Apple schafft nach der Beats-Übernahme den klassischen Kopfhörereingang beim iPhone ab

Im Rahmen seines „Made for iPhone/iPod/iPad“-Programms sind von Apple die technischen Vorgaben für die Verwendung von Kopfhörern neu definiert worden. Unter anderem sollen dadurch Headphones an die entsprechenden Devices schon bald nicht mehr über die übliche Kopfhörerschnittstelle angeschlossen werden, sondern über den Aufladeeingang. Damit bringt Apple nach dem Kauf von Beats by Dr. Dre mehrere Kopfhörer-Hersteller in noch ärgere Bedrängnis.

Apple macht ernst und nutzt nach der Übernahme der Kopfhörer-Marke Beats seine neue Machtstellung im Bereich der Headphones für eine ungewöhnliche, aber letztlich auch nachvollziehbare Entscheidung: Der kalifornische Konzern möchte bei iPhones, iPads und iPods die klassische 3,5 Millimeter-Klinke des Kopfhörereingangs abschaffen und Headphones künftig über die von Apple selbst entwickelte, propriätere Lightning-Schnittstelle anschließen. Der bisherige Kopfhörereingang bleibt damit ungenutzt und wird bei kommenden Modellen wohl ganz wegfallen. Für die im Herbst erwartete neue iPhone-Generation kann spekuliert werden, dass Apple’s nächstes Smartphone dadurch noch dünner gebaut werden kann. Ein weiterer Vorteil wäre, dass Kopfhörer dank der Mehrpoligkeit der Lightning-Kabel bzw. -Schnittstelle auch als Headsets nutzbar würden. Die Energieversorgung kommt dann vom Gerät selbst. Zudem ließe sich Musik mit einer Abtastrate von 48 Kilohertz übertragen.

Andere Kopfhörerhersteller für das iPhone werden durch die von Apple geplante Standardneuerung zweifellos Probleme bekommen. Allein schon durch die Fälligkeit von Lizenzgebühren bei der Verwendung des Lightning-Standards müssten sie ihre Modelle verteuern oder eine Reduzierung der eigenen Margen hinnehmen – während Apple durch den vor kurzem getätigten Kauf von Beats für drei Milliarden US-Dollar zum Monopolisten für iPhone-Kopfhörer werden könnte.

Die Übernahme von Beats Music und Beats Electronics durch Apple war der bislang größte Zukauf für das Unternehmen. Der Abschluss der Kaufabwicklung wird für Ende September erwartet, ist aber noch abhängig von der behördlichen Genehmigung. Zum Portfolio der beiden bisherigen Firmen des Hip-Hop-Produzenten Dr. Dre und des Beats-Mitbegründers Jimmy Iovine, die beide nun Teil des Apple-Executive-Teams werden sollen, gehören neben Kopfhörern auch eine Audio-Software, Lautsprecher und vor allem ein Musikstreaming-Service – an dem Apple, dessen eigenes Streaming-Angebot iTunes Radio bislang nicht so recht eingeschlagen hat, ein ganz besonderes Interesse haben dürfte.

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