass diese künftig via Update vollständige Unterstützung erhalten.

Wie viele Geräte kann ich mit dem Fritz Smart Gateway verbinden?

Herstellerangaben zufolge kannst du maximal 50 Smart-Home-Geräte am Fritz Smart Gateway anmelden. Allerdings gilt zu beachten:

  • Maximale Geräte-Anzahl von 50 bezieht sich auf Heizkörper-Regler, Taster und Tür-/Fensterkontakte von Fritz.
  • Bis zu 20 Steckdosen und LED-Lampen von Fritz lassen sich koppeln.
  • Maximal 30 Geräte basierend auf HAN-Fun darfst du anmelden.
  • Höchstens 40 Geräte mit Zigbee werden unterstützt.

Wie du die maximale Obergrenze von 50 Geräten zusammenstellst, ist dir überlassen. Du kannst also problemlos 20 Zigbee-Schalter und 20 Fritz-Produkte sowie 10 HAN-FUN-Geräte miteinander kombinieren.

Doch geht’s dir vor allem um Standard-Leuchten, die auch in besagter Kompatibilitätsliste zu finden sind, ist das zweitrangig. Hier leisten Gateway, Router und die verwendete Software eine sehr gute Arbeit. Du kannst Automatisierungen wie Szenarien oder Routinen definieren und Vorlagen für weitere Smart-Home-Geräte erstellen oder diese gruppieren. Du bedienst alles direkt im Browser.

Du steckst das Gateway wie einen WLAN-Repeater in eine freie Steckdose. (Foto: Sven Wernicke)
Du steckst das Gateway wie einen WLAN-Repeater in eine freie Steckdose. (Foto: Sven Wernicke)

Unserer Auffassung nach ist das aber der größte „Knackpunkt“ bei Fritz: Im Vergleich zu Apps anderer Smart-Home-Ökosysteme, beispielsweise Philips Hue oder TP-Link Tapo, wirkt die Anwendung überholt und wenig einladend. Sie ist eher zweckmäßig. Wieso eine komfortable Verwaltung nur im Browser über http://fritz.smartgateway oder über http://fritz.box möglich ist, ist uns schleierhaft. Das klappt zwar auch über das Smartphone, schön gelöst ist das jedoch nicht. Die Smart-Home-App von Fritz ist stark eingeschränkt und ausbaufähig.

Geht’s dir um Funktionalität und Automatisierung wiederkehrender Situationen (Licht schaltet sich bei Erkennen einer Bewegung ein…), ist das weniger tragisch. So schön verspielt wie eine Hue-App ist es bei Fritz (leider) zu keiner Zeit.

Fazit: Praktische Erweiterung für deine Fritzbox

Mit dem Fritz Smart Gateway erweiterst du den Funktionsumfang deiner Fritzbox und machst sie zu einem Smart-Home-Kontrollzentrum. Geräte mit DECT-ULE und Zigbee arbeiten fortan zusammen, was zu vielen neuen Optionen zum Gestalten deines intelligenten Zuhauses führt. Inbetriebnahme und Verwendung sind herstellertypisch einsteigerfreundlich, aber nicht ganz so stylisch und modern wie bei Mitbewerbern. Gerade die Smart-Home-App könnte gerne eine umfangreiche Überarbeitung erhalten. Denn die wenig ansprechende Gestaltung schmälert etwas den Spaß bei der Verwendung.

Eine lohnenswerte Investition, wenn du dein Smart Home erweitern möchtest. (Foto: Sven Wernicke)
Eine lohnenswerte Investition, wenn du dein Smart Home erweitern möchtest. (Foto: Sven Wernicke)

Nichtsdestotrotz verfolgt das Fritz Smart Gateway einen tollen Ansatz: Hole mehr aus deinem Router heraus. Dank Matter lässt sich dein (künftiges) Smart Home erweitern und verbessern. Und das Wichtigste ist: Das Gateway funktioniert tadellos und so zuverlässig, wie du es von Fritz-Produkten gewohnt bist.

Hast du mit den Basisfunktionen deiner Fritzbox bereits erste Erfahrungen im Bereich Smart Home (und DECT-ULE) gesammelt, bringst du die Möglichkeiten mit dem Fritz Smart Gateway auf die nächste Stufe. Dank des hervorragenden Supports von Fritz kannst du davon ausgehen, dass die Brücke in Zukunft Verbesserungen und Support für viele weitere Zigbee-Produkte erhält.

Unsere Bewertung
  • Einsteigerfreundliche Einrichtung
  • Viele Möglichkeiten zum Gesalten des Smart Home
  • Kompatibel zu Matter und Zigbee 3.0
  • Veraltet wirkende Smart-Home-App
  • Keine Unterstützung von Thread

Neue Beiträge abonnieren!

Täglich frisch um 17 Uhr im Postfach

Themenauswahl

Änderungen jederzeit über die Abo-Verwaltung möglich – weitere Themen verfügbar

Jetzt kommentieren!

Schreibe einen Kommentar

*
*
Bitte nimm Kenntnis von unseren Datenschutzhinweisen.