Smartphone mit Kopfhörern (Bild: Pixabay)

ARD Audiothek: Smartphone-App macht Radio zur Podcast-Sammlung

Die Podcasts des öffentlich-rechtlichen Radios werden in einer App zusammengefasst. Die ARD Audiothek bietet einen persönlichen Audiostream, der sich auf dem Smartphone auch offline hören lässt.

Wie Netflix einen Teil des Qualitätsfernsehens ersetzt hat, holen Podcasts immer mehr Hörer vor dem Radio weg. Die Kopfhörer werden aufgesetzt, wenn es am besten passt, auf dem Weg zur Arbeit beispielsweise, und nicht wenn es im Programmheft steht. Das Gedudel im Hintergrund mit den besten Hits der Achtziger, Neunziger und von heute wird bleiben. Aber die mit Liebe und Aufwand produzierten Wortbeiträge müssen neue Wege zum Hörer finden – vor allem als Podcast. In der ARD Audiothek, einer neuen Smartphone-App, sollen nun die Wortbeiträge aller Radioprogramme von ARD und Deutschlandradio gebündelt werden, insgesamt mehr 60 Quellen.

Ein Audiostream nur für dich

Viele Sendungen des öffentlich-rechtlichen Radios gibt es bereits jetzt als Podcast. Soweit ich das beurteilen kann, werden sie auch gerne gehört. Neu wird die Oberfläche sein. Die ARD Audiothek wird neben der ARD Mediathek bestehen, ist quasi ein Ausschnitt davon, der einen leichteren Zugang bietet. Dort sollen sich die „besten Wortinhalte“ finden, also nur eine Auswahl und vermutlich keine Musik oder anderes Material, das urheberrechtlich geschützt ist. Offenbar gibt es eine kuratierte Vorauswahl, doch jeder kann und soll sich auch ein eigenes Programm zusammenstellen, seinen Audiostream also personalisieren.

In der ARD Audiothek wird es kurze Formate für zwischendurch geben, aber auch längere Sendungen mit umfassenden Informationen und Hintergründen. Daneben gibt es Angebote für Kinder oder für Familien sowie klassische Hörspiele. Die ARD Audiothek soll als App für iOS und Android im Sommer 2017 erscheinen, kostenlos und werbefrei sein. Die einzelnen Sendungen oder Podcast-Episoden lassen sich dann im heimischen WLAN-Netz auf das Smartphone laden und offline hören, also ohne bestehende Internetverbindung und Verbrauch kostbarer Mobilfunkdaten.

Anders als Spotify?

Die spannende Frage aus meiner Sicht ist, ob die Sendungen des öffentlich-rechtlichen Hörfunks dann exklusiv auf dieser Plattform erscheinen. Jetzt lassen sie sich mit jedem Podcatcher abonnieren. Sogar bei Spotify sind sie zu finden, wo es auch Podcasts wie „Fest und Flauschig“ gibt (Jan Böhmermann, Olli Schulz), die es nur dort gibt. Bei Netflix und Amazon Prime Video besteht der Trend zu exklusivem Material schon länger, dort werden Serien sogar selbst produziert. Das sind aber kommerzielle Plattformen, die damit die Kunden an sich binden und eine monatliche Gebühr kassieren wollen. Öffentlich-rechtliche Sender können sich das meiner Meinung nach nicht erlauben.

Den Vorteil, den eine App wie die ARD Audiothek dann bieten könnte, wäre der Komfort in der Bedienung. Ich möchte einen Podcast auf dem Smartphone weiterhören können, den ich auf dem Laptop begonnen habe. Bei Netflix-Serien halten wir das schon für selbstverständlich. Spotify kann das bei Podcasts auch, freie Podcatcher (also Apps, die abonnierte Podcasts abspielen) aber nicht. Die ARD Audiothek könnte zu einer solchen Plattform werden, ohne dafür Geld von mir zu verlangen – jedenfalls nicht zusätzlich zum Rundfunkbeitrag. Das würde mir gefallen.

Bild: Pixabay/kaboompics

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