Energizer Power Max P16K Pro: Smartphone mit 16.000 mAh Akku? Der falsche Weg!

Das Energizer Power Max P16K Pro von Avenir Telecom verspricht eine Akkulaufzeit von 40 Tagen. Ein Traum von einem Smartphone? Nein. Eher der falsche Ansatz für die Zukunft.

Auf dem aktuellen Mobile World Congress 2018 in Barcelona möchte der Hersteller Avenir Telecom für Aufsehen sorgen. Das Unternehmen sicherte sich die im Bereich der Batterien bekannte Marke Energizer, um unter dieser Bezeichnung das Smartphone Power Max P16K Pro weltweit im September 2018 in den Handel zu bringen. Das Highlight soll der 16.000 mAh große Akku (60 Wh) sein, der eine Laufzeit von weit über einem Monat verspricht. Aber…?

Unabhängig voneinander wurden die Kollegen von Golem und Heise auf dem MWC etwas skeptisch, existiert offenbar noch gar kein fertiger Prototyp, der das Potential des Smartphones verdeutlicht. Das vielleicht mag gar nicht mal der tragische Aspekt sein, ist wohl von Mittelklasse-Hardware (MediaTek-Prozessor), einem 6 Zoll großen Full-HD-Bildschirm, 6GB RAM, 128GB Flash-Speicher, Dualkamera (13 Megapixel & 5 Megapixel Sidekick-Sensor), 8 Megapixel Frontkamera und Speicherkartenslot die Rede – also keine außergewöhnliche Hardware. Das Telefon ist schlicht noch nicht fertig, man wollte es nur schon in Barcelona zeigen.

Schon ziemlich klobig. (Foto: RAYMOND WONG/MASHABLE)

Schon ziemlich klobig. (Foto: RAYMOND WONG/MASHABLE)

So oder so halte ich den Ansatz vom Energizer Power Max P16K Pro für falsch: Ein Mega-Akku kann nicht den Energiehunger heutiger Smartphones in den Griff bekommen. Denn dieser löst keine Probleme, sondern schafft neue. Andere.

Das Smartphone mit dem größten Akku – und nu?

Das Smartphone mit dem größten Akku mag das Energizer Power Max P16K Pro vielleicht sein, wenn es denn in dieser Form erscheint. Zwar mag der Preis von um die 500 Euro attraktiv klingen, bezahlen müssen wir aber einen anderen Preis: So heißt es, dass das Telefon um die 15 Millimeter dick sein wird und mindestens acht Stunden benötigt, um aufgeladen zu sein. Danach aber gibt’s „Saft“ für 40 Tage. Gemeint ist die Standby-Zeit. Wie sieht es bei normaler oder häufiger Nutzung aus? Dann ist garantiert nach ein paar Tagen Schluss.

Persönlich zweifle ich zwar nicht daran, dass das Power Max P16K Pro dieses Jahr in den Handel kommt. Ich denke nur, dass Hersteller einen anderen Weg einschlagen müssen. Ich will Energie sparen, nicht wieder noch größere, schwerere und klobigere Smartphones im Backstein-Format herumschleppen müssen. Meiner Auffassung nach müssen Fertigungsprozesse weiter verbessert und stromfressende Komponenten in modernen Smartphones durch genügsamere ersetzt werden.

Moderne Akkus und Technologien erforderlich

Sicherlich werden Akkus mit einer großen Kapazität immer kleiner und versorgen damit immer leistungsstärkere Mobiltelefone. Auch hier werden technologische Fortschritte erzielt. Doch möchte ich mit meinen Geräten nicht von Jahr zu Jahr mehr Energie verbrauchen, sondern genau das Gegenteil: „Strom“ sparen und so im besten Fall zumindest etwas die Umwelt schonen. Ein gigantischer Akku, der die Ursache – den „Appetit“ des Smartphones nach Energie – nicht bekämpft, kann langfristig betrachtet nichts bringen.

Dass große Unternehmen stets bemüht sind, sich zu verbessern, zeigen die Smartphones selbst: Trotz teils stark steigender Performance, größeren Displays und mehr Speicher steigt auch die Akkulaufzeit. Oder bleibt zumindest konstant. Beispielsweise, wenn ihr das Samsung Galaxy S7 mit dem Galaxy S8 (oder 9) vergleicht. Verantwortlich sind auch die Betriebssysteme – Android wird mit jeder Versionsnummer etwas effizienter oder führt neue Stromsparmodi ein.

23 Smartphones mit Riesen-Akku: Das gibt es jenseits der 4.000 mAh

Mein Wunsch für die Zukunft ist es, dass Firmen nicht mit Monster-Akkus werben, sondern mit kreativen Ideen oder Technologien, die schnell die Batterie meines Smartphone füllen und mich möglichst lange unabhängig von einer Steckdose machen. Vielleicht ist hierfür auch ein Umdenken nötig? Denn das Schreien nach noch stärkeren Akkus ist ja dem Wunsch nach noch potenteren Smartphones geschuldet….

