Datenverbrauch: So viel frisst dein Smartphone

Wie hoch liegt eigentlich der Datenverbrauch meines Smartphones? Kaum einer weiß, warum er eigentlich zur Monatsmitte schon wieder auf EDGE runtergestuft wird. Wir sagen es euch – und auch, wo ihr Daten sparen könnt.

Demütigt dich dein Smartphone auch jeden Monat? Irgendwo auf halber Strecke teilt es dir mit, dass nun endgültig das Datenvolumen aufgebraucht sei. Doch was ist schlimmer? Der unverhältnismäßig hohe Preis, um doch noch Bilder von deinen Freunden über WhatsApp oder Snapchat empfangen zu können? Oder dass du einfach nicht weißt, wo all die Daten hin sind, von denen du bei Vertragsabschluss geglaubt hast, sie würden für einen ganzen Monat reichen?

Bei letzterem können wir dir helfen – wobei auch wir keine genauen Angaben machen können, schließlich hängt der tatsächliche Datenverbrauch von vielen Faktoren ab. Doch die Erfahrungswerte, die wir hier für dich zusammengetragen haben, können dir helfen, deinen Verbrauch besser einzuschätzen.

Messenger

Einfache Textnachrichten, die über WhatsApp oder einen anderen Messenger geschickt werden, sind bloß wenige Kilobyte groß. Wer einen längeren Satz formuliert, kommt vielleicht auf einen Datenverbrauch von 10 KB. Bereits die Verwendung von Emojis treibt den Zähler leicht nach oben, doch das Versenden oder Empfangen von Fotos sprengt jegliche Kalkulation. Je nach Format und Komprimierung kann ein WhatsApp-Bild 40 KB groß sein, aber auch 4 MB. Da spielt es dann kaum noch eine Rolle, wieviele Textnachrichten letztlich zusammenkommen.

Messenger ohne Emojis sind ein wenig fade (Bild: Line)

Messenger ohne Emojis sind ein wenig fade (Bild: Line)

VoIP und Video-Telefonate

Das Unverhältnis zwischen Text und Anhang gilt auch für Snapchat, Telegram, den Facebook Messenger, Twitter oder Google+. Bei Telefonaten über Voice-over-IP lässt sich ebenfalls kein fester Wert angeben, da Gesprächspausen stärker komprimiert werden als Wortschwalle. Ein VoIP-Anruf über Skype kann deshalb bis zu 3 MB pro Minute verbrauchen. FaceTime scheint mit einem Datenverbrauch von 500 KB pro Minute wesentlicher genügsamer zu sein, erst bei Video-Telefonaten sollen 2 bis 4 MB pro Minute anfallen.

Musik-Streaming

Musik-Streaming-Dienste wie Spotify, Apple Music, Napster & Co werden immer populärer. Bei einer ungünstigen Konfiguration kann die App schnell zur Datenfalle werden. Eine Stunde Musikhören mit einer geringen Auflösung von 96 kbit/s kann bereits einen Datenverbrauch von 40 MB verursachen. Wer auf Qualität Wert legt und mit 224 kbit/s streamt, verbraucht im selben Zeitraum jedoch schon 100 MB. Einfacher lässt sich mit einem Mittelwert für den Datenverbrauch rechnen: 1 MB pro Minute.

Spotify sollte keine mobilen Daten verbrauchen dürfen (Bild: Telekom)

Spotify sollte keine mobilen Daten verbrauchen dürfen (Bild: Telekom)

Einige Mobilfunker haben sich mit einem Streaming-Anbieter zusammengetan und berechnen dessen Datenverkehr in bestimmten Tarifen nicht. Wenn die allgemeine Drosselung einsetzt, wird allerdings auch das Musik-Streaming gedrosselt. Eine sichere Variante ist jedoch, einen Streaming-Anbieter zu wählen, der es erlaubt, Musik auf das Smartphone zu laden und offline zu hören. Dann kann übrigens auch kein Funkloch die Musik zum Schweigen bringen.

