Die eSIM soll schon die SIM-Karte im Smartphone ersetzen

Die Abschaffung der SIM Card ist kein neues Thema. Jetzt aber kommt wieder Bewegung in die Sache, denn die eSIM steht in den Startlöchern.

Die eSIM soll schon die SIM-Karte im Smartphone ersetzen

Seit 25 Jahren gibt es die SIM-Karte fürs Mobilfunknetz. Jetzt, genau ein Vierteljahrhundert nach ihrer Einführung, steht die SIM Card vor dem Aus. Der Nachfolger, die eSIM, wird bereits am 11. März eingeführt – zunächst von Vodafone.

Die eSIM ist eigentlich auch eine Karte, aber ohne Karte. Klingt verwirrend? Ist aber eigentlich ganz einfach: Die eSIM wird, ganz im Gegensatz zur bisherigen SIM-Karte, fest in das Smartphone oder in andere Endgeräte eingebaut. Die bekannte Plastikkarte, in der sich mittig ein goldener Chip befindet, gibt es dabei nicht mehr. Die Speicherung der Zugangsdaten erfolgt direkt und digital auf dem Smartphone. Das viel beschworene Internet der Dinge wird auf diese Weise unterwegs mit der eSIM per Mobilfunk erweitert.

Mehr Flexibilität durch die eSIM

Das System der eSIM macht vieles einfacher: Der Kunde erhält nach der Wahl seines Wunschtarifs von seinem Provider einen verschlüsselten Aktivierungscode für das Endgerät. Nach Eingabe des Codes auf den fest installierten eSIM-Chip stellt zum Beispiel das Smartphone oder auch eine Smartwatch automatisch die Verbindung ins Mobilfunknetz her. Das so entstandene eSIM-Profil kann nun auch auf jedes andere eSIM-kompatible Gerät übertragen werden.

e-sim

Der Austausch der Card, wie bisher bei der herkömmlichen SIM-Karte, entfällt. So geht ein Provider-Wechsel künftig viel einfacher und für die Kunden flexibler über die Bühne: Der neue Anbieter schickt einfach nur noch einen digitalen Zugang aufs Smartphone, das Warten auf die Zusendung einer neuen SIM-Karte gehört der Vergangenheit an. Auch die Größe der Devices kann nun noch einmal verringert werden, da der eSIM-Chip deutlich kleiner ist als selbst eine Nano-SIM (siehe Grafik unten).

Die eSIM als weltweiter Standard

Das System der eSIM scheint zudem absolut zukunftssicher, denn Gerätehersteller und Provider haben sich inzwischen weltweit auf den neuen Standard geeinigt. Vodafone will zum Start der neuen Technik die Smartwatch Gear S2 classic 3G von Samsung mit einem eSIM-Chip ausstatten.

Nach Vodafone wird auch die Telekom schon bald mit ersten kompatiblen Geräten nachziehen, ebenso O2. Ab 2017 sollen dann die meisten Smartphones über die eSIM-Technik verfügen. Doch die Industrie will einen sanften Wechsel für die Anwender ermöglichen: Erst innerhalb der nächsten zehn Jahre soll die heutige Wechsel-SIM komplett ersetzt sein. Für die User bedeutet die eSIM deutlich mehr Komfort und eine viel flexiblere Handhabung vor allem beim Wechseln von Geräten oder Providern. Die eSIM kann also gerne kommen!

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2 Kommentare zu “Die eSIM soll schon die SIM-Karte im Smartphone ersetzen

  1. “ Für die User bedeutet die eSIM deutlich mehr Komfort und eine viel flexiblere Handhabung vor allem beim Wechseln von Geräten oder Providern“ – klingt schwer nach – Gib uns einfach alle deine Daten und verzichte auf deine Privatsphäre, und dafür brauchst du nie wieder selbständig denken müssen. – Brave New Big Brother World.

    1. Ganz so schwarz sehe ich das nicht. Wem gebe ich denn hier Daten, die er nicht eh schon hatte?

      Ich sehe ein ganz anderes Problem: Weniger Freiheit bei der Auswahl der Anbieter. Apple und Co. können hier im Prinzip die Auswahl an Anbietern nach eigenem Gutdünken reduzieren. Und ich kann nicht mehr selbst meinen Wunsch-Discounter wählen. Das kann zu einem Rückschritt führen. Smartphones könnten wieder seltener vertragsfrei angeboten werden und das wäre Horror pur.

      Die Nachteile der eSIM hatten wir vor geraumer Zeit auch an dieser Stelle schon angesprochen: https://trendblog.euronics.de/telefon-navigation/apple-samsung-und-die-telekom-wollen-die-sim-karte-abschaffen-aber-freut-euch-nicht-zu-frueh-30623/

      Gruß
      Jürgen

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