Die Phrase „smarte Gartenbewässerung“ klingt beim ersten Hören vielleicht nach einem Marketing-Spruch, doch tatsächlich ist eine intelligente Art des Gießens absolut sinnvoll. Denn gerade hierzulande wird sauberes Trinkwasser sehr häufig genutzt, um einfach stundenlang den englischen Rasen zu „sprengen“. Das kostet nicht nur Geld, sondern ist oftmals ineffizient und damit Verschwendung einer immer knapper werdenden Ressource. Der Aiper Irrisense 2 verspricht nicht nur einen deutlich niedrigeren Wasserverbrauch beim Gießen, sondern er bietet auch weitere sinnvolle Vorzüge. Die konnten uns im Test überzeugen.
Das Wichtigste in Kürze
Inhalt:
Das ist der Aiper Irrisense 2
Der Hersteller Aiper bezeichnet seinen Irrisense 2 als das „weltweit erste intelligente 3-in-1-Mehrzonen-Bewässerungssystem“. Es vereint eine Bewässerungssteuerung mit Rotor-Sprinkler und einem elektrischen Ventil in einem stylischen, recht großen Gehäuse.

Du schließt den Irrisense 2 an einen regulären Gartenschlauch mit einem Durchmesser von ¾-Zoll an, Einrichtung und Konfiguration erfolgen ausschließlich über die Aiper-App. Dort definierst du bis zu 10 sogenannte Bewässerungszonen. Das sind Flächen in deinem Garten, die individuell mit Wasser versorgt werden sollen. Das ist sinnvoll, denn ein Rasen benötigt eventuell eine andere Menge als zum Beispiel ein Blumenbeet, der Lieblingsstrauch oder die Kartoffeln im Hochbeet.

Diese Mehrzonen-Bewässerung ist die größte Besonderheit des Irrisense 2. Denn du kannst dein Grundstück damit ganz dem Bedarf der Pflanzen bewässern, was laut Aiper bis zu 40 Prozent Wasser gegenüber einer regulären Bewässerung spart.
Aiper gibt an, dass ein Irrisense 2 eine Fläche bis zu 445 Quadratmeter abdecken kann, denn die integrierte Sprühdüse schafft eine Entfernung von bis zu 12 Metern. Da sich der Sprinkler um rund 180 Grad drehen kann, erreicht er nahezu jedes Stückchen Boden in diesem Umkreis.
Technische Daten: Aiper Irrisense 2
| Bewässerungszonen: | Bis zu 10 individuell anpassbare Zonen |
| Abdeckungsfläche: | Bis zu 445 m² |
| Sprühreichweite: | 2 bis 12 m |
| Wasserdurchfluss: | 26 l/min bei 45 psi bzw. 2,0 bar |
| Wassereinsparung: | Bis zu 40% laut Hersteller |
| Steuerung: | Per Aiper-App, inklusive Live-Daten und Zeitplänen |
| Wetteranpassung: | Integrierte Wettersensorik |
| Kabellänge: | 10 m |
| Geräuschpegel: | Unter 60 dBA |
| Betriebstemperatur: | 0 bis 40 °C |
| Schutzart: | IPX6 |
| Abmessungen: | 22,3 x 26,8 x 58,2 cm |
Eine Bewässerungstiefe (Wassermenge) und Zeitpläne stellst du nach Bedarf präzise ein, den Rest übernimmt der Irrisense 2 selbst. Geht’s dir also darum, die „Wünsche“ aller deiner Pflanzen perfekt zu erfüllen, liegst du mit diesem System richtig. Die Zeiten des automatisierten, aber „dummen“ Versprühens von Wasser sind damit vorbei.

Und tatsächlich: Im Rahmen unseres Tests klappte es mit dem Irrisense 2 bis auf ein paar Anlaufschwierigkeiten ganz hervorragend…
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Aiper Irrisense 2: Aufbau und erster Start
Öffnest du das große Paket, hast du zu Beginn vielleicht etwas Respekt vor dem Irrisense 2. Doch schnell offenbart sich das schöne, sehr einsteigerfreundliche Konzept. Besonders wichtig ist es, das Bewässerungssystem ordnungsgemäß anzuschließen.


Zuallererst entscheidest du dich für einen geeigneten Ort, von dem der Irrisense 2 alle deine zu gießenden Pflanzen erreichen kann. Dank einer Kunststoff-Verankerung und vier Gartenpflöcken schraubst du ihn in den Boden, zum Beispiel auf der Wiese. In unserem Fall klappte das tadellos, er stand auch nach einem ausgiebigen Regen noch fest an seinem Platz. Alternativ kannst du den Irrisense 2 auf eine Terrasse oder eine Steinplatte schrauben – wie du es brauchst.
Der Irrisense 2 setzt auf das typische Schnellkopplungssystem für Gartenschläuche. Zum Lieferumfang gehören ein optionales Rückschlagventil und ein männliche Schnellkupplung mit Gewinde.

Enorm wichtig ist, dass dein Wasseranschluss die Anforderungen des Irrisense 2 erfüllt. Ist der Druck zu schwach oder die Flussrate zu niedrig, erreicht das Gerät größere Entfernungen nicht mehr oder funktioniert gar nicht.
Anforderungen an die Wasserversorgung
Damit der Irrisense 2 ordnungsgemäß bewässern kann, brauchst du:
- Schlauch: ¾ Zoll bzw. 10 mm dick ohne Teleskoprohre
- Wasserdruck: 2 bar oder mehr
- Flussrate: 25 LPM (5.5 GPM) oder mehr
Den Wasserdruck misst du unter anderem mit einem Wasserdruckmessgerät direkt am Außenwasserhahn. Für die Flussratenmessung empfiehlt Aiper, einen 20 Liter großen Eimer unter den Wasserhahn zu stellen und diesen komplett aufzudrehen. Füllt sich der Eimer innerhalb von 48 Sekunden, ist die Flussrate ausreichend.
Ein 10 Meter langes Stromkabel mitsamt Netzteil gibt’s freilich auch – hier benötigst du eine Steckdose für den Außenbereich sowie einen geschützten Ort für das Netzteil.
Ist der Irrisense 2 mit Wasser und Strom versorgt, geht’s an die App. Eine Verbindung stellst du via Wi-Fi 2,4 GHz bzw. Bluetooth her. Hier konfrontierte uns das System mit ersten Schwierigkeiten, die wir mit einem neuen Kopplungsversuch und einem Update der App beheben konnten.
Irrisense 2 im Praxistest: Viele Möglichkeiten in der App
Läuft der Irrisense 2, offenbaren sich in der App viele Optionen. Schön hierbei: Allerlei Erklärungen und Tipps sorgen dafür, dass Laien nicht überfordert sind. Fakt ist: Die versprochenen 15 Minuten für die Einrichtung sind auch für unerfahrene Gartenfreunde schaffbar.






Beim Erstellen der Karten kommen keine Satelliten oder Kameras zum Einsatz, sondern der Irrisense 2 spritzt in die angegebene Richtung einen Wasserstrahl. Live gibst du Positionen an, aus denen nach und nach eine zu bewässernde Fläche entsteht. Das mag nicht außerordentlich smart sein, ist dafür aber präzise und lässt dir die vollkommene Freiheit darüber, wo das Wasser ankommen soll. Das nachträgliche Editieren oder Löschen der Zonen ist freilich kein Problem.
Interessant sind weitere Spielereien wie die Düsenverwaltung zum Ändern der Düse oder das ferngesteuerte, manuelle Bewässern vom Liegestuhl aus. Überaus praktisch ist der Wettersensor, der nicht nur den Regen erkennt, sondern die Windstärke berücksichtigt. Ist es zu windig, reagiert der Irrisense 2 darauf und gießt womöglich erst später.

Fans von Statistiken kommen nicht so recht auf ihre Kosten, aber es gibt informative Details zum Gesamtwasserverbrauch und zum Erfolg oder Misserfolg einer Bewässerung. Zusätzlich erstellst du ausführliche Bewässerungspläne, die alle Eventualitäten berücksichtigen.
Alles in allem lässt sich der Aiper Irrisense 2 beim Funktionsumfang nicht lumpen. Wir vermissen nichts. Und noch viel wichtiger: Er funktionierte im Alltag ohne Schwierigkeiten und genau so, wie wir und dies vorstellten. Im Rahmen des Praxistests arbeitete er zuverlässig seine Pläne ab und bewässerte die definierten Flächen routiniert.

Kleinere Problemchen – aber keine dramatischen
Da sind noch ein paar Kleinigkeiten: Bevor es wirklich losgehen konnte mit dem Erstellen von Zonen mussten wir mehrere (!) Updates für den Irrisense 2 hintereinander installieren. Ein Überspringen oder Abbrechen war nicht möglich. Auch lässt sich klar sagen: Bei der Gestaltung der App ist noch Luft nach oben. Wichtige Optionen verstecken sich in den Einstellungen, obwohl man diese öfter benötigt – etwa die Kartenverwaltung oder die manuelle Bewässerung. Eine Schnellauswahl wäre hier praktisch.

Dass die erstmalige Verbindung nicht hergestellt werden konnte, war uns auch unerklärlich. Zum Glück war dies ein einmaliger Vorfall und ließ sich schnell beheben. Die anderen „Problemchen“ sind dagegen nicht der Rede wert und vernachlässigbar.
Trotzdem ist wichtig zu wissen: Ist dein Wasserdruck im Garten zu schwach, erreicht der Wasserstrahl Flächen einfach nicht. Auch für sehr komplizierte Grundstücke sehen wir Grenzen, da der Irrisense 2 stets von einem zentralen Punkt aus startet und nicht einfach so Hindernisse „überspringen“ kann.
Fazit: Starkes Gerät, gerade für mittlergroße Gärten
Besitzt du einen kleinen Vorgarten oder einen Schottergarten mit einer mickrigen Bepflanzung, dann ist der Aiper Irrisense 2 überdimensioniert. Er fühlt sich in Gärten wohl, in denen es auch etwas zu tun und zu bewässern gibt. Bei unserem Test kam er auf zirka 200 Quadratmetern zum Einsatz und überraschte uns mit dem cleveren und sehr praktischen Zonen-Konzept. Es macht eben einen Unterschied, ob man Erdbeeren oder schnöden Rasen bewässern möchte. Und genau diese unterschiedlichen Bedürfnisse der Pflanzen kann der Irrisense 2 berücksichtigen.

Klar, die App könnte unserer Auffassung nach etwas hübscher sein und die Erstellung der Karten dezent flotter. Aber letztlich sind das Kleinigkeiten, die man nicht bemängeln muss. Alles in allem erwartet dich mit dem Irrisense 2 ein nicht nur spannendes, sondern auch sehr gut funktionierendes System für dein Grundstück. Ist dieses nicht zu sehr verwinkelt und stört dich die futuristische Optik des Hightech-Gadgets nicht, dann wirst du seine Fähigkeiten sehr schnell zu schätzen wissen und ihn nicht mehr hergeben wollen. Und: Du sparst auch noch Wasser.

Der Aiper Irrisense 2 ist bei Euronics erhältlich.
- 10 Zonen für individuelle Bewässerung einstellbar
- Unkomplizierte Verwendung im Alltag
- Attraktives, modernes und robustes Gehäuse
- App könnte etwas ansprechender gestaltet sein
- Für sehr kleine Gärten überdimensioniert, für verwinkelte Gärten ungeeignet