Hoher Datenverbrauch bei Video-Streaming

Wer seinen Freunden ab und zu ein kurzes Katzenvideo auf YouTube zeigt, wird dies am Datenverbrauch kaum merken: In einer Minute fallen 1 bis 8 MB an. Abhängig ist der Wert letztlich von der gewählten Qualität, die auf einem Smartphone standardmäßig niedrig sein sollte. Doch bei HD-Filmen in 720p können nach 10 Minuten durchaus 130 MB weg sein. Das macht sich dann schnell auf dem Datenkonto bemerkbar.

Netflix macht auf dem großen Display mehr Spaß, neue Folgen werden aber oft auch auf dem Smartphone geschaut

Netflix macht auf dem großen Display mehr Spaß, neue Folgen werden aber oft auch auf dem Smartphone geschaut

Bei Netflix ist das nicht großartig anders. Eine einstündige Serienfolge in mittlerer Qualität schlägt mit 700 MB zu Buche. Der Nutzer kann hier aber auch eine andere Stufe wählen: niedrig mit 300 MB pro Stunde, HD mit 3 GB pro Stunde, Ultra-HD mit 7 GB pro Stunde oder automatisch. Letzere ist ein Roulettespiel: Die Qualität wird der möglichen Geschwindigkeit angepasst, nicht dem eigenen Datenverbrauch. Und wer gerne Fußball schaut: Eine Halbzeit mit 45 Minuten kostet bei Sky Go 1,3 GB.

Mobile Web und E-Mail

Erst vor wenigen Jahren hätte ich die Frage nach dem mobilen Datenvolumen mit der Größe verschiedener mobiler Websites beantwortet. 200 KB kann eine einzelne Seite groß sein, aber auch zwei Megabyte und sogar mehr. Letztlich hängt es davon ab, was alles darin engebettet ist. Ein animiertes GIF, das nur eine Sekunde dauert, kann bereits ein Megabyte ausmachen. Beim Abruf von E-Mails gilt für den Datenverbrauch übrigens das Gleiche wie bei WhatsApp: 10 KB für eine reine Textnachricht, bei HTML-Formatierung und Fotos im Anhang entsprechend mehr.

Unberechenbarer Datenverbrauch

Wer sich jetzt beschwert, diese Angaben seien zu vage, um seinen monatlichen Datenbedarf zu kalkulieren, dem sein gesagt: Es kommt noch schlimmer. In der Regel reicht es zwar, seinen Verbrauch zwei, drei Monate zu beobachten, um ein Gefühl für die Größenordnung und die Abweichungen davon zu erlangen. Es gibt aber auch Anwendungen auf eurem Smartphone, die den Datenverkehr ins Unermessliche steigern können.

Navigation im Auto kann auch zum Datenfresser werden (Bild: Pixabay)

Navigation im Auto kann auch zum Datenfresser werden (Bild: Pixabay)

Die Navigation per Google Maps zum Beispiel lädt bei einem Spontantrip über die Autobahn ins unbekannte Terrain immer wieder neue Karten herunter. Auch bei vielen Spielen müsst ihr ein Auge darauf haben, wieviele Daten nachgeladen werden. Schließlich wurden die Hintergrunddaten, die dein System verschickt und empfängt, bei der bisherigen Berechnung des Datenverbrauchs noch nicht berücksichtigt.

Der neue große Datenfresser sind aber die Bots oder persönlichen Assistenten, die ständig im Hintergrund Anfragen in der Cloud starten. Dabei handelt es sich zwar meist um kleine Datenmengen. Diese summieren sich jedoch im Laufe eines Monats zu nicht unerheblichen Beträgen auf. So verbraucht Siri auf einem iPhone bei zehn Fragen pro Tag insgesamt 20 MB pro Monat. Und das ist erst der Anfang: Die Artificial Intelligence der Bots sorgt dafür, dass nicht nur eure Fragen beantwortet werden, sondern dass ihr auch ständig neue Informationen erhaltet und selbst Fragen gestellt bekommt.

Wir ihr nun euren mobilen Datenverbrauch in Schach halten könnt, verraten wir euch im Folgeartikel: Datenvolumen sparen: So werdet ihr nicht gedrosselt.

Beitragsbild: Pixabay

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