Alternatives Smartphone-Betriebssystem „Sailfish OS“ nun mit regulären Android-Smartphones kompatibel

Alternatives Smartphone-Betriebssystem „Sailfish OS“ nun mit regulären Android-Smartphones kompatibel

Das finnische Startup „Jolla“ hat einen kleinen Durchbruch in der Entwicklung des alternativen Betriebssystems „Sailfish OS“ verkündet. Man habe es geschafft, „Sailfish OS“ auf zahlreichen regulären Android-Smartphones zu installieren. Damit sei man nicht mehr nur mit speziellen Modellen kompatibel, sondern mit einer großen Anzahl an im Handel erhältlichen Android-Smartphones.

„Sailfish OS“ wurde von den Finnen im November 2012 in einer bunten und unkonventionellen Keynote vorgestellt. Während sich das System zu dem Zeitpunkt noch in einer frühen Phase der Entwicklung befand, brachte das kleine Team vor allem die Stimmung herüber, mit der man an „Sailfish OS“ arbeitete.

Das System ist optisch sehr stark an Android angelegt, zeichnet sich aber durch viele kleine Anpassungen und Verbesserungen aus. So gibt es statt verschiedener Homescreens „Infinite Scrolling“ und einen Homescreen, der gleichzeitig alle aktiven Anwendungen anzeigt und Widgets erstellt und es damit unnötig macht, zwischen Apps zu wechseln, weil man sie in der Übersicht gleichzeitig bedienen kann. Dazu ist es komplett frei, kann also von Hardware-Herstellern und Mobilfunkanbieter gleichermaßen den eigenen Bedürfnissen angepasst werden.

Welche Modelle genau mit „Sailfish OS“ kompatibel sind, wollte das Team von Jolla aber nicht verraten, um die derzeitigen Verhandlungen mit „großen asiatischen“ Herstellern nicht zu behindern und eventuell den Verdacht aufkommen zu lassen, man habe bereits Verträge abgeschlossen. Bei den Modellen handle es sich aber um Smartphones, die sie regulär im Handel erworben hätten – also aktuelle Mainstream-Modelle.

Die Entwicklung wurde laut Aussagen des Teams vor allem wegen des geplanten Kaufs Nokias durch Microsoft angeheizt. Die Nachfrage nach Alternativen im eigenen Land – das auch das Heimatland Nokias ist – motivierte. Ein Großteil des Teams von Jolla stammt aus den Reihen Nokias.

Die Dominanz der großen Systeme auf Smartphones und Tablets hat es in der Vergangenheit nahezu unmöglich gemacht, kleinen Firmen und kleinen Betriebssystemen relevante Marktanteile zu verschaffen. Auch wenn die Aussichten bei „Sailfish OS“ demnach ähnlich schlecht sein dürften, lohnt es sich trotzdem hinzusehen. Das Startup Jolla hat eine Idee, an der sie festhalten und die sie mit Leidenschaft verfolgen. Viele erfolgreiche Firmen zeigen, dass das die richtige Einstellung ist, mit der man Projekte verfolgen sollte. Wohin es „Sailfish OS“ und Jolla bringen wird, sehen wir dann.

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