Musik auf dem Tablet - auch kein Problem. (Foto: Sven Wernicke)

Das Tablet als Navigationsgerät fürs Auto. Die richtigen Apps für den Alltag!

Das (angestaubte) Tablet als vollwertiges Navigationsgerät fürs Auto. Nach dem ersten Teil meiner kleinen Tutorial-Reihe, welcher sich mit den technischen Voraussetzungen beschäftigte, geht’s jetzt ans Eingemachte. Welche Apps und Programme kamen zum Einsatz? Was gilt es zu beachten?

Los geht’s!

Zugegeben: Ich machte es mir zu Beginn recht einfach. Kurz mal gegoogelt, die Lösung war in ein paar Minuten gefunden. Ich entschied mich ruck zuck für die vollkommen kostenlose Software Nokia Here. Obwohl sich diese noch in der Beta-Phase befindet, funktioniert sie tadellos. Zwar vermisse ich bezogen auf die Präsentation der Karten ein paar Optimierungen für Tablets, doch geschenkt: Einfach zu bedienen, relativ schnelle Routenberechnung und ein tadelloser Offline-Modus geben kaum Grund zur Klage.

Bedenkt allerdings, dass ihr vor dem Verwenden die Karten mit WIFI herunterladet – die können gut und gerne ein paar GB groß sein. Die Sprachnavigation ist simpel, Straßennamen werden nicht ausgesprochen. Ihr müsst euch also mit „Fahren Sie geradeaus“ etc. zufriedengeben. Aber: Gerade in der Praxis stellte sich dies als sehr angenehm heraus. Auch das neue Berechnen der Route, sollte man sich mal verfahren haben, wird unauffällig erledigt.

Hoch- und Querformat ist bei der App noch nicht optimal und konsequent gelöst. (Foto: Screenshot)

Hoch- und Querformat ist bei der App noch nicht optimal und konsequent gelöst. (Foto: Screenshot)

Bei über 100 vorhandenen Ländern, einer ansprechenden 3D-Ansicht und Echtzeitinfos bei vorhandener Internetverbindung (Störungen und Verkehrslage) kann man nicht nörgeln. Klar, ein Spuraussistent wäre nett gewesen, aber auf den muss man verzichten. In Anbetracht der Tatsache, dass Nokia Here nicht einmal versteckte Kosten offenbart, ist das Gebotene schon erstaunlich.

Sehenswürdigkeiten werden auf der Karte häufig in 3D dargestellt. (Foto: Screenshot)

Sehenswürdigkeiten werden auf der Karte häufig in 3D dargestellt. (Foto: Screenshot)

Mir fiel nur auf, dass das Finden des Satelliten recht lange dauerte. Nur hier kann ich Nokia Here keine Schuld geben. Vielmehr liegt das am verbauten GPS-Modul meines Tablets. Geduld ist also gegebenenfalls nötig.

Es gibt auch Alternativen!

Solltet ihr Google Maps favorisieren, geht auch das sehr gut – trotz des Gefühls, als seien die Routenempfehlungen manchmal etwas eigenartig – gerade dann, wenn man absichtlich auf Autobahnen verzichtet. Jedenfalls wird der vollständige Offline-Modus von Googles Kartendienst zwar erst im Herbst eingeführt, mit ein paar Tricks klappt es schon jetzt: Berechnet eine Route mit vorhandener Internetverbindung und geht danach mit dem Tablet „offline“. Bis zum Ziel wird die komplette Strecke inklusive Sprachausgabe im Zwischenspeicher abgelegt. Sehr praktisch. Aber: Das neue Berechnen der Routen (verfahren, Stau etc.) und das Melden von Verkehrsstörungen geht so natürlich nicht mehr. Benötigt ihr nur eine Orientierung für eure Fahrt, genügt dieser Ansatz vollkommen. Und bewegt ihr euch in Städten, dann ist ein Offline-Feature bereits vorhanden. Wie dieses eingesetzt wird, erfahrt ihr direkt bei Google.

