Facebook macht den Messenger zu einer Plattform und öffnet ihn für Unternehmen

Alles eine Familie: Facebook, uns bekannt geworden als Social Network, hält gerade in San Francisco seine eigene Entwicklerkonferenz f8 ab. Im Fokus stand gestern auf der Eröffnungsveranstaltung von Unternehmenschef Mark Zuckerberg das einstige Nebenprodukt Messenger. Dieser soll künftig als Plattform für weitere Apps herhalten und sich außerdem für Unternehmen öffnen. Zuckerberg unterstrich dabei noch einmal, dass Facebook heute mehr sei als das gleichnamige, bloße Social Network.

Messenger wird zur App-Plattform

Denn das Posten von Neuigkeiten für Freunde und Bekannte steht bei den Nutzern immer weniger hoch im Kurs. Facebook bleibt natürlich die beinahe unumgängliche Sammlung von Kontakten, Unternehmen und auch Inhalten. Doch Facebook ist inzwischen mehr als das: der mobile Messenger WhatsApp gehört jetzt ebenso zum Unternehmen wie die Fotocommunity Instagram und eben das Chat-Tool Messenger. Zuckerberg versteht sein Unternehmen als Einheit dieser Apps, die künftig besser miteinander vernetzt werden sollen.

Viele, viele bunte Apps: Hoffnung auf eine Killer-Anwendung

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Den Anfang macht der Messenger, der sich zum einen als Plattform für andere Apps öffnet. Gleich vom Fleck weg stehen dem Nutzer hier 47 Apps von Drittanbietern zur Verfügung. Hauptsächlich handelt es sich hier um die Möglichkeit, Katzenbilder oder lustige GIFs zu verschicken. Aber auch Tools sind darunter, mit denen man eigene Videos aufnehmen und vor dem Verschicken bearbeiten kann. Erst kürzlich hat Facebook für die USA hier aber auch eine Bezahllösung vorgestellt, mit der man anderen Nutzern gebührenfrei Geld überweisen kann. Sprachmemos und Telefonanrufe über den Messenger sind bereits seit längerem möglich.

Der eigentliche Vorteil für die Nutzer: Sie müssen ihre Inhalte nicht erst mühsam heraussuchen, sondern können, was immer sie wollen, künftig nahtlos teilen. Es ist ein recht bescheidener Anfang und gefühlte 90 Prozent der verfügbaren Apps sind überflüssig. Aber eine echte Killer-App kann hier durchaus kommen. Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein.

Facebook geht mit der Zeit

Die zweite große Neuerung für den Messenger: Nutzer können künftig direkt mit Unternehmen in Kontakt treten, die eine Facebook-Repräsentanz haben und die Messenger-Möglichkeit für sich einrichten. Keine so schlechte Idee: Kunden können sogar direkt über den Chat rechtssichere Bestellungen oder Überweisungen tätigen und dabei vielleicht auch ein wenig Argwohn abbauen. Für Unternehmen ist das außerdem die Chance, sich zu viele negative Rezensionen auf der eigenen Facebook-Pinnwand zu ersparen. Gleichwohl würde das direkte Inkontakttreten mit Nutzern von Unternehmen einen erheblichen Mehraufwand bedeuten. Um einen hauptberuflichen Social-Media-Manager kommen mittelgroße Unternehmen dabei kaum noch herum.

Messenger_Business

Was auch immer passiert: Facebook will dabei sein und zeigt sich fortschrittsgewandt. Lässt der Wunsch der Nutzer nach, eine Plattform zu beackern, so macht das Unternehmen direkt die nächste auf. Ob man mag oder nicht: So schnell wird man Facebook nicht loswerden.

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