Facebook führt Videotelefonie für den Messenger ein

Videotelefonie spaltet die Gemüter. Die einen lieben es, den Gesprächspartner zu sehen, die anderen grausen sich davor. Auf Skype zumindest nutzen viele Menschen fern der Heimat die Möglichkeit, mit ihren Lieben zuhause zu telefonieren und sie dabei auch zu sehen. Und einen echten Mitbewerber hat Skype hier bis heute nicht. Bis heute. Denn gestern Nacht hat auch Facebook seinem Messenger Videotelefonie hinzugefügt.

Zumindest in den USA und 17 anderen Ländern können erste Messenger-Anwender Videotelefonie nutzen. Deutschland ist noch nicht dabei, wird aber höchstwahrscheinlich in Kürze nachziehen. Die Funktion soll sowohl für Android- als auch für iOS-Geräte zur Verfügung stehen. Ein kurzes Video führt in die Funktionen ein:

Interessant ist, wie Facebook die Funktion hier vorstellt. Nicht als das neue, große Alleinstellungsmerkmal, sondern als nette Zusatzfunktion: Wenn man ohnehin schon mit Freunden chattet, dann soll man auch kurz auf Video ausweichen können. Mittlerweile gilt direktes Anrufen, noch dazu per Video, als unhöflich. Freundlicher ist, wenn man vorher per Textnachricht nachfragt, ob man anrufen darf.

Als der bekannte Internet-Investor, Napster-Mitgründer und Facebook-Unterstützer Sean Parker vor drei Jahren das Startup AirTime aus der Taufe hob, klang das ganz anders. Coole, hippe Menschen sollten das Tool als Zusatz zum Messenger nutzen, um darüber live zu videotelefonieren. Das Vorhaben misslang, die Menschen waren nicht so extrovertiert wie Parker sich das ausgemalt hatte. AirTime musste die Videotelefonie schon wenige Monate nach dem Start aufgeben.

Facebook_Messenger_Video_Call

Der Telefonzusatz im Messenger – und sicher auch auf WhatsApp, wo eine solche Funktion wohl nur noch eine Frage der Zeit ist – kann gelingen. Wenn man niemanden dazu zwingt.

Erst kürzlich auf der eigenen Entwicklerkonferenz f8 hob Facebook den Messenger als eigene Plattform hervor. Entwickler können nun eigene Apps für das Chat-Tool schreiben. Facebook führte hier jüngst etwa die Möglichkeit ein, Geld direkt an Freunde zu überweisen oder mit Unternehmen zu chatten. Das ursprüngliche Social Network mit Pinnwand und Freundesliste rückt zunehmend in den Hintergrund von Facebooks Unternehmensstrategien. Zukäufe wie WhatsApp und Instagram, sowie Extra-Tools wie der Messenger werden mittlerweile gleichrangig behandelt und weiterentwickelt.

Bild: Facebook

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