Okay, ich wollte dann doch noch erfahren, ob bessere Navi-Apps existieren. Und ich wurde im Google Play Store regelrecht erschlagen mit Angeboten – auch von Navi-Herstellern wie TomTom. Positiv aufgefallen ist mir zudem Scout mit Blitzwarner und einem generell angenehmen Benutzerkomfort. Eventuell lohnt sich ein Blick auf Sygic, das mir persönlich optisch nicht zusagte. Und Navmii bietet außerdem viel. Habt ihr Zeit und Lust, stöbert und experimentiert etwas. Viele Navi-Apps verwenden das identische Kartenmaterial und Schnittstellen zu anderen Diensten (Stauinfos etc.), sodass sich die Funktionalität sehr ähnelt. Manche verlangen für bestimmte Elemente und Karten via In-App-Kauf zusätzliches Geld – daraus sollte man auch achten. Wie angedeutet: Irgendwie kam ich mit Nokia Here und Google Maps in Kombination am besten klar.

Genug von Navigation

Im ersten Teil meiner kleinen Tipps-Reihe erwähnte ich meinen kleinen Bluetooth-Lautsprecher, den ich für die Audio-Ausgabe verwendete. Denn mein olles Autoradio kennt noch kein Bluetooth. Die winzige Boombox kam dann auch noch vernünftig zum Einsatz – mit kiloweise Musik. Ich entschied mich für die kostenlose Probemitgliedschaft von Google Play Music, lud Hunderte Songs auf die Speicherkarte meines Tablets und verwendete den Offlinemodus während der Fahrt. Der Klang war nicht ganz so toll wie aus den regulären Boxen meines Nissans, doch die Qualität war mehr als ausreichend und störte innerhalb des einwöchigen Urlaubs zu keiner Zeit. Etwas störend war nur, dass Navigation und das Abspielen von Musik gleichzeitig den Akku erstaunlich belastete.

Beispiel für Multimedia: Google Play Music. (Foto: Screenshot)

Beispiel für Multimedia: Google Play Music. (Foto: Screenshot)

Neben Google Play Music könnt ihr freilich andere Dienste und Angebote nutzen: Spotify beispielsweise erhielt ebenfalls einen Offline-Modus für die gleichen Zwecke. Und wenn ihr im Stau lieber Videos gucken wollt – Watchever beispielsweise startet Filme und Serien auch ohne Internetverbindung, sofern man sie sich vorher heruntergeladen hat. Netflix und Amazon Prime Video (für Android) dagegen nicht.

Persönliches Fazit: Ordentliche Alternative

Sieben Tage in der Pampa – und ich habe es überlebt. Ich habe mich nicht verirrt und wurde nicht vom Bären im Wald aufgefressen. Und das, obwohl ich mir kein neues Navigationsgerät kaufte, sondern mein angestaubtes Tablet verwendete. Ab 20 Euro verwandelt ihr eure Touchscreen-Maschine in ein aktuelles Navi – und das klappt tatsächlich gut. Gewiss ist die Kontrolle eines TomTom oder Garmin aufgrund der Spezialisierung etwas intuitiver, nach etwas Eingewöhnung aber bedient ihr euer Tablet ähnlich schnell und könnt sogar noch sehr viel mehr mit diesem anstellen. Wechselt bei Bedarf die Navi-App, hört nebenbei Musik oder spielt in der Pause ein Game. Es ist ja auch ein Tablet.

Für mich steht fest: Ich brauche vorerst kein Navi, sondern bleibe bei meinem Tablet. Es ist viel flexibler und erledigt die gleichen Dinge. Ich wüsste jedenfalls nicht mehr, wieso ich mir noch ein viel limitiertes Navi zulegen sollte.

Habt ihr selbst auch Erfahrungen mit einem Tablet oder Smartphone als Navigationsgerät fürs Auto gesammelt? Mich interessiert eure Meinung. Schreibt sie doch in den Kommentarbereich!

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