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4 Kommentare zu “Energizer Power Max P16K Pro: Smartphone mit 16.000 mAh Akku? Der falsche Weg!
  1. „… ist wohl von Mittelklasse-Hardware (MediaTek-Prozessor), einem 6 Zoll großen Full-HD-Bildschirm, 6GB RAM, 128GB Flash-Speicher, Dualkamera (13 Megapixel & 5 Megapixel Sidekick-Sensor), 8 Megapixel Frontkamera und Speicherkartenslot die Rede – also keine außergewöhnliche Hardware.“

    Keine außergewöhnliche Hardware?! Sowohl Galaxy S9 als auch Xperia XZ2 belassen es bei 64 GB Speicher und 4 GB RAM. Dualkamera gibt es auch keine (außer im großen S9+). Mal abgesehen vom Prozessor (MediaTek hat die Oberklasse ja offiziell abgeschrieben) finde ich die Hardware echt in Ordnung. Und wenn ich lese, dass Sony schon zufrieden damit ist, wenn das XZ2 dank zahlreicher Optimierungen über den Tag kommt, dann sehe ich da schon noch Handlungsbedarf. Okay, sich nen Ziegelstein wie das Energizer in die Tasche zu stecken, kann nicht die Lösung sein. Aber bisschen mehr Akku-Kapazität, damit es wenigstens drei Tage Laufzeit bei gemischter Nutzung werden, würde ich mir von den Herstellern nach wie vor wünschen.

    • Aaaaaaaaaaaaaaalso: Wofür braucht man gegenwärtig 6GB RAM? Im Mittelklasse-Segment, wo das Energizer ja angesiedelt ist, sind 128GB sicher toll. Aber ob das schneller (= teurer) Speicher ist? Gehen wir mal nicht davon aus.

      Und eine Dualkamera ist nicht gleichzusetzen mit: besser als eine einzelne Kamera. Ich behaupte, dass die Kamera im S8 um Längen besser ist also eine Dualkamera in einem 300-Euro-Smartphone. Und das wird auch noch einige Zeit so bleiben. 🙂

      Ja, mehr Akkukapazizät ist natürlich immer schön. Ich meinte nur, dass es einfach sinnvoller wäre, wenn es uns als Konsumenten auch um eine gewisse „Nachhaltigkeit“ geht. Also stromsparende Komponenten, gute, ausgereifte Hardware, statt immer nur das Schnellste und Beste. Gut aufeinander abgestimmte Systeme, statt Chips, die Energie verbraten. Monster-Akkus sind da nicht langfristig gedacht.

    • „Also stromsparende Komponenten, gute, ausgereifte Hardware, statt immer nur das Schnellste und Beste. Gut aufeinander abgestimmte Systeme, statt Chips, die Energie verbraten.“

      Monieren wir ja schon seit Jahren und sehe ich nicht passieren. Die Display werden immer noch höher auflösend, obwohl das gar nicht nötig wäre. Das Energizer belässt es bei 6 Zoll ja sogar bei verhältnismäßig niedrig angesiedelten Full HD, was sicher auch noch zum Stromsparen beiträgt.

      Und das Thema Kamera… Aus Kundensicht gesprochen: Ich möchte bei schlechten Lichtverhältnissen gute Fotos machen (okay, das kann Samsung), ich möchte hübsche Bokeh-Effekte und ich hätte am liebsten noch ein wenig optischen Zoom. Und da ist es schon enttäuschend, wenn ich beim ZTE Blade V8 sogar die Blende frei wählen und damit den Schärfenbereich variieren kann (was gar nicht mal schlecht aussieht), es beim dreimal so teuren Galaxy S9 aber wieder heißt: geht nicht, Effekt steht nur für das S9 Plus zur Verfügung, weil es uns gereicht hat, nur da eine Dualkamera unterzubringen.

  2. Na, wie im Text gesagt: Es wird besser. Die Akku-Kapazitäten steigen leicht, die Geräte werden deutlich leistungsfähiger. Nur wir haben jedes Jahr neue Modelle, Geräte, alles wird besser und schneller. Aber ich hab das Gefühl, als würde sich niemand mehr Zeit für „Feintuning“ und „Optimierung“ nehmen. Das sehe ich schon als Problem an. Stattdessen: Einfach noch mehr Akkukapazität draufhaufen. Als wäre das die Lösung.

    Bzgl. Kamera: Ich versteh nicht, was das immer mit dem Bokeh-Effekt soll. Das kann mein Smartphone seit dem Galaxy S6 ordentlich – nennt sich halt selektiver Modus. Oder man experimentiert mit dem Pro-Modus herum. Für den Alltag sehe zumindest ich keinen Unterschied zwischen Bokeh- oder Dualkamera und genau diesen Dingen. Oder gibt’s da irgendwo Beispielfotos, wo ich den Unterschied klar erkennen kann?

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