Elektropost-Revival: Zwei neue Startups wollen die E-Mail modernisieren

Sie wurde schon vielfach totgesagt, hat viel Konkurrenz erhalten, ist weit davon entfernt perfekt zu sein und doch nach wie vor unverzichtbar: die E-Mail. Und weil es nun so aussieht, als würde es in absehbarer Zeit nicht ohne die elektronische Post gehen, machen sich zwei Initiativen daran, die E-Mail auf unterschiedliche Art und Weise zu modernisieren.

Ziemlich revolutionär nämlich etwa, was das Projekt Inbox plant, das von einem ehemaligen Dropbox-Entwickler und einigen MIT-Absolventen ins Leben gerufen wurde. Am Prinzip E-Mail hält Inbox fest, dafür will es das in die Jahre gekommene Protokoll von seinem Ballast befreien. Weg mit der MIME-Codierung, dem POP- oder IMAP-Protokoll und allem anderen Overlay, der eine E-Mail unnötig aufbläht. Der Trend soll hingehen zu einem schlankeren und dadurch schnelleren und trotzdem sicheren E-Mail-Nachfolger.

Inbox_App

Ein neues Protokoll für schlankere und schnellere E-Mails

Der Code, den Inbox verwendet, soll Open Source, also quelloffen sein. Unternehmen wie eben Dropbox oder auch Google sollen ihre eigenen Anwendungen hier über Schnittstellen integrieren können. So könnte die moderne Inbox-E-Mail mehr wie eine WhatsApp-Nachricht aussehen oder hunderte Megabyte große Dateianhänge verwenden. Sogar ein Social Network ließe sich auf dem Sockel des neuen Protokolls aufbauen.

Die ersten Tools für Inbox sind mittlerweile erschienen. Mehr ist erst in einigen Monaten zu erwarten. Gut möglich auch, dass man von einer Inbox-App selbst nie viel sehen wird, sondern die Software nur als Protokoll in bestehende, aber dann deutlich leistungsfähigere E-Mail-Programme integriert wird.

Ein Programm, das umso produktiver macht, je seltener man es nutzt

Einen völlig anderen Ansatz verfolgt das schwedische Startup Teller, das von einem Gründer der finnischen Spieleschmiede Rovio unterstützt wird. Teller will den Posteingang auf Basis der „alten“ E-Mail völlig neu ordnen. Das Programm soll eingehende Mails so sortieren, dass dem Nutzer die wichtigsten zuerst angezeigt werden. Verloren ginge ihm trotzdem nichts. Die Idee hinter Teller ist aber einfach die, dass man seltener nach seinen Mails schaut in einer Zeit, in denen der Posteingang den Arbeitsablauf vieler Menschen bestimmt. Teller soll den Nutzer umso produktiver machen, je seltener er nach Mails schaut.

Erster, noch nicht sehr aussagekräftiger Vorgeschmack auf Teller

Erster, noch nicht sehr aussagekräftiger Vorgeschmack auf Teller

Allerdings ist von der App bislang noch nicht viel zu sehen; sie befindet sich in der geschlossenen Beta-Phase. Und derartige Versprechungen haben wir schon oft gehört, ohne dass wir von den jeweiligen Anbietern danach noch viel gehört hätten. Fakt ist jedoch: Die E-Mail wird bleiben. Und weil sie das wird, soll die Arbeit mit ihr vereinfacht werden. Vielleicht können Inbox und Teller hier schon einen sehr guten Anfang machen.

Wir bleiben an beiden Projekten dran und berichten wieder, sobald es mehr zu sehen gibt.

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