250 Millionen US-Dollar: Was will Microsoft mit der virtuellen Tastatur Swiftkey?

Huch. Da hat Microsoft wieder etwas eingekauft. Nach Wunderlist, Sunrise oder Acompli war jetzt Swiftkey an der Reihe. Nur was will der Softwareriese eigentlich mit dieser App für iOS und Android?

Swiftkey erfreut sich nicht ohne Grund großer Beliebtheit, denn die Tastatur-App vereinfacht das Tippen längerer Nachrichten, indem diese fortlaufend durch Eingaben lernt und auf eine reichhaltige Auswahl an Textpassagen zugreift. Fortlaufend werden die Wortvorschläge besser. Zudem lässt sich das Keyboard auf Smartphones und Tablets individualisieren – sicher ein nicht zu unterschätzender Aspekt. Die Erfinder waren sogar an der KI beteiligt, die bei der Texteingabe an Stephen Hawkings Rollstuhl genutzt wird.

So viel Geld

Letztlich reden wir über eine sehr clevere Anwendung, die zudem kostenlos angeboten wird und sich beispielsweise über In-App-Käufe finanziert. Ob das die 250 Millionen US-Dollar rechtfertigt, die Microsoft laut Financial Times für das Londoner Unternehmen gezahlt haben soll. Auf den ersten Blick womöglich nicht, letztlich aber steckt hinter Swiftkey ein komplexes, intelligentes System, das in vielerlei Hinsicht verwenden werden kann. Beispielsweise in Microsofts Word Flow, das bei mobilen Geräten mit Windows Verwendung findet.

Bei Swiftkey betont man, dass die Apps für iOS und Android nach dem Kauf durch Microsoft weiter erhältlich sein werden und Verbesserungen erhalten sollen. Aber wieso auch nicht? Denn Microsoft ist ohnehin emsig damit beschäftigt, die konkurrierenden Plattformen zu erobern: Sprachassistenz Cortana gibt’s mittlerweile als festen Bestandteil von CyanogenOS, Office-Apps für Android werden bei manchen Smartphone-Herstellern von Haus aus vorinstalliert. Sowieso gibt’s Word, Excel und Co. für Googles mobiles Betriebssystem, genauso für Apples iOS. Wenn es Microsoft schon nicht schafft, Windows Mobile zu etablieren – wofür aktuelle Verkaufszahlen sprechen – probiert man es eben auf einen anderen Weg. Hier könnte Swiftkey sehr gut zum neuen Konzept Microsofts passen. Und das System hinter der virtuellen Tastatur lässt sich gewiss auch in anderen Bereichen sinnvoll nutzen.

Wie es mit Swiftkey weitergeht? Erst einmal müssen sich Nutzer nicht darum sorgen, sie können die App bald nicht mehr verwenden. Davon ist überhaupt nicht Reide – und dies wäre ganz sicher kein gut überlegter Schritt seitens Microsoft.